Wenn sich die alten, und nicht nur die alten Fischer am Abend, dem Hochprozentigen nicht völlig abgeneigt, im flackernden, fahlen Licht ihrer Grabkerzen unterhalten, raunen sie manch wundersame Mär über den, immer mehr vom Dunkel verschlungenen, schilfgesäumten Uferabschnitt, und reimen sich gar mysteriöse Logiken und seltsame Geschichten.
Wie es so ist, zwitschern mir früher oder später dann die Vögel und flüstert mir der Wind, legendäre Stories von tropischen Ungetümen, die in unserem See hausen und eine potentielle Gefahr für Mensch und Tier darstellen. Eine 8m lange Riesenschlange, vermutlich eine grüne Anaconda (Eunectes murinus), soll in unserer Süd-West-Ecke seit vorigem Jahr ihr Unwesen treiben, und wurde schon des Öfteren gesehen. Besonders in den Abendstunden oder nachts. Im Winter gräbt sich sich im Schlamm ein, um im Frühjahr erneut auf die Jagd zu gehen. Logisch, oder? Woher die kommt? "Die Leute setzen ja alles aus, wenns ihnen daheim zu groß wird!". Auch dies ist nun geklärt. Im Geiste sehe ich bereits den Mob, mit Heugabeln und Fackeln bewaffnet, wild grunzend und johlend am Ufer entlang ziehen, um die Bestie zu erlegen. Also aufpassen , Jungs! Es ist jederzeit mit einem Monsterangriff zu rechnen...YES...dafür sitz ich da! Der Beastmaster - der TrapKing - der Dragonslayer... ich warte auf euch, ihr Höllenkreaturen der grünen Tiefe.Vollrun an der linken Rute. Mein erstes Ungetüm ist in 75 m Entfernung in die Falle getappt, und kämpft nun am Ende meiner Leine, was das Zeug hält. Alles funktioniert. Alles passt. Ich gewinne. So soll es sein. JAWOI - Muahahahahahha - erster Fisch - 26lb 4 oz ( 11,90kg ). Das ist mal eine Antritt, wie ihn man sich nur wünschen kann. Vom Allerfeinsten...

Monsterschwein des schlammigen Unterwasserlabyrinths. Hättest vermutlich einem bescheidenen Geist locker die Schnur gesprengt, und wärst ziemlich sicher der Auslöser für eine neuerliche fabelhafte Geschichte der alten, nicht immer alten Fischer in der Abenddämmerung, geworden. Glück gehabt ... 

Mir wurde erst nach dem Entlassen meines schuppigen Ungetüms, beim Anblick der sorglos umherschwimmenden Haubentaucher, wirklich bewußt, in welcher Gefahr sich die frechen Wasservögel wohl ständig befanden. Kennt ihr nicht die Legenden der Tiefe? Die dunklen Geheimnisse der Südufer-Riesenreptilien? Nein? Jederzeit könnte sich die Anaconda aus der Schwärze emporschrauben und den gefiederten Kollegen mit einem Happ verschlingen. Armer, ahnungsloser Haubinger. Hast keinen Tau vom schleichenden Tod unter deiner Wampe. Keinen blassen Dunst...
3 einhalb Stunden sind vergangen. Was habe ich gemacht? Nichts. Nur gesessen, auf die Swinger gestarrt und mir Gedanken, über die wahnwitzigen Auswüchse irgendwelcher Spinner gemacht. Hardcore eben. Genügt da der langjährige Konsum von hartem Alkohol oder Nitroverdünnung, oder muss man da schon von Haus einen dezenten, sagen wir mal auf gut wienerisch "Hieb", sein Eigen nennen können? Fragen über Fragen...bis mich endlich das Surren des Freilaufs aus meiner Trance holt. Gleiche Rute, gleicher Spot, gleicher Köder. Wieder mal vergessen, nach dem Schnurspannen den Bissanzeiger aufzudrehen. Egal. Der hängt. Brutal nimmt mir mein Kontrahent Schnur von der Rolle. Uhhhhhh. Unweigerlich muss ich an die 40kg schweren und 1m langen Riesenwasserschildkröten denken, die schon so machem Welsfischer hier, das Leben wirklich schwer gemacht hatten, da sie einfach nicht zu besiegen waren und jede erdenkliche Leine in Bruchteilen von Sekunden zu kappen vermochten. MONSTER-TURTLE ... jawoi. Meine hing. Nichts wurde gekappt. Wieder läuft alles wie am Schnürchen. 2 Schritte vor, Einen zurück. Ich kann in diesem hartem Tauziehen die Oberhand behalten und meine Beute schlußendlich ausdrillen. Nach schier endlos scheinenden Minuten kann ich mein nächstes Wasserschwein über den Kescherrand kitzeln. Und wieder liegt ein, für unsere Verhältnisse gewaltiger Schuppiger vor mir auf der Matte, und beweist somit abermals, daß auch eine unbezwingbar wirkende Vorzeitbestie zu knacken ist. 28lb 3oz ( ~12,80kg ). The beastmaster is back...
2 Bisse, 2 Fische, 2 mal 10+ Wassersau. Bist denn du gestört. Was ist da heute los gewesen...so kanns weitergehen, wenns nach mir laufen würde. Und da nehm ich gerne wagemutig das unbeschreibliche Risiko in Kauf, von einer Riesenschlange aus dem Amazonas, an den grausigen Ufern unserer 26 ha Lacke, angegriffen zu werden. Und sollte ich wirklich das Pech haben, vom Monsterreptil als Zwischendurch-Happen ausgewählt worden zu sein, werde ich wissen, was zu tun ist. Nicht nur einmal hab ich die Tarzan-Szene mit Jonny Weissmüller gesehen und die einzig wahre Taktik im Kampf gegen solch eine Bestie in mich aufgesogen. Immer in die Augen stechen, immer in die Augen .... ;)
tight linessludgE
Abermals liegt ein Wochenende der Fischerei hinter mir. Ein für meine Begriffe, relativ Abwechslungs- u. Lehrreiches noch dazu. Ohne viel Trara, kommen wir nun gleich zu den interessanten Fakten: Seit geraumer Zeit wurden bei vielen von uns, jegliche "Bait Bands" der unterschiedlichsten Hersteller, aus den Tackleboxen verbannt, da die elastischen Rig-Bauteile bei weitem nicht das hielten, was sie versprachen. Wer kennt es nicht? Zwei bis drei mal eine Kugel aufgezogen, es noch dazu vielleicht gewagt, statt einer eineinhalb auffädeln zu wollen, und schon war der Gummi gerissen. Damned. Wirklich ärgerlich. Egal von welcher, achso namhaften Tackleschmiede in mühevoller Entwicklungsarbeit im molekularen Bereich, unter optimalen Laborbedingungen entwickelt. Alles Rotz im Real Life ;) Doch wie es der Teufel so will, haben jetzt windige Gesellen unserer Muddy Banks Truppe, einen "Pflasterhirschen-Shop", auch als Pferdefachgeschäft zu betiteln, ausfindig gemacht, in dem original Gummiringerl für Mustangmähnen zum Verkauf angeboten werden. In allen Farben und Größen. Geil, was unsere Welt für Auswüchse hervorgebracht hat - hehe. Und so tat sich in ihrem Geiste ein neuer Stern am Baitgummi Firmament auf. Wenn es die Mähne eines wilden Mustangs im Zaum halten kann, muss das für unser Endgame nur gut genug sein. Nach ausgiebigen Testversuchen an Land, war es kristallklar. Das war die Ware, auf die wir immer gewartet haben. Die ersten"Stallion-Rigs" waren geboren und für den Feldversuch bereit. Mit Horse-Rubber. Jawoi. Meine beiden, oft belächelten Standard-Mutanten-Rigs wurden zu "Mutant-Stallion-Rigs" transformiert, mit Ködern bestückt, und an den üblich verdächtigen Spots ausgelegt. Materialkomponenten: Korda SuperNatural 18lb Gravel Brown, ein Korda Kurv Shank Gr. 4 ( beide Varianten für eineinhalb bis zwei 20er Murmeln ausgerichtet ).
Ist wirklich eine feine Sache, wenn du dann nicht mal mehr irgendwelche Stopper benötigst, um die Murmeln am Haar zu fixieren. Und der Mustang-Gummi behält auch bei Gewaltwürfen seine Fassung und belächelt vermutlich, auf molekularer Ebene, unser etwaiges Misstrauen. MUSTANG-SILIKON - "Na, bist du denn deppat! Wer hod des scho ! Wir san vurn dabei. Sozusagen Pioniere der Carphunting-Endgame-Komponentenforschung..." ;)
Und wirklich wahr. Bis Samstag Mittag kann ich bereits 3 Fische mit den neuen Wunderwaffen erfolgreich auf die Matte bitten, wovon einer die magische SB-10kg-Grenze nur ganz knapp verpasst. Die Bewährungsprobe des elastischen Gaulschmucks wurde also erfolgreich bestanden. War es anders zu erwarten...?
Doch dann ist plötzlich der Spaß vorbei. Riene va plus. Nichts geht mehr. Kein Biss an der Schilkante und keiner auf der "Langen". Du siehst auch keine Fische mehr springen. Von einer Minute auf die andere. Selbst die Weissen vor deinen Füssen sind in den grünen Tiefen verschwunden. Wie die ersten Anzeichen einer drohenden Apokalypse in einem B-Movie zweiter Klasse. Am Mustang-Gummi wirds ja wohl nicht gelegen haben. Doch nichts passiert. Bis zum Abend nicht. Keine wetterbedingten Höllenabgründe und kein Angriff aus dem Weltall. Nichts. Es wollte einfach kein Gelber in die Falle tappen. Nicht mal in der Dämmerung...
In der Nacht aber auch nicht. Unruhig ist mein Schlaf. Zwischenzeitlich such ich mir nächtens ein paar Mal die Ausrede, austreten zu müssen, um beiläufig die Bissanzeiger und deren Funktion zu kontrollieren. Da war alles in bester Ordnung. Scheisse. Irgendwann hab ich dann auch meinen letzten Zweifel über den, eventuell nicht geöffneten Freilauf ad acta gelegt, und hab bis zum Morgen durchgeschlafen.
Morgen? Verdammt. Auch die vielversprechende Dämmerungsphase verschlafen. Die beiden Swinger standen noch wie angeschweisst, exakt in der Stellung, in der ich sie beim letzten Mal verlassen hatte. OK. Wirklich kein einziger zaghafter Biss, den ich vielleicht überhört habe. No way. So. Die 26 ha Wasserfläche lag untypisch ruhig, wie ein Spiegel vor mir, kein Gesang irgendeines Vogels war zu hören. Kein Zwitschern. Kein Grillenzirpen. Nichts. Nur ein riesiger Möwenschwarm schraubte in luftiger Höhe, gleich südamerikanischer Geier, seine Runden über unserer türkisblauen Lacke. Noch immer war irgendwie eine ganz eigenartige Stimmung am Wasser vorherrschend. 9 Uhr 30 vormittag. Kein Wind. Arg. Selten erlebt. Vielleicht ganz wenig strich hin und wieder eine sanfte Brise über die Oberfläche, kitzelte die Schilfhalme an meinem Platz. Vermag nicht mal vernünftig den Spiegel vor mir aufzurauhen. Geil. Kein Wind? Positiv. Floatrute im Auto? Positiv. Maden, Caster oder Partikel? Positiv. Matchpartie auf die Weissen. Specimen Rudd & Roachhunting für die Modernen ;) Wenn nicht jetzt bei diesen Bedingungen, wann dann? Auf Gelbe kann ich immer fischen. Auch bei 100 km/h Windböen.Und schon ging der Spaß los. Gleich wurde mal ordentlich, auffälliges Futter ins Wasser gebracht ( Sensas Gardons Roach, Sensas Monster Hemp, 8mm Lokaas Pellets und DD Baits Bio Red, Maden und Caster ), um die Aufmerksamkeit der Weissen so schnell wie möglich zu erregen. War vielleicht nicht die "Winner-Mischung" schlechthin, aber ich musste mit dem auskommen, was ich so im Auto und meiner Futtertonne finden konnte. Improvisieren. Da sind wir Meister !
Während ich mir meine Laufposen-Montage herrichte, kann das Futter am Grund ein wenig ziehen, und unter den herbeiziehenden Rotaugen - u. Federn in aller Ruhe einen Fressrausch entfachen. Und jetzt fischte ich mit einem Madenbündel direkt, in die noch immer stehenden Wolken hinein. Der Waggler kam nicht mal ordentlich zum Stillstand, der Köder wurde sofort genommen, sobald er ruhig war, und ich konnte eine 15er Rotfeder nach der Anderen vom Haken lösen. Das war nicht die "Monster-Kategorie" wie ich es mir vorgestellt habe. Ok. Taktieren. Verändern. Denken. Ich probiere. Verändere Tiefe. Verändere Bebleiung. Wo sind die Fetten? Am Grund? Nada. Bis ich endlich auf die Idee komme, daß ich eventuell vorbeifische, vergeht etwa eine Stunde. Sprich, der Köder sinkt zu schnell auf die vorgebene Tiefe. So muss es sein. Ich wechsle auf "italienisch". Viele, ganz kleine Bleischrote mit immer größer, werdenden Abstand zum Haken hin. Bereits in der Absinkphase beim ersten Wurf, geht der 6g Waggler auf Tauchstation und die Rutenspitze ist krumm. Yes.
Die erste feiste Rotfeder hatte sich die 5 Maden am 10er Gamakatsu einverleibt, und konnte nun von mir erfolgreich in die Kamera gehalten werden. Jawoi. Solche hab ich mir vorgestellt.
Jetzt war das System gefunden, um möglicherweise noch weitere gute Rotfedern abzugreifen, und ich hatte in den nächsten 2 Stunden wirklich meinen Spaß mit den Burschen. Da waren richtig gute Exemplare dabei...MMMMMMMonsteeeer - Rudd ;)
Inmitten meiner Rudd-Hunting-Euphorie gestaltete sich plötzlich der Drill eines Probanten alles andere als locker und die Floatrute mitsamt ihrer kleinen 2.5er Shimano bekam ordentlich zu tun. Und siehe da, nach einigen adrenalingeschwängerten Minuten, kann ich einen kleinen, wunderschön dunklen Schuppigen über den Kescherrand lotsen. Dieser wurde diesmal natürlich auch wieder von meiner persönlichen Fotografin und Lebenspartnerin Isa ordentlich festgehalten. Wirklich sauberer Job, den du da immer wieder machst. THX & RESPECT!
Danke hier auch noch mal öffentlich für deine immerwährende Toleranz, deine Unterstützung, mein ewiger Trost in dunklen fischlosen Zeiten, und ich bewundere deinen Charakter, es bereits 15 Jahre lang mit einem Narren wie mir, auszuhalten. Ja, ich bin süchtig. Süchtig nach der Jagd auf unsere geschuppten Freunde. Und es ist kein Ende in Sicht. Angelsüchtig. Ich muss dazu stehen. Was hilfts mir noch, um den Brei rumzureden? Nichts...hilflos gefangen im Strudel des "Beute-Nachstellens". Ja.... ich bin ein Narr...
Da ja die dezenten Regenfälle der letzten Tage so Manchem richtig reingeschissen haben, und ich als barmherziger Samariter, um nicht zu sagen als moderner Messias der Angelfischerei bekannt bin, wurde der Tintinger für einen Tag nach SB eingeladen, um trotz "Mörder-Hochwasser" an der Donau, seine Passion, das Karpfenfischen nicht auf unbestimmte Zeit verschieben zu müssen. Gesagt, getan. Ich überließ ihm meinem Schilfspot und schon nach kurzer Zeit lief´s so, wie wir uns das gewünscht haben. Nach einigen Halbstarken der 4kg Kategorie wurde dann vom Paule ein kampfstarker Schuppiger im Nahbereich verhaftet, den ich bereits am Samstag den 6ten Juni, auf der Matte hatte. Die Schilfbrüder waren also auch noch standorttreu. Gut zu wissen. Das bestärkt mich natürlich auch in meinem Glauben, daß früher oder später auch "Black" wieder auftauchen wird, sofern er noch unter den Lebenden weilt. Die Hoffnung stirbt zuletzt...
Am frühen Nachmittag kam dann auch noch der Herr Horst vorbei, um uns bei unserer kurzweiligen Fischerei etwas Gesellschaft zu leisten, und kaum war die Voodoomacht der Klingonen-Front vor Ort, konnte ich auch meinen ersten Gelben an "Dad´s Spot" zum Biss überreden. Jawohl. Alle waren glücklich, hatten Spaß und haben den Tag genossen. Was wollte man mehr... 

tight lines
Erntezeit. Viel mehr fällt mir dazu eigentlich kaum ein. Die letzten paar Urlaubstage bin ich Tag und Nacht am Wasser gesessen, und hab abgegriffen, wie selten zuvor. Vom Feinsten.
In der Abenddämmerung hab ich teilweise mit der Rute in der Hand am Ufer gelauert, nur darauf wartend, bis sich die schlaffe Schnur an der Wasserobfläche spannte, um Wimpernschläge später die Rute in die Krümmung zu zwingen. An der Schilkante war wieder die Hölle los. Die Region vor mir hat sich in kürzester Zeit, wirklich zum "Hotspot" gemausert. Abgefahren...
Von der Bissfrequenz abnorm, von der Fischgröße und Aussteigerquote nicht ausreichend befriedigend und zielführend. So gern ich Fische fange, fange ich doch lieber die Dickeren. Da brauch ich mir nichts vormachen. Ich steige wieder mal von 20ern auf 30er Klingonenkugeln um, und kann früh morgens, an der "langen" Rute den ersten Besseren fangen.
Und mit den dicken Fischmixmurmeln ging der Spaß nun wirklich los, denn urplötzlich wirkte der Köderwechsel wieder äußerst selektiv, was die Größe, der von nun an gehakten Rüssler anging. Im Laufe der nächsten Tage und Nächte kann ich mehrere Fische bis 12,40kg mit der "KlingonZ-H Waffe" sowohl in der Distanz, als auch an der Schilfkante fangen. Es lief wie geschmiert.





Beschweren darf ich mich im Moment wirklich nicht. Tja, ein weiser, südburgenländischer Angelcrack hat mal in ähnlicher Situation so treffend, von seinen Lippen gelassen : "Wenn´s laft, daun laft´s !" Wie wahr...;)
wenn das Gute liegt so nah." Ob der alte Wolfgang von Goethe bei solchen Metaphern damals, an Schilfkanten gedacht hat wage ich zu bezweifeln. Aber - Wayne intressierts ?... heute wars bei mir jedenfalls so. Muahhahahha - denn was sich da 5 Meter vor meinen Füssen abgespielt hat, ist eigentlich mit Worten kaum zu beschreiben. Freßorgien von Weissfischen und zwischendurch immer wieder dunkle Schatten, die mir früher oder später die Schnur von der Rolle rissen. Ultrageil...
Da ich ja Samstag wieder mal die Erfahrung gemacht habe, daß man seine Montagen nicht unbedingt gegen den Horizont schleudern muss, um zu guten Fischen zu kommen, war ich für heute hochmotiviert und bestens auf den ufernahen Angriff vorbereitet. Und so habe ich links und rechts aus meiner 4 Meter breiten Schilfnische, meine beiden Fallen in ca. 5 Metern Entfernung platziert, Captive Backleads ins Spiel gebracht, ordentlich gefüttert, und dank Karpfengottes Willen einfach feinstens abgeerntet. Wie im Bilderbuche...

Im Laufe der Tages-Session kann ich 6 Fische bis 10,50kg an der Schilfkante verhaften, und als sich zwischendurch die Keschermaschen, um den ersten "TwoTone" meines Lebens schließen, bin ich mit der Welt im Reinen. Danke Planet Erde, daß ich dieses echte Spüren meines Daseins so intensiv erfahren darf. So kann es bleiben, so soll es sein...






Ein Tag, wie er nicht oft im anglerischen Leben vorkommt. Zumindest nicht bei mir. Es kann so einfach sein, und doch so schwer. Erst läufst du wochenlang deinem Fisch hinterher, zweifelst an dir, an deinen Systemen, beginnst die ganze Sache kritischer zu hinterfragen...fühlst dich von der Unterwasserwelt betrogen und ungerecht behandelt, und von einem Tag auf den Anderen bist du wieder da. Glaubst an alles. Bist der King. Es läuft dir von der Hand, wie die Butter vom Brot in der Sommersonne. From Zero to Hero. Ich koste es aus. Logisch. Denn die dunkle Zeit kommt wieder. Unweigerlich. Soviel hab ich schon gelernt...


Ja der hatte jetzt gut lachen, und ich konnte endlich wieder im Strudel der Demut ertrinken. From Hero to Zero. Hehe. Fettes Petri auch hier noch mal zu gelungenen Session, und ich reibe mir die Hände, daß es an unserem Uferabschnitt jetzt wirklich so gut läuft, und wir hoffentlich weiter kontinuierlich unsere gelben Freunde begrüßen dürfen. Und das ultimative Monster kommt irgendwann auch noch ... früher oder später.




