
Jedenfalls bin ich Freitags um 18 Uhr am berüchtigten Maierteich in Fluttendorf angekommen, wo mich das Kukmirner "Carp Squad", bestehend aus René aka Karpfinger, Martin "MadMaxl", Sandi, Schwarzi, Niko und Ed "the Amino-Connection", bereits erwartet haben. Mehr oder weniger schnell wurde vollmotiviert Zelt aufgebaut, Ruten montiert, kurz wichtige Infos über das Gewässer eingeholt und losgefischt. Mann, 3 Ruten erlaubt - muahahhaha - dazu gab´s nicht oft die Möglichkeit. Geile Sache. Gegen ca. 23 h hatte ich erstmals das Gefühl, daß wohl jeder 10 Montagen im Wasser haben könnte, ohne daß auch nur ein Bissanzeiger einen Laut von sich gab. Völlige Stille. Nichts. OK, die Morgendämmerung kam erst. Der Freßrausch unserer schuppigen Freunde würde mit dem Aufgehen der Sonne sicherlich einsetzen. Denkste. Selten hatte ich eine Angelnacht so ruhig durchschlafen können. Möglicherweise hatte auch der weltberühmte Kukmirner Hochprozentige sein Übriges dazu beigetragen. Irgendwann wache ich durch Vogelgezwitscher auf, greife zur offenen Cola-Dose, setze an und nehme einen tiefen Schluck aus dem kühlen Tau-benetzten Metallzylinder. Eyyyy ! Irgendwas blockiert die Öffnung, aus der das schwarze Gold den Weg in meinen trockenen Rachen finden sollte. Jetzt erst öffne ich ganz die Augen und blicke ins schreckliche Antlitz einer 8cm langen, orangenen, steirischen Nacktschnecke, die ihren Schleim bereits über meine ganze Dose verteilt hatte, wobei nun ein grober Anteil davon an meinen Lippen haftete. Super. Also raus aus den Federn, ein neues frisches, unbeflecktes Cola aufgerissen und den ersten Durst gelöscht. Ein Teil meiner Kameraden war schon wach und eifrig damit beschäftigt, ihre Montagen mit neuen Ködern an ihr Spots zu bringen und wieder ordentlich nachzufüttern. Keiner, ausser Schwarzi, hatte in der Nacht auch nur einen Biss verzeichnen können, wobei der Fisch aus mir nicht bekannten Gründen auch nicht gelandet werden konnte. Bereits jetzt um 8Uhr morgens brannte die Sonne unbarmherzig vom wolkenlosen blauen Himmel auf uns hernieder. Ja, das würde heute kein Zuckerschlecken werden. Während ich ebenfalls meine Ruten neu bestückte, kam erstmals Leben in die Delkim´s von René und kündeten ihr Lied vom Run. Jaaaaaa. Bereits nach dem Anschlag war aber klar, daß es sich wohl nicht um einen 15+ Spiegler handelte, der da zugeschlagen hatte. Und so konnte einige Momente später der erste nennenswerte Fisch in die Kamera gehalten werden. Brachse. Gute Kategorie. Whaaaaaaaaaa! Geil! Anscheinend war ich der Einzige, der sich über so einen Weissen wirklich gefreut hatte. Ja klar, es war nur lästiger Beifang und nicht der Zielfisch, doch für einen Feedermenschen, wie ich einer bin, ein herrlicher Vetreter seiner Art.






Martin und ich machten sich so unsere Gedanken, aus welchem russischen Nuklearlabor wohl diese Murmeln stammten, unter welchen Umständen Ed an diese Geheimwaffe gekommen war und wie viele Boilie-Handlanger wohl dafür ihr Leben lassen mussten. "Wer viel weiß lebt gefährlich, und wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd" hatte mal der alte weise Buffalo Bill gesagt. Wie recht er doch hatte. Nein, wir wollten auf keinen Fall mit dieser gefährlichen Materie in Berührung kommen. Wer weiß, vielleicht war man nach dem Anködern einer einzigen Kugel schon zeugungsunfähig oder atomar verstrahlt...und so brach bisslos der nächste Morgen an. Ameisenhölle in meiner Ködertasche.Damned. René hatte in der Zwischenzeit seinen nun bereits insgesamt 3ten Monsterbrachsen gefangen und der gute alte Sludge, der sich so über den König der Weissfische gefreut hätte, weiterhin nichts ausser Lauben. In der Nacht konnte von Ed noch ein Spiegler von 7,60kg und von Martin ein guter 5er auf die Matte gelegt werden , von denen ich leider nichts mitbekommen habe. Und wieder glühte die Sonne vom Himmel. Die Hitze war kaum auszuhalten und wurde von Minute zu Minute unerträglicher...und wie schon fast die ganze Zeit...Bissanzeigerstille. Das "Blank" war vorprogrammiert.


Yes! Ich hatte schon lange geistig abgeschlossen. Und jetzt das. Adrenalin wurde mit unvorstellbarer und fast spürbarer Kraft und Konzentration durch meinen Körper gepumpt als ich den Biss mit einem Anschlag quitierte. Hängt. Allright. Schon nach einigen Sekunden weiß ich, daß es wieder mal kein Gelber ist, der da wohl etwas zu neugierig war, und ich kann den Rücken eines großen Brachsens unter der Wasseroberfläche ausmachen. Jaaaaaaa. Das war die besagte Monsterkategorie. Unter Umständen konnte dies mein neuer Brachsen-PB werden...
Nachdem der Bursche von Sandi gekeschert wurde, der Fisch auf der Abhakmatte versorgt und das Massband angelegt war, wurde es Gewissheit. 58cm - Neuer Sludge Bream Rekord !



tight lines
sludgE