Das Wochenende der mentalen Grenzerfahrung. Das Wochenende des Höllenwindes. Das Wochenende an dem erstmals in SB wieder die Piratenflagge im Freestyle-Verein über unseren Köpfen in der feisten Brise knatterte. Das Wochenende der glühenden Rollen...
Ja, endlich hatte das Frühjahr auch bei uns richtig Einzug gehalten. Grenzloser Optimismus mutierte fast schon zu ausufernder Überheblichkeit. Es lief einfach sehr gut. Bis zu diesem Samstag, wo ich nach 2 verlorenen Fischen, und somit ultra-negativer Bilanz unter diesen Tag einen schmerzlichen Schluß-Strich ziehen musste. Back to Reality. Morgen würde alles anders werden. Mit Sicherheit. Mein Glauben war stark ..... und es kam anders. Total anders. Gottseidank. Der Hammer...
Sonntag. Heute wurden keine Gefangenen gemacht. Heute wurde riskiert. Vielleicht kann ich die Kleineren mittels Ködergröße doch etwas aus dem Verkehr ziehen. Mit einenhalb 24 Murmeln an der einen Montage, und zwei 20ern an der Anderen, lief bereits nach 30 Minuten die erste Rute ab. 8,30 kg Schuppentier. Yes. Gleich der Biss, einwandfreier problemsloser Drill, perfekter Hakensitz in der Unterlippe des Rüsslers. Mein Vertrauen war wieder das Alte. Und der Wind wurde böser. Wirklich hammerharter, böiger Ostwind - mitten in die Fresse. Ohne Gnade. Mit Sicherheit eine feine Sache zur Stromerzeugung, eine nette Gelegenheit für die Hardcore-Drachensteiger und Traumbedingungen für die Surfer... zu meinem Leidwesen. Mit Sicherheit nicht ideal, um gegen die Blasrichtung zu sitzen, und die Nase in den 80km/h schnellen Orkan zu strecken. Immer wieder verkrieche ich mich hinter die Büsche, um ein wenig der schnellen Luft und der unangenehmen Gischt aus dem Wege zu gehen.Surfer...whaaaa...Geissel der Karpfenangler...

Doch am Gipfel der klimatischen Extremsituation bricht gegen 11 Uhr vormittag, an meinem Futterplatz die Hölle herein. Nach einem geschätzten 5er, den ich im Wasser gleich wieder abgehakt und in die Freiheit entlassen habe, folgt der nächste Biss. Wie im Märchenbuch. Und diesmal ist es ein Guter. 10,60kg . JAWOHL! Der nächste 2009er 10+ in SB. Muahahhahah.
Überglücklich schiesse ich einige Bilder mit dem Selbstauslöser, bringe den Schuppigen zurück in sein Element, und mache mich daran, die Falle erneut scharf zu machen. Ich komme nicht mal dazu, die frischen Kugeln aufs Haar zu ziehen, denn 5 Meter neben mir, singt der Freilauf der 2ten Rute sein Lied von Vollrun. Na, bist du denn gestört. Das war ja schon Akkordarbeit. Wieder Rute aufnehmen, Kontakt herstellen. Pickt. Yes. Nach einem motivierten Kampf, kann ich das nächste Schuppenmonster auf die Matte legen. Noch größer als der vorige. Bulliger und höher. Und die Abwaage bestätigt meine kühnsten Vermutungen. 28lbs 14oz ~ 13,10kg. Neuer Venue PB in SB. Alter, was willst du mehr. Mir fehlten die Worte...
Zwei 10+ innerhalb von 20 Minuten. Daran hab ich nicht mal in meinen kühnsten Träumen gewagt zu denken. Der echte Wahnsinn. Hehehehehehhe. Bis 16 Uhr kann ich noch weitere 4 Fische fangen, die aber alle nicht an die 10er Grenze herankamen, und somit auch nicht mehr sonderlich dokumentiert wurden. In solchen Situationen wurde sogar ich großzügig. Ich hatte in Fortunas Füllhorn gegriffen. Nicht zu knapp. 8 Bisse - 8 Fische. Und das an einem Tagesansitz. Das war fast schon zuviel des Guten ... denn, von entspanntem Angeln konnte da keine Rede mehr sein ;)
OK, meine gelben Freunde im nördlichen Wien. Rastet euch schön aus im Mai, erledigt in stiller Ruhe eure Laichgeschäfte, denn im Juni gehts wieder los. Da sind die Ufer-Piraten zurück, um wieder darauf zu warten, den einen oder anderen Alten von eurer Truppe kennenzulernen. Wann wird er fallen? Wann werden sich erstmals die Keschermaschen um einen legen? Um den ersten 30lbs Fisch in SB. Früher oder später wirds passieren. Ich glaube...tight lines
sludgE
Muahhahahahaah. YES. "Gesegnet ist der Gläubige". Es kann so einfach sein, und doch erleben wir immer wieder Minuten, in denen man bewußt dankbar dafür ist, daß man immer an Etwas geglaubt hat. Die ganze Sache ist einfach nicht selbstverständlich und macht gewisse Situation zu was ganz Besonderem. Heute wars wieder bei mir mal soweit...
Angespornt vom gestrigen bissigen Ansitz, bin ich dann, wie angekündigt, heute gleich wieder ans Wasser gefahren. Diesmal kam mein Weibchen mit, um das schöne Wetter zu genießen, und währendessen, zwischendurch ihre Laufrunden am Teich abzuspulen. Jaja, hartes Training für den Süssenbrunner "Bomba-Man". Nein danke, nichts für mich. Da sitz ich lieber hinter den Ruten, und warte in der Zwischenzeit auf einen Biss. Hehe. "Kein Problem, Darling! Ich kann die Zeit nehmen, wenn du wieder vorbeikommst!";) Nein Spaß beiseite. Hut ab vor diesen Strapazen. Heute ging ich die Sache gaaaaanz locker an. Hatte ich doch gestern schon gut gefangen, montierte ich heute gleich mal präpotent zwei 20er MonsterPursuit-Murmeln und fegte sie, mit selten gewordener Lässigkeit an meinen linken, weiter entfernten Spot. Die rechte Montage bestückte ich wieder mit einer 20er MarbleTrouble, und beförderte diese auf unser, am nächsten liegendes Plateau. 10:20 und an der linken Rolle läuft erstmals die Leine ab. Volle Kanne. So lass ich mir das einreden. Ein minutenlanger, kraftvoller Drill hält mich in Atem. Mentale Ewigkeiten, bis sich endlich die Keschermaschen um das feine Schuppenschwein legen. Das ist er. Das muss er sein. Der erste 10er. Also rasch Fisch versorgen, und ab in den Wiegesack. Muahahahahahha. 26lbs 5oz zeigt die digitale Berkley. Abzüglich 1lbs vom Sling ergibt 25lbs 5oz ~ 11,30 kg. Jawoi. Der erste SB 10+ in dem Jahre ist nun auch gefangen. 11 Kilo 30 feinste Schupplerware...
Tja, jetzt ist auch der mentale Druck von mir genommen, den ich mir eigentlich nicht auferlegen wollte, aber immer wieder im Hinterkopf sein boshaftes Dasein ausleben konnte. Endlich. Und so ging es dann munter weiter, denn etwa im 2 Stundentakt lief abwechselnd einmal die linke Rute ab, und dann wieder die Rechte. Kein Großen mehr, aber Fisch ist Fisch, und ich hatte ja meinen 10er im Sack. Ein echtes "Traumtagerl" in SB...




...viel mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen. Und übermotiviert wie ich nun bin, bin ich mir fast sicher, dieses Jahr meinen Venue-PB zu knacken. Es läuft einfach zu gut - und sich daran nicht festzuklammern, käme einem Frevel gleich ;) Es kann passieren. Jederzeit. Ich glaube...
Wir schreiben Samstag, den 18.April. Nach einer anstrengenden, aber äußerst amüsanten D-Tour mit meiner Band Bombsquad, bin ich nach 2 angelfreien Wochenenden wieder am Wasser. Endlich. Vormittags kam dann auch gleich der Klingonen-Hörst auf einen Sprung vorbei, und ließ mir Kostproben seiner neuesten Kreation da, um die brandheissen "Marble-Trouble´s" gleich wieder ordentlich im Felde zu testen.
Natürlich montierte ich gleich eine der Neuen, beförderte sie an meinen Spot, und fütterte 2 Hände voll, mit dem Rangemaster nach. Das Warten hatte wieder mal begonnen... und während ich so sinierte und auf den Biss hoffte, griff ich etwa alle 10 Minuten in den Kübel mit dem Stickmix und warf immer etwas Futter 3 Meter von mir entfernt an die Schilkante ins Wasser. Nur so für die Weissen. Damit ich was zu beobachten habe, wenn die handlangen Rotaugen und 30cm großen Rotfedern vom Futterneid getrieben, um jedes Partikel kämpfen. Super, echt...ich muss wieder mal mit Matchrute anrücken.
Und als ich mich so am instinktiven, archaischen Verhalten meiner Schauobjekte ergötze, sehe ich dunkle große Schatten im 1,50m tiefen Wasser, auf meinen Weissfischfutterplatz ziehen. Uhhhhh - Karpfen. Zuerst Einer, dann ein Zweiter - im Nu kann ich mindestens 7 Fische ausmachen, die von geschätzten 3kg bis über 10kg reichen mussten. Also weit entfernt von
Natürlich ging der Spaß dann kein zweites Mal, da sich durch den Aufruhr unter Wasser, alle restlichen Rüssler verzogen hatten, sodaß ich mich wieder auf meine "normalen" Frühjahr-Spots konzentrieren musste. Es passierte leider gar nichts. Nichts auf die Klingonen-Kugel; nichts auf die obligate Monster-Pursuit. Bis 15:40. Vollrun an der linken Rute. Ich sage nur "Marble Trouble". Und so stehe ich am Rande der 26ha Lacke, abermals mit der weichen, krummen 2,75er Slimcarp im Anschlag und erlabe mich an den Freuden des Drills. Jawohl. Und siehe da, plötzlich bricht auch an der rechten Rute die Hölle los. Die Montagen lagen etwa 50 Meter von einander entfernt, und fast gleichzeitig war ein Gelber in die Falle getappt. Stunden nichts, und jetzt das. Auch die Nash-Murmel hatte zugeschlagen. Double-Run; mehr oder weniger. So, was mach ich jetzt? Ich bin alleine. Keiner weit und breit, der mir helfen kann. Eine krumme Rute in der Hüfte, die andere läuft neben mir ab. Ich lege die Linke am Boden ab, steige mit dem Fuß aufs Handteil, lasse die Bremse arbeiten, während ich die laufende Rute vom Pod nehme. Hängt auch. Sauber. Nicht lustig, den Frischen, der sich gebärdet, unter Kontrolle zu bringen, wo zur gleichen Zeit ein Anderer, an dem gebogenen Stock unter deinem linken Fuß, zieht und reisst. Und so kommt es, daß ich abwechselnd den Einen ermüde, während ich beim Zweiten Rute und Rollenbremse arbeiten lasse. Sicherlich ein Bild für Götter. Nichts desto Trotz schaffe ich es, daß ich zu guter Letzt beide Fische nacheinander, aber auf einmal keschern kann. Hehehehe. Eine echte Show. Wieder mal vom Feinsten. 5,5er und 7,10er - abgefahrene Schuppler-Doublette :)
Bis um 18 Uhr geschah dann nicht mehr Sensationelles, was nach diesen Erlebnissen auch nichts Besonderes war.
Genau dann. Genau dann, wenn du dir sicher bist...genau dann, wenn alle Rahmenbedingungen im Vorfeld als ideal zu deuten waren...genau dann, wenn du dich dabei ertappst, wie du vor dem Ansitz über optische Aspekte der Kleidung sinierst, damit du beim Fangfoto mit dem fetten Rüssler auch ja halbwegs vernünftig rüberkommt. Genau dann ... hast du nicht den kleinsten Pieper und kannst mit einem unverständlichen "Blank" wieder dein mühsam aufgebautes Klump zusammenpacken, und die Heimreise antreten. So geschehen; dieses Wochenende. Irgendwie seltsam, daß das Abbauen des Equipments, ohne Fischerfolg doch um Ecken anstrengender erscheint, als an einem "Traumtag", wo es nur achso so leicht von den Fingern läuft. Die menschliche Psyche hat ihre Tücken. Mit Sicherheit. Wenigstens hat "the Calm" Samstags um 12:30, mit einem 5,5er Spiegler zugeschlagen, sodaß ich zumindest einen Karpfen zu Gesicht bekam.
Wieder auf die Klingonz. Allerhand. Fettes Petri hier auch noch mal, Dad. Einen "Mirror" fängt man in SB so gut wie nie, auch wenn es nicht DAS Monster war. Der war schon ein wirklich hübscher, und vor allem seltener Besucher auf unserer Matte. Jedenfalls muss ich jetzt wieder 2 Wochenenden das Fischen sein lassen, da ich wieder mal mit meiner Band, vom 3. bis 11.April auf Deutschland-Tour bin, um unseren nördlichen Nachbarn abermals den Rotz aus den Schädeln zu blasen. Nichts desto Trotz hätte ich schon gerne mit einem letzten Fisch im mentalen Gepäck, die Reise angetreten. Aber was solls...that´s fishing!
Am Samstag war es soweit. Bewaffnet mit den ersten Testkugeln der brandheissen KlingonZ-H Baits Range ( handrolled by the magic Horstman ) ging es zeitig in der Früh nach SB, um die Fängigkeit der Geschmacksrichtung "Sweet´n Dandy" ( Birdfood & Nuts ) erstmals bei mir am Westufer, bei wirklich kalten Wassertemperaturen zu testen.
Das Wetter zeigte sich diesmal nicht von der schlechtesten Seite, denn der Wind, der bei weitem nicht so stark wie in den letzten Tagen war, blies heute aus NordOst, was bei unseren Erfahrungswerten bedeutete, daß die Chance auf einen Gelben, vielleicht nicht so schlecht lag. Ich bestückte beide Montagen mit jeweils einer "20er Sweet´n Dandy", füllte einige zerbrochene Kugeln gemixt mit Browning´s M7 in kleinere PVA-Sticks, um sie sogleich am weiter entfernten, 6 Meter tiefen Spot zu versenken. Mit dem Wurfrohr wurde noch etwa ein halbes Kilo der KlingonZ nachgefüttert und das Warten konnte beginnen...
Bereits nach einer Stunde meldete sich erstmals der linke Pieper und kündete von meinem ersten 2009er Süssenbrunner Karpfenbiss. Ein kurzer, nicht allzu heftiger Drill folgte, und wenige Minuten später konnte ich erfolgreich den ersten Schuppigen in die Keschermaschen lotsen. Kein Monster, aber immerhin war der Bann gebrochen und die KlingonZ hatten gleich mal zugeschlagen. Na, nicht übel. Gleich mal den ersten Test erfolgreich bestanden...
Mein Respekt geht an dieser Stelle an den Horstman, der mit dem Herstellen dieser Murmeln wirklich gezeigt hat, daß er weiß, wie man die Gelben in SB in die Falle locken kann, denn bereits um 11:40 lief das nächste Mal die Leine von der Rolle. Wieder hatte mein "Mutant-Blowback" perfekt in der Unterlippe gegriffen, und somit wurde ich schlußendlich mit dem nächsten Schuppler belohnt, der diesmal mit einem Gewicht von 8,10kg doch ein wenig schwerer als sein Vorgänger war. Jawohl. Da durfte man nicht meckern. "KlingonZ-H Baits - built to dominate..."
Leider war ich gezwungen, die Session um Drei zu beenden, da ich um 18 Uhr zu einer Geburtstagsfeier musste, und meine Freundin wohl nicht ganz so recht erfreut gewesen wäre, wenn ich den Weg vom Wasser auf die Party direkt angetreten hätte. Denn ich stank abstoßend nach Fisch, faulem Schlamm und beissenden Futtermitteln; besser gesagt: ich roch einfach nach Erfolg, aber das konnte oder wollte wohl niemand verstehen....