Dienstag, Juni 17, 2008

ER in SB und der Tag danach !

Montag, 16.06.2008: Nachdem ich 3 Tage am Dead Water nun schon zum 174ten mal feststellen musste, daß die Donaufischerei kein Wunschkonzert darstelle, ich aber Montag und Dienstag noch Urlaub hatte, zog es mich noch karpfenhungriger, selbstverständlich heute gleich wieder ans Wasser. Stehend. 26ha. Heimgewässer SB. Heute musste was gehen. Als ich Platz ankomme, verschwindet ER gerade in den Schilhalmen. Er, ja er war wieder da. Der große, massige, dunkle, fast schwarze Monsterschuppler, den ich nun schon des Öfteren direkt bei uns am Ufer grundeln sehe. Um die 90cm lang und mit Sicherheit ein 15+. 3 Meter von meiner Nase entfernt. Das sind Momente, wo du nicht mal wagst, mit den Augen zu zwinkern, um ihn nicht zu erschrecken. Atmest du noch? Ja. Ganz langsam und vorsichtig. Siehst dabei zu, wie er gemächlich und gigantisch zugleich, die Reste deines Feeder-Futters aufschlürft ... Wahnsinn ... aber wehe, du machst eine Bewegung...eine lautlose Wolkenexplosion im 1 Meter tiefen Wasser vor dir, und er ist weg. Und nun war er schon wieder da gewesen. Dürfte den Schilfgürtel an meiner Linken immer wieder aufsuchen, um an die Reste meiner Boilies und meines Futters zu gelangen. Jaja, irgendwann krieg ich dich. Und schon waren die Gedanken wieder verworfen, die Montagen beködert und raus an die Bank geworfen. 2 Stunden vergehen. Zwischendurch werfe ich immer wieder mal einen Futterballen vor mir ins Wasser, um sich am Fressrausch der Rotaugen, Sonnenbarsche, Lauben und Rotfedern zu ergötzen. Und was seh ich da plötzlich im Augenwinkel für einen Schatten heranschleichen? Genau. Er. Unweigerlich muss ich an Gregory Pack als Cpt. Ahab in Moby Dick denken. Warum? Ich kann dem Schwarzen Rüssler vor mir, fast in die Augen sehen. So nah und klar vor mir, wie selten was unter Wasser zuvor. Ich versuchs - was solls. Im Zeitlupentempo bewege ich mich chamäleonartig zu meiner linken Rute, den Dunklen immer im Blickfeld, und beginnen ganz langsam die Montage heranzukurbeln. Aus etwa 60 Meter Entfernung. Ich denke, die Zeit steht still - die Aktion dauert ewig. Noch hat er keinen Verdacht geschöpft. Die Chance lebt. In etwa 10 Metern Entfernung dann der unweigerliche Krauthänger. Grrrrrr. Ruhig bleiben. Kein Wunder bei dieser Einholgeschwindigkeit. Ich baue langsam Druck zur Montage auf. Gaaaaanz langsam. Hängt. Verdammt fest. Scheisse. Mehr Druck...frei. Das 92er Blei saust mit 20er Kugel im Gefolge durchs Wasser. Das reicht. Zuviel für "BLACK". Es folgt die obligate Unterwasserwolke und weg ist er. Das wars. Tja. Der Versuch wars wert. Aber was solls, ich lege im den Richworth Muschelhappen einfach an den Platz 2 Meter vom Ufer entfernt. Ein, zwei Futterbälle und zerbrochene Boilies hinzu. Warten und hoffen. 20 Minuten vergehen. Gigantisch schiebt er sich aus der Dunkelheit der Tiefe und fängt wieder am Platz zu rüsseln an. Unbelievable. Ich sehe meine Montage kristallklar im Wasser liegen. Über meinen momentanen Adrenalspiegel brauche ich wohl keine Worte verlieren. Die Welt hat sich aufgehört zu drehen. Meine Muschel-Kugel, der Schwarze und ich. Nichts andere zählt. Doch plötzlich erste Bedenken, als ich das lineare Glitzern sehe. Verdammt, wenn er die Schnur spürt, die ziemlich steil zum Blei ins Wasser führt, wars das für lange Zeit. Und wieder mal kommt es wie es kommen muss. Kaum kommt "BLACK" mit der Schwanzflosse an die Schnur, ist er weg. NEEEEEEEEEEEEIIIIIN. Ich Arsch. Warum hab ich da vorher nicht dran gedacht? Jetzt würde nur warten auf den Lucky Punch was bringen. Doch wer mich kennt, weiß, daß ich lediglich einen Brief aufgebe, aber keine Mission. Und so fingere ich flink ein Captive Backlead aus meiner Box, und lege die Montage wieder an den selben Platz auf Grund. 30 Minuten vergehen. 2 Stunden vergehen. Schon lange war nichts mehr vom Dunklen zu sehen. Langsam aber sicher entglitt mir der letzte Funken Hoffnung und ich machte mich daran, nebenbei ein paar Rigs zu binden, um die Lücken in den Rigbags wieder zu füllen. Und dann plötzlich aus dem Nichts das Inferno. Biss. In Bruchteilen von Sekunden sehe ich "BLACK" links um den Schilfwald ausbrechen, während der Swinger am Blank klebt, die akkustische Bissanzeige in die Vollen geht, und der Freilauf in höllischer Geschwindigkeit meterweise Schnur von der Rolle geben muss. Reaktion. Rute vom Pod reissen, Freilauf schließen und ab in die Fluten. WHAAAaaaaaaaaaa ! Bist du geistesgestört. Der Druck war der Hammer. Mit zum Halbkreis gebogener 2,75er Warrior stehe ich bis zur Hüfte im Wasser und bin eigentlich machtlos. Trotz fast komplett geschlossener Bremse zieht das Monster immer noch langsam 0,33er von der Spule und verkriecht sich immer tiefer im Halmgewirr des Schilfgürtels. Chancenlos. Plötzlich Stillstand. Aus. Riene va plus. Nichts geht mehr. Der Schuppige bewegt sich keinen Millimeter und ich kann keinen Millimeter Schnur zurückgewinnen. Das wars. Doch einen letzten Versuch starte ich noch und versuche um den Schilfgürtel zu schwimmen, um einen anderen Winkel zum Fisch zu bekommen. Zu meiner Schande muss ich sagen, daß ich nicht sonderlich lange durchgehalten habe, da das Schwimmen nur mit den Beinen und mit der 12" Rute in der Hand nicht gerade ein Zuckerschlecken war. Also wieder retour bis ich wieder festen Boden unter den Füssen spürte. Wieder Druck machen. Warten. Mehr Druck machen. Warten. Unter starker Belastung meiner Hauptschnur kommt mir irgendwann die Montage entgegen geflogen. Nur das Blei war weg. Ich bedanke mich hiermit beim Erfinder des Safety Clips, der es schließlich doch ermöglichte, daß der Schuppige nun nicht mit einer komplett abgerissenen Montage und ein paar Metern Schnur herumschwimmen muss. Tja, was sollte man machen...ich habs versucht und bin kläglich gescheitert. Mit Sicherheit hab ich jetzt auch noch "BLACK", für lange Zeit wenn nicht für immer vergrault. Verdammt. Gefrustet habe ich dann die Montage wieder auf meine Sandbank geworfen und hab mich weiter dran gemacht, Rigs zu binden. Traurig, den Dunklen verloren zu haben. Keine 20 Minuten später kommt der Biss genau auf der Rute und ich kann ohne weitere Schwierigkeiten einen kampfstarken, langgestreckten und schön gefärbten 20lbs 3oz Schuppigen ( ~ 9,1 kg ) in die Linse meiner Cam halten. Na, das war doch schon mal eine Entschädigung, mit der ich mich heute problemlos anfreunden und meine Heimreise antreten konnte. Und vielleicht kommt er ja irgendwann wieder. Der Dunkle. Die Hoffnung stirbt zuletzt...

Dienstag, 17.06.2008: Fünfter freier Tag. Fünfter Tag Fischen. Heute stand wieder mal eine gemeinsame Session mit Dad an, die eigentlich auch durchwegs positiv und ohne gröbere, anglerische Zwischenfälle ablief. Zwischen 10:30 und 17 Uhr hatten wir 5 Bisse, die allesamt verwertet wurden und mit Fischen zwischen 10lbs 11oz und 13lbs 1oz belohnt wurden.
Keine Monster, aber durchwegs gut gebaute, halbstarke Schuppige, konnten wir im Zuge dieses herrlichen Tages erbeuten, welche natürlich Lust auf Größere machen. Ja, es läuft nicht übel im Moment. Wir dürfen uns nicht beklagen. Wir fangen nun regelmäßig gute Fische, wenn auch die wirklichen Biggies bis jetzt ausgeblieben sind. Denn wie wir alle wissen: Der Weg ist das Ziel - und ich drille lieber ein paar Kleine auf diesem Pfad, als nur auf den Großen zu warten ;)
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sludgE

Sonntag, Juni 15, 2008

Showdown DEAD WATER !

Retour vom obligaten, einmal jährlich stattfindenden Treffen der Donaufischerforums, in Altenwörth. Und ja, was soll man noch viel dazu sagen? Eine Hammer-Location, ein Haufen Angelverrückter und 3 Tage Fischen, an wohl einem der härtesten Gewässerabschnitte in unseren Breiten. Da wir letztes Jahr dieses Treffen wegen diverser Donau-Hochwasser und anderen Naturkatastrophen bis in den Oktober verschieben mussten, und wir dort dann mit bösen -5°C in der Nacht zu kämpfen hatten, wurde nun 2008 der Termin in den Juni verlegt, um somit der Gefahr doch ein wenig den Riegel vorzuschieben. Obwohl abermals schwere Regenfälle in der Woche davor auf unsere Welt herniedergingen, war der Altarm dann doch befischbar und wir konnten unseren ersten Termin auch wahrnehmen. Jawohl.Freitags lief es vorerst mal nicht gerade schlecht, Horstl konnte die ersten 2 kleineren Gelben auf die Matte bitten, und alle freuten sich bereits, im Kreise guter und lustiger Angelkameraden auf ein gelassenes und fängiges Wochenende. Erich aka Sixpack kescherte einen Monsterbrachsen nach dem Anderen, was ihn somit zum absoluten Topfavoriten für´s am Samstag stattfindendene Match machte, und wir alle bereits die Hosen gestrichen voll hatten, zu diesen Bissfrequenzen auch nur annähernd hinriechen zu können. Nebenbei wurde gefüttert, gelotet, Montagen an den Spot gerudert, und alles, um einen der berüchtigten Donaukarpfen ans Band zu bekommen. Jeder Biss hier könnte jederzeit den Fisch des Lebens bedeuten...Zwischendurch wurde von mir immer wieder gefeedert, um für die "King of Altenwörth-Trophy" wieder ein wenig an Routine zu gewinnen und es den Favoriten nicht gerade leicht zu machen. Obwohl ich auch einige Rotaugen und kleine Flusstauben fangen konnte, war meine Zuversicht auf einen Sieg nicht gerade am Zenit angelangt. Aber was soll´s. Morgen konnte alles ganz anders aussehen. In der Nacht blieben alle Bissanzeiger still, was dazu führte, daß wir alle komplett ausgeruht in den nächsten Tag starteten. Der Tag der Entscheidung. Samstag 14.6.08 16:00Uhr Start zum " King of Altenwörth"... Was sich dann beim Match zugetragen hat, und in wie weit wir dann in 3 Stunden abgestunken haben, ist kaum in Worte zu fassen und sollte daher in bewegten Bildern erzählt werden. Diesmal hatte ich nämlich wieder mal die Videocam dabei und somit wurde alles Sensationelle und Sinnlose, selbstverständlich auf Band aufgezeichnet und dokumentiert. In der zweiten Nacht konnte dann Franz noch einen schönen 9,70er Donauschuppler verhaften, welcher aber leider den Einzigen für 11 Mann, in dieser und vergangener Nacht darstellte. Wieder mal ein äußerst mageres Ergebnis für die Summe an Montagen und Fallen, die da im Wasser auf der Lauer lagen. Nichts desto Trotz war es wieder mal ein äußerst lustiges Wochenende, an dem ich mich einige Male krummgelacht habe, und möchte mich hiermit bei all meinen Matchgegnern für die 3 Tage Show, beim Gera für die perfekte Organisation, und beim Barbenking aka Grillmichl für die traumhafte Verköstigung bedanken. Es ist immer wieder ein Erlebnis, mit euch am Ufer zu sitzen :)Das Video mit dem Titel "Showdown Dead Water" ist bereits fertig geschnitten, und wird in den nächsten Tagen zum Download bereit stehen.
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sludgE

Mittwoch, Juni 11, 2008

Westcoast Beauties !

Unbelievable. Angestachelt von meinem 10er vergangenen Sonntag, zog es "the Calm" natürlich sofort Dienstag ans Wasser, um mich möglicherweise zu übertrumpfen. Dazu hat es für ihn leider nicht gereicht, obwohl er dennoch 2 wirklich gute Fische gefangen hatte. Ein herrlicher 8,5er "Blackhead" und ein makelloser 7,2er Schuppler waren auf sein Konto zu schreiben und machen Lust auf mehr. Ein fettes TIGHT LINES an dieser Stelle für meinen Dad, der wieder mal gezeigt hat, daß auch er sich nicht lumpen lässt.Weiterhin wird von uns nach wie vor kein Satzkarpfen gefangen, was jetzt wohl oder übel auf unsere Futter-Taktik zurückzuführen sein muss. Es war bis jetzt scheinbar die richtige Entscheidung, fast ausschließlich Kugeln und große Pellets gefüttert, und auf Partikel fast gänzlich verzichtet zu haben. Dieses System hatte zwar eine lange Anlaufphase ( ca. 3 Monate ) benötigt, scheint aber jetzt endlich aufzugehen. Sehen wir, was der nächste Ansitz bringt...
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sludgE

Montag, Juni 09, 2008

Angriff der Killerschnecken & PB in SB !

Endlich wieder Wochenende. Endlich wieder Zeit am Wasser abzuschalten, um ein wenig Abstand von der hektischen, pseudohysterischen EM-Stimmung zu gewinnen. Und so kam es, daß ich, nachdem ich am Freitag im Posthof Linz mit meiner Band den oberösterreichischen Metalheads das Gehirn aus dem Schädl geblasen habe, am Samstag gegen Mittag nach Süßenbrunn aufbrach, um an einem, mit Sicherheit sehr ruhigen Wochenende, vielleicht den einen oder anderen Rüssler zu verhaften. Die Wetterprognose war nicht sonderlich gesüsst, aber wenn man was fangen wollte, mußte man da durch. Als ich jedoch am Wasser ankam, war es entgegen aller Erwartungen fast windstill, die Sonne heizte vom Himmel, und nur am Horizont trugen dunkle Gewitterwolken die Kunde vom eventuellen Regenguss. Gegen 18 Uhr kam auch dann der erste Biss, welcher mit einem schönen halbstarken Schuppler in meinen Händen endete. Jawohl. Das Blank war somit schon für diese Session eliminiert. Nun wurde es rund um mich immer dunkler, und ich brachte schon mal vorausschauend alle gefährdeten Gegenstände in Sicherheit. Als ich mich so umsah, musste ich feststellen, daß anscheinend urplötzlich die Schneckenwanderung eingesetzt hatte. Wo ich hinsah, bahnten sich gigantische Gehäuseträger ihren Weg durch die Landschaft. Ja, die spürten was. Die wußten wohl jetzt schon, daß bald eine fette Schnecken-Regen-Party abgehen würde. Dieser Umstand veranlasste mich, die Schoten noch etwas dichter zu machen, als sie ohnehin schon waren.Und dann kam der Wind. Böse. Stark. Unbarmherzig. Wieder mal frontal ins Gesicht. 5 Minuten später Platzregen. Tropfen wie Flipperkugeln. Schnell hatte ich mich ins Bivvy verzogen und wartete, bis die Hölle nachließ, was auch eine halbe Stunde später so passierte. Langsam aber sicher brach die Nacht herein, ich rollte mich nach einem herrlichen Eintopf aus Bohnen, Mais und Hirschwurst, in meinen Schlafsack und genoss die einsame Ruhe nach dem Sturm. Gegen 23:30 riss mich das erste Mal der Funkempfänger aus meinen Träumen, ich stolperte ins Freie, nahm die "laufende" Rute vom Pod und begann meinen Gegner auszudrillen. Der hatte sich die Sache vermutlich anders vorgestellt und zog mit einer gnadenlosen Härte links von mir weg Richtung Schilfgürtel. Ich musste Druck machen. Bremse zu und versuchen ihn zu zwingen, die Schwimmrichtung zu ändern. Scheisse. Irgendwie funktionierte das nicht. Und es kam , wie es kommen musste. Tschack. Weg. Ausgeschlitzt. Tja, was sollte man machen. Hätte ich nicht so viel Druck machen dürfen ? Hätte ich ihn gehen lassen sollen ? Aber dann wäre er schnurstracks ins dichte Schilf gezogen, und ich hätte auch keine Chance mehr gehabt. Müßig, weiter drüber nachzudenken. Also Montage mit neuer Kugel wieder an den Spot und abermals rein in den Schlafsack. 2:20 Pieeeeeeeeeeeeeeeeeeep ! Wieder werde ich um meinem Schlaf beraubt. Gottseidank. Deswegen bin ich da. Deja Vue. Kaum hab ich die Rute in der Hand, spüre die Kraft meines Gegenübers, zieht der Bursche auch schon wieder nach links weg, um im dichten Uferbewuchs Schutz zu suchen. Diesmal nicht. Nicht mit mir. Ich springe samt Trainingshose ins hüfttiefe Wasser und versuche einen anderen Winkel zum Fisch zu bekommen, um einen größeren Drillradius bewerkstelligen zu können. Keine Chance. Der Gelbe raschelt bereits 20 Meter von mir entfernt im Schilfgürtel. Im Kegel der Stirnlampe kann ich nur erkennen, wie meine Schnur mitten in den Schilfhalmen verschwindet. So, was mach ich jetzt ? Weiter vorwaten kann ich nicht mehr. Zu tief. Und zum Schwimmen mit der Rute in der Hand, um halb 3 nachts war ich auch nicht sonderlich motiviert. Also warten. Ein wenig Druck machen. Wieder warten. Wie ein Vollidiot stehe ich mutterseelenalleine, bis zu den Rippen mitten in der Nacht im Wasser, und starre minutenlang auf das Rascheln in den Halmen. Bis plötzlich der Widerstand weg ist und ich die Montage ohne Fische reinkurbeln kann. Damned. Wieder ausgestiegen. Abermals rolle ich mich in den Schlafsack, schließe die Augen und falle wieder ins Land der Träume. PIEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEP ! Ich fühle mich, als wären keine 10 Minuten seit meinem Einschlafen vergangen. Völlig paralysiert springe ich von der Liege. Erst jetzt bemerke ich, daß es im Zelt ungefähr 70°C hat und mir der Schweiß in Strömen vom Gesicht läuft. 8:35. Hellichter Tag und die Sonne knallt vom Himmel. Als ich aus dem Bivvy stolpere, gibt der Freilauf sicher schon 30 Sekunden lang Schnur frei und alles kommt mir äußerst anstrengend vor. Rute vom Pod nehmen, Spannung herstellen, drillen. Jawohl. Der ist gut und ich kann ihn dank ausgezeichneter Sicht am Tage führen, fast wie es mir beliebt. Muss nicht unnötig Druck machen, kann ihm Schnur geben, wenn er sie verlangt. Somit kann ich den Burschen problemlos ausdrillen und ihn schlußendlich über den Kescherrand führen. YES. Als er vor mir auf der Matte liegt, ist sofort klar: Mit Sicherheit mein Bester in SB ! Die Abwaage bestätigt dann auch meine Vermutung. 23lbs 6oz bei 81 Zentimetern. Muhahahahahahahahah - der erste 10+ in diesem Jahr. Ich bin überglücklich als ich den torpedoförmigen Schuppigen mittels Selbstauslöser auf die Speicherkarte meiner Cam bannen kann. Damit hatte ich nicht gerechnet.Wieder mal hatte die Richworth Mussel & Crab Murmel zugeschlagen. Um etwa 10 Uhr zogen wieder Wolken am Himmel auf und tauchten die gesamte Umgebung in ein seltsam anmutendes Farbspiel. Leichter Nieselregen. Kein Problem.Gegen 11:45 entschloss ich mich, mir einen guten Mittagscappuccino zu gönnen, und während ich so darauf warte, daß das Wasser endlich zu kochen beginnt, läuft plötzlich die 2te Rute ab. Full Pull H4 fischig. Als ich vom Sessel springe, stoße ich mit der Hüfte an die Tischkante und schütte mir die fast siedende Flüssigkeit übers Schienbein in den rechten Schuh. Whaaaaaaaa ! Keine Schmerzen. Nichts wie hin zur Rute. Bamm. Hängt. Allright - alles was jetzt noch kommt ist, nach dem erfolreichen Fang des ersten 10ers nur mehr Luxus und Draufgabe. Und siehe da. Keine 10 Minuten später liegt der nächste Schuppige vor mir auf der Matte. Unwesentlich leichter, aber doch um einiges kürzer. 20 lbs 8oz. Kugelrunder, feister 9er. Eine Schönheit von einem Fisch. Schnell wurden ein paar Fotos geschossen, um ihn sogleich wieder in sein Element zu entlassen. Der Hammer. Einfach geil.20 Minuten später kam auch noch meine Isa nach und genoss mit mir die wärmenden Strahlen der Junisonne. Selten hatte sie mich am Wasser dermassen glücklich erlebt. Kein Wunder bei solchen Fängen. Hehe. Im Laufe des Nachmittags hatte ich dann noch 2 Bisse, wovon einer mit einem kompletten Montageverlust durch die Muschelbank einherging, und der andere noch mit einem kleineren Halbstarken belohnt wurde. Ja, das war eine Session, wie ich sie mir vorstelle. 30 Stunden am Wasser, 7 Bisse, 4 Fische und davon der erste 10+ in SB. Was mag dieses Wasser noch für Schätze horten, die geborgen werden wollen ? Wir werden es hoffentlich früher oder später erfahren.
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sludgE

Dienstag, Juni 03, 2008

Rollercoaster Session or Windsurfin´ sucks !

Jawohl ! Die Schonzeit und die Tour mit der Band ist nun endlich vorbei, und ich kann mich gottseidank wieder auf die Rüssler-Jagd konzentrieren. Das wurde auch Montags, den 2ten Juni gleich in Angriff genommen und so blies ich früh morgens, mit meinem Dad gemeinsam, den Neustart in die Karpfensaison ein. Als ich für meine Verhältnisse äußerst zeitig am Wasser eintraf, war "the Calm" bereits eifrig am Fischen, und hatte in dieser Zeit auch schon einen halbstarken Schuppigen zu verbuchen gehabt. Na das nenn ich mal einen Start. Bei mir lief´s, wie zu erwarten war, vorerst mal gar nicht, und so musste mein Dad meine pessimistische Schwarzmalerei in vollen Zügen ernten, obwohl er überhaupt nichts dafür konnte. Sorry hier nochmal für meine nervende "Raunzerei". Und während ich so weiter dahinnörgelte, lief urplötzlich um 11Uhr vormittags eine meiner Rollen ab. "Na siechst! - du mit dein ständigen Raunzen" musste ich mir da schon gefallen lassen. Aber als eingefleischter Pessimist, wie ich einer bin, hatte ich natürlich mit einem "No isa ned heraussn" zu kontern, während ich die Rute vom Pod nahm, und den Fisch auszudrillen begann. Ja, das war vom Gefühl her kein Schlechter, der sich da die Richworth Muschel-Kugel einverleibt hatte. Doch wenn man immer das Schlechteste annimmt und auch erwartet, tritt es natürlich genauso ein, und der Gelbe stieg mir 10 Meter vom Ufer entfernt aus dem Bewerb. Aussteiger ! Na typisch ! "Endlich hob i amoi an Biss und daun steigt de Sau in der Schlussphase aus". Mein Blutdruck begann schon langsam, aber sicher, die brisante Marke zu übersteigen. OK. Ruhe bewahren, Köder wieder raus auf den Futterplatz und das Warten konnte von Neuem beginnen. Selbstverständlich wurde von mir weitergeraunzt, was das Zeug hielt. Keine halbe Stunde später schallte es aus einem, von Dad´s Bissanzeigern und wie nicht anders zu erwarten, hing der Bursche bombenfest und wurde problemslos ausgedrillt. Ein herrlicher kugelrunder 8,5er Schuppler, konnte nun in die Linse der Kamera gehalten werden, welcher somit, den bisher schwersten Fang von uns Beiden, an diesem Gewässer darstellte. Ein fettes Petri Heil noch mal an dieser Stelle. Bis 15 Uhr geschah eigentlich nichts mehr, die Sonne brannte vom Himmel und der extrem starke Ostwind blies mir weiterhin unbarmherzig frontal in die Fresse. Die Windsurfer krochen bei diesen Witterung natürlich aus ihren Löchern und gaben sich ein nettes Stelldichein auf der gesamten Wasserfläche. Es ist unglaublich, wie das Flattern der Segel einen angelnden Menschen derart aggressiv machen kann, daß er am liebsten Pflastersteine statt Boilies hinauskatapultieren mochte. Vor allem , wenn er nichts fängt. Bei dem scheiss Lärm während jeder Wende war es mir nahezu unmöglich, ruhig zu bleiben. Dad packte nun, sichtlich genervt von meiner ewigen Raunzerei, und mit 2 Karpfenfängen in der Hinterhand, sein Tackle und machte sich auf den Heimweg. Nichts da. Ich bleibe. Ich harre aus. Ich will meinen Fisch. Heute. Nicht morgen und nicht übermorgen. Am besten SOFORT. Und siehe da; kaum hatte ich meine kranken Gedanken zu Ende gesponnen, mir ausgemalt, wie riesige gnadenlose schleimige Tentakel, einen Surfer nach dem Anderen in die Tiefe zogen, schallte Musik an mein Ohr, und der Freilauf gab meterweise Schnur von der Rolle der Rute, deren Montage in etwa 70 Meter Entfernung am Plateau lag. YES ! Biss. Muhahhahaha. Jawohl ! Und wieder auf die Richworth Zauber-Muschel-Kugel. Und während ich so relativ sachte den Fisch drille, ihm kaum Druck aufzwinge, um nicht den nächsten Aussteiger zu provozieren, höre ich bereits von links ein bekanntes, immer lauter werdendes Flattern. In unmittelbarer Nähe . Und es kommt näher. Nein. Nicht jetzt ein Surfer. Durch das Dickicht des Schilfs kann ich trotzdem nichts erspähen und als ich anfange, wie am Spieß zu brüllen, wird es traumatische Gewissheit. Durch eine Lücke im Schilfgürtel gräbt sich ein leuchtend grelles Segel in meine Netzhaut. Surfer ! Killerspeed bei geschätzter 70kmh Windgeschwindigkeit. Vielleicht 30 Meter von Ufer entfernt. Während ich den Fisch am Band halte und mittels Rutenspitze unter Wasser versuche, das Unvermeidbare zu vermeiden, presse ich die letzten Kubikzentimeter Luft aus der Lunge. Und es passiert, was passieren muss. Murphys Law ... ich nehme wie in Trance wahr, wie mir der etwa 70jährige Junggebliebene, mit einer Haut wie Lederstrumpf, von links quer über die Schnur fährt...die Rutenspitze verneigt sich....piingggg. Die 0,33er Mono gibt kurzerhand auf und vermag nicht, den Mumien-Beachboy zu bändigen. Keine 10 Meter weiter muss er wenden und geht baden... Die Schnur ist ab. 15:40 Uhr. Ich scheisse einen fetten Haufen auf Muschel-Resistenz und Abriebfestigkeit. Das Verlangen nach einer sogenannten Piraten-Schnur steigt ins Unermessliche. Surfer - resistent ! Das wär doch mal was...kurzer Anflug von Wahnsinn...in meinem Gehirn laufen in Bruchteilen von Sekunden die Gedanken Wege, von denen ich bis dato nicht gewußt habe, daß ich solche besitze. Mit leichter melancholischer Musik im Denkapparat, stehe ich im gleissenden Sonnlicht am Ufer , während das nackte, amputierte Ende Schnur, von meiner Rutenspitze herab im Wind wachelt. Ich kann nichts machen. Stehe der Situation völlig ausgeliefert gegenüber. Unpackbar. Die Welt ist gegen mich. Und ich gegen die Welt. Etwa geschätzte 5 Sekunden nach meinem persönlichen mentalen Horror-Szenario, während des Ablaufs ich keinen Ton über die Lippen brachte, war es soweit. Eins konnte ich dennoch tun. Meinem Hass und meinem Frust Luft machen. Na das war doch schon mal was. Langsam kroch die Pergament-Figur wieder aufs buntbemalte, moderne und achso hippe Surfboard und versuchte mit ihren letzten Kräften das Segel aus dem Wasser zu zerren. Jetzt gings los. Breitbeinig am Ufer stehend, muss ich mit meiner Rute in der Hand im Gegenlicht ausgesehen haben, wie ein Recke aus den vordersten Reihen der Braveheart Front, während ich dem Windkuschler die ganze verbale Breite meiner sprachlichen Höllengallerie darbot. Mit den, in diesen Phrasen neu erfundenen Kombination hätte ich locker 2 neue Seiten im linguistischen Abschaum-Wörtebuch füllen können. Der mumifizierte Greis war offensichtlich über meine Sprache ein wenig erschüttert, denn er wußte nicht mal, worüber ich mich da , mit hochrotem Kopf so aufregte...weitere Gedanken zu verschwenden erschien mir in der Folge sinnlos. Ich musste neu montieren. Komplett. F*CK ! Aber ich war schnell. Verdammt schnell. Und als ich wieder bereit zum Auswerfen war, kroch der alte Surf-Crack noch immer in etwa 40 Meter Entfernung in meinem Wufradius am Board hin und her. Um ihm ein wenig Beine zu machen, lasse ich die Montage mit 3 Unzen Blei und Muschel-Kugel , gelangweilt wirkend, in seiner unmittelbaren Umgebung auf die Wasseroberfläche klatschen, lege die Rute aufs Pod, hänge den Swinger ein und öffne den Freilauf. 15:45. Ansatzlos und langsam wird die Schnur von der Rolle gezogen. NAAAAAAAAA! Der hat wieder mit irgendeinem Teil meine Leine gefangen. Und diesmal bin ich auch noch selber schuld. Damned. Was muss ich auch so knapp hinwerfen .... ich nehme die Rute lautstark schimpfend wieder von Pod, schließe den Freilaufbügel und schlage sicherheitshalber mal dezent an. Konnte ja sein, daß ich den Wahnsinnigen am Bein gehakt hatte. Wäre zumindest etwas. Doch plötzlich meldet sich die Bremse, die Rute verneigt sich und wieder wird, diesmal doch um einiges kräftiger Schnur abgezogen. Doch der Alte bewegt sich nicht vom Fleck. Jetzt zieht Der am anderen Ende nach links weg, und im selben Augenblick wird mir bewußt, daß ich doch tatsächlich einen Fisch drille. Muahahahahahahahhaha. Keine 5 Minuten später kann ich den, perfekt in der Unterlippe gehakten, kugelrunden 7,20er Schuppigen mittels Selbstauslöser auf die Speicherkarte meiner Digi-Cam bannen. Unbelievable. Mir fehlten die Worte. Bis etwa 18:30 geschah nichts mehr Sensationelles, weshalb ich mich auf den Heimweg machte und den Tag Revue passieren ließ. Unglaublich..der Hammer...aber solche Geschichten kann nur ein Anglerleben schreiben... Meines.
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sludgE