Sonntag, November 16, 2014

SPECIAL BIRTH DEAL "THE BOYZ" !

Ja. Unglaublich, aber wahr. Es ist soweit. Das Warten hat ein Ende. Da meine eigene Sludgeart-Page noch nicht ganz fertig ist, gibts die News eben auch hier. Mein berüchtigtes ewiges Werk "THE BOYZ" wurde nun endlich finalisert und nach langem Hin- u. Herringen, habe ich mich nun doch dazu entschlossen, die Welt in Form einer Kleinserie von streng limitierten Kunstdrucken daran teilhaben zu lassen. Die Drucke sind selbstverständlich alle numeriert und handsigniert und es werden die Ersten und die Letzten sein, die jemals das Licht des Planeten erblicken.

Da ich nicht in der Lage bin, eure Seelen zu kassieren und mir diese vor allem in der traurigerweise materiell angehauchten Welt nicht viel weiterhelfen, muss ich, so leid es mir tut, euer irdisches Geld nehmen, wobei man vermutlich diesen lächerlichen Betrag selten sinnvoller ausgegeben hat ;)

Hier nun mal die Fakten:
THE BOYZ - von Alexander Hager 
Kunstdruck farbig 100 x 70 cm, 350gr Papier
Kleinstserie von 100 Stück
Numeriert und handsigniert
Als Mutter Theresa der Grafik fällt es mir jetzt so richtig schwer, einfach banale seelenlose Zahlen hinzutippen, die nichts an ideellem Wert besitzen. Tja, was soll man  machen... der Planet zwingt mich. Und wenn ich erst die Stunden brühwarm zusammenrechnen würde, mit wieviel Liebe ich da wie lange gesessen bin... aber das ist eine andere Geschichte. Und die Steuern erst - bist du deppat. Aber so fangen wir erst besser gar nicht an ;)
Jedenfalls gibts jetzt zur frischen Geburt des Werkes ein Spezial Startangebot, welches so nie mehr kommen wird. 

Bis einschließlich 1.Dezember 2014 kostet die ultimative, streng limitierte visuelle Sludge-Legende genau 80 lächerliche Eumlinge. Sprich, wer bis zum 1.Dezember sein Exemplar bestellt und bis zum 4.Dezember den Gesamtbetrag überwiesen hat, bekommt den optischen Edeltrash um genau diesen Preis. Danach sieht die Sache gaaaanz anders aus. Dazu kommt natürlich noch die Verpackung (numerierte Kartonverpackung mit handgespraytem BOYZ Schriftzug) und der Versand, womit wir zu folgendem Szenario kommen:
 
Inland Österreich ( incl. Verpackung u. Versand ): 89 € ( ab 1.12.2014 -> 104€ )
EU ( incl. Verpackung u. Versand ): 96 € ( ab 1.12.2014 -> 111€ )
Preise für weitere Destinationen auf Anfrage
Reinpreis ( bei Messen, Präsentationen, Direktübergabe etc. ):  80 € ( ab 1.12.2014 95€ )
 
ZUSÄTZLICH gibts zu diesem Geburtsangebot, ein gratis A1 Beaverbunch Poster und ein paar Sludgefishing Shark Sticker.


Bei Interesse läuft die Sache so:
Ein Bestell-Mail mit Betreff BOYZ an folgende Mailadresse mit eurem vollständigen Namen, und vollständiger Lieferadresse ->  office@sludgeart.com

Etwaige Spezialwünsche wie Widmungen,bestimmte Nummern der Serie oder dgl. ins Mail dazuschreiben. Bei bestimmten Zahlen kann ich die Verfügbarkeit nicht garantieren, da sie möglicherweise schon vergriffen sind. In dem Fall sicherheitshalber immer zwei "Notziffern" angeben. Aber da gebe ich ohnehin Bescheid.
Dann werden die 89 oder 96  Blatt an folgendes Konto überwiesen. Ab 1.12.2014 dann logischerweise die Standardpreise. Im Verwendungszweck auf jeden Fall den gleichen Namen angeben, wie im Mail ( muss für mich klarerweise eindeutig zuordenbar sein ).
Kontodaten:
Hager Alexander
IBAN AT586000010410148523
BIC OPSKATWW

Habe ich Mail und zuständigen, korrekt zuordenbaren Zahlungseingang, gilt die Sache als in Stein gemeisselt und ich schicke das Paket weg. Und NEIN, es kommt kein Bestätigungsmail, nachdem ich schon des Öfteren gefragt wurde. Ebenso zählen keine Bestellungen über Facebook, Foren oder sonstigen virtuellen Hirnplattformen. Korrektes Mail + vollständige Zahlung = BOYZ Exemplar :D Da ich ja als Normalsterblicher leider auch 40h in der Woche arbeiten muss, werde ich zeitbedingt nur einmal in der Woche die Pakete wegschicken können. Das wird immer der Freitag sein, was da bedeutet: ALLE Bestellungen, bei denen vollständiges Mail und Zahlungseingang bis Donnerstag 18 Uhr eingelangt sind, werden am darauf folgenden Freitag versandt. Ordnung muss leider manchmal sein. Alle Preisnachlassraunzereien und utopische Wünsche nach Gratisexemplaren werden wie gewohnt als Hohn und Spott bewertet und nicht weiter kommentiert. Eh logisch, oder? :D
Also dann, schnell zuschlagen, sonst sieht´s düster unterm Weihnachtsbaum der Schwiegermutter aus. ;)
HANG LOOSE & GREEEZ
Sludge

Dienstag, September 30, 2014

Tiefenentspannt - SH18 !

Jaja. So ist das. Die obligaten Sprüche wie etwa: "Wenn man sich keinen Druck macht, geht alles von alleine" sind von mir immer mit einem süffisanten Lächeln gutiert und ansatzlos in die Schublade der urbanen Legenden geschoben worden. Wo soll da die Logik sein? Na wo? Aber gut, das mit der Logik ist ein alter Hut, der bei der Fischerei sowieso nichts verloren hat. Zumindest bei meiner nicht. Aber ich bin ja seit dem Fang der zwei Ausnahmeschweine in Hollywood komplett drucklos und gehe daher, wenn eventuell auch unbewußt, ziemlich locker an die Sache heran. Mir ist es einfach scheissegal, ob ich was fange oder nicht. Klingt seltsam, ist aber so. Daraus resultiert meine Erweiterung der ohnehin schon drecksfaulen Herangehensweise an die Rüssler der Schottergrube. Zwingen kann man die sowieso nicht. Reinsteigern bringt auch nichts und an Partikel -od. Futterwunder glaube ich schon lange nicht mehr. Also ist mein allerneuestes Addon zum vielbekannten Monster-System dermaßen gestrickt, dass ich nur mehr neu auswerfe, wenn ein Kandidat in die Falle gegangen ist. Rausgekurbelt wird nur mehr mit Fisch am Bandende oder beim Zusammenpacken. Das setzt natürlich völliges Vertrauen in das eigene Tun voraus, denn auch nur mit dem Funken eines Zweifels im Hinterkopf wird man auf die Dauer wahnsinnig und greift uU zu Mitteln, die sich später möglicherweise sogar als kontraproduktive Aktion herausstellen. Aber da muss ohnehin jeder selbst drauf kommen, was für ihn der richtige Weg sei. Meiner funktioniert für mich. Tiefenentspannt klebe ich daher hinter meinen Stöcken und darf ernten, ohne auch nur wirklich einen Finger krumm zu machen. Unglaublich, aber es kann tatsächlich so einfach sein...Und nein, ich fühle mich auch nicht schlecht oder minderwertig dabei, wenn ich keine Zaubergeschichten erzählen kann, mit welch immensen Aufwand ich doch nicht zum Fisch gekommen sei. Die 26mm gesoakte Sourcemurmel macht was sie kann und scheint im Moment wirklich das Zünglein an der Waage zu sein. Oder ich hab einfach nur Glück. Auch möglich. Aber im Prinzip ist mir völlig schnuppe, wie das passiert. Hauptsache ist, dass es passiert. Selbstverständlich ist mir bewußt, dass dieses lässige Fangen früher oder später vorbei sein wird und ich wieder am Blank zu knabbern habe. Ganz normal. Aber bis dahin fahre ich weiter mein System und bin mir sicher, dass da 2014 noch der eine oder andere Saugdepp den schleimigen Stoff meiner Matte küssen wird. Und wenn nicht, auch egal. Es dreht sich nach wie vor nur ums Fischen, was offensichtlich von einigen humanoiden Probanden als armselige Selbstbestätigung herhalten muss und scheinbar über allem anderen steht. Ich persönlich habe halt noch ein anderes wertvolles Leben neben der Angelei, wodurch ich mich nicht wirklich in einem Hobby mit allen erdenklichen Mitteln profilieren muss. Aber gut, jeder wie er will. Für ein paar bewegte Bilder der letzten beiden Sessions muss wieder mal meine Hollywoodreihe herhalten und möglicherweise wird es dieses Jahr nicht der letzte Teil gewesen sein. Druck mach ich mir auch hier keinen, denn wie wir gelernt haben: Tiefenentspannt geht´s sowieso am besten.
Viel Spaß jetzt mit Part Nr. 18 - the hunt continues!Nachdem ja jetzt im Busch die letzten Wochen anbrechen, wo eventuell noch was zu holen ist, ich ohnehin im Moment dank pädagogischer Hochschule, Job und Unterricht nicht wirklich die Zeit habe, nächtelang die Schweine an der Grube auszusitzen, werden nun Kurzansitze und Stalkerei am Altarm meine Fischerei prägen. Durch die geringe Wassertiefe ist hier ohnehin viel früher Schluss als in den unendlichen Weiten des Schotterlochs und sollte daher auch forciert werden, was mir im Augenblick natürlich zu Gute kommt. Spätestens Mitte November wird sich hier lt. meiner Erfahrung kein Rüssel mehr über meine Fallen stülpen lassen, wo aber in Hollywood noch lange nicht Sendepause ist. Da kann ich unter normalen Umständen noch bis Weihnachten jederzeit mit einem Hub rechnen. Tiefenentspannung ist natürlich Voraussetzung. Aber ich habe ja mittlerweile Pottwalniveau - insofern macht mir das auch keinen essentiellen Sorgen.
STAY TRUE & HANG LOOSE!
Sludge

Sonntag, September 07, 2014

Die neue Ära und die Nusskipferln!

So. Das ist sie nun, die neue Ära. Jetzt bin ich 42, bin verheiratet, habe meine ersten Unterrichtsstunden hinter mir und alles ist eigentlich noch lässiger abgelaufen, als ich es ohnehin erwartet habe. Gerade am Anfang vom Schuljahr und meine pädagogische Ausbildung neben her, geht´s eigentlich ziemlich rund und ich bin mit einem Haufen Schreibarbeiten, notwendiger Stubenhockerei und Vorbereitungen an meinen Schreibtisch genagelt. Die meiste Zeit im Moment jedenfalls. Da muss die Fischerei hinten angestellt werden, womit die ausufernden Nachtsessions ohnehin ausgeschlossen werden müssen. Egal. Am Schotterloch naht ohnehin erst ab Mitte Oktober die nächste Monsterzeit, hehe. Was im Moment bleibt, sind Tagesansitze, Stalkerei und Snagknüppler. Da ist die Buschlacke das richtige Gewässer. Und wenn es die karge Freizeit zulässt, dann klebe ich schon wieder hinterm Steuer, Richtung Iri-Waters. Als ich gerade in den schmalen Weg einbiege, erspähe ich im Augenwinkel das leere Papiersackerl vom Bäcker ( für meine germanischen Kollegen Sackerl = Tüte ) auf dem Boden vorm Beifahrersitz und werde unweigerlich ins geistige Labyrinth meines normalsterblichen Daseins gezogen. Nein, nur nicht dran denken, bevor ich mich mit der Karre um den nächsten Baum wickle. Nur nicht dran denken...Am schlammigen Ufer angekommen, verliere ich keinen weiteren Gedanken an teuflisches Backwerk und mache, was ich vom Sensai seinerzeit gelernt habe. Ich fische einfach. Dicht vor die Rosen, brutale Bremseinstellung und grobmotorisches Equipment. Strömender Regen, brutaler Krautwuchs, Nacktschnecken und gerade der erste Hub mit darausfolgendem Fangerfolg lassen mich nicht in die Gefahr des belanglosen Denkens schlittern. Aber wie meine Blicke durchs nasse Grün wandern und sich plötzlich die beschissene, schleimige Ausgeburt eine Killernacktschnecke um die Äste windet, habe ich keine Chance mehr. Alter, die sieht doch original wie ein Kipferl aus. Nusskipferl. NAAAA! Ich wollte doch nicht in die Falle gehen. Jaja, die werden mir noch einige hässliche Erlebnisse bescheren, wenn ich plötzlich nachts aufrecht und schweißgebadet im Bett sitze. Kipferltrauma. What else...   Und schon hat es mich. Der Regen prasselt auf meinen Schirm, die Pieper sind stumm und die Weichenstellung meiner Synapsen kennt nur einen Weg ins Gedächtnis. Dort, wo der wahre Horror wohnt. Zu den Nusskipferln. Tjo. Fast täglich bin ich eine zeitlang morgens, bevor es ans Tagwerk ging, beim Bäcker eingekehrt und habe mir meinen Trinkkakao und ein Pariser Kipferl geholt. Und jedes Mal, egal um welche Uhrzeit ich auch gekommen bin, wurde ich mit einer bestimmen humanoiden Randerscheinung konfrontiert, die mich schlussendlich soweit gebracht hat, dass ich einfach auf mein Frühstücksmenü verzichtet habe, um ja nicht Gefahr zu laufen, dieser geistbefreiten, lebenden Willenlosigkeit zu begegnen. Nein nein, nicht wie man evtl. vermutet,der Bäcker oder die Verkäuferin. Ein Kunde. Mitte 30, Lockiges halblanges Haar, Vollbärtchen, Hornbrille, Vintage-Sakko, eine zu kurze Hose, Laptoptasche und Tretroller. Für diese Kombi alleine würde ihm in der echten Welt eine Tracht Prügel gebühren. Aber bitte. Ich arbeite ja inmitten Hipster/Bobo-Hybriden Viertel und bin das daher gewohnt. Schreckt mich also normalerweise nicht mehr. Normalerweise...Aber es hat Zeiten gegeben, wo ich bereits beim Anblick meines Probanden in der UBahn-Unterführung am liebsten zu laufen begonnen hätte, was ich auf den Rolltreppen dann auch getan habe. Angst. Pure Angst. Nicht vor seiner möglichen Geisteskrankheit oder seinem imposanten, diabolischen Erscheinen. Nein, nur die nackte Angst, dass die Ratte vor mir im Bäcker steht und ich eigentlich die ganze Offenbahrung des Johannes lesen könnte, bis ich an die Reihe kam, weil sich Kollege Rollerdillo nicht entscheiden kann, was er sich wohl in die Kiemen wirft, während er auf oberschlau die Börsenkurse studiert. Ok, das solls geben. Entscheidungsdefizit eben. Aber das Beste kommt erst. JEDEN beschissenen Tag, wo er sich gefühlte Wochen die Birne zermartert hat, was es wohl heute werden würde, kam schlussendlich immer eins: Zwei NusskipferlN bitte! Herst Dillo, das heisst KipferL ned KipferlN, denk ich, beiss mir auf die Lippen und harre den zeitlupengleichen Bewegungen der Verkäuferin. Ich bin bei Gott kein Linguistiker, aber diese präpotente Extrabetonung macht mich innerlich zur Bestie. Den mag ich nicht. Das ist gewiss. Vor allem, wenn die ganze Misere der Bezahlung auch noch valiumgeschwängert über die Bühne geht, weil Mister Pappnase erst anfängt nach den Münzen zu suchen, nachdem er seine beiden Nusskipferl säuberlich in die Laptoptasche geschlichtet hat. Bist du deppat...
Piep, Piiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeep! ALTER! Vollrun am linken Stock. Ich bin mit meinen Gedanken dermaßen in die Kipferlgeschichte verstrickt, dass ich um 5 Sekunden länger brauche als normal, was mir den offensichtlich gröberen Fisch in den Seerosenwald abhauen lässt. Scheisse. Zur Hölle mit den NusskipferlN! Der Stock ist krumm und tief in den Rosen tobt eine garstige Macht. Verdammt, jetzt kann ich nur auf Spannung halten, warten und hoffen. Im strömenden Regen bei 14°C Aussentemperatur muss ich jetzt nicht schwimmen gehen, wenn es sich vermeiden lässt. Bange Sekunden vergehen, als das U-Boot aus den Stengeln schießt. Joooooo, die Leine ist frei, der Knüppel nach wie vor feinstens in der Biegung und auch die dichten Krautfelder können mir den Sieg nicht mehr nehmen. Ich hab ihn. JAWOI! Ein wirklich feistes Schuppenschwein der guten Buschkategorie steht da plötzlich in meinem Kescher. Muahhahaa. So soll es sein. FUCK the Nusskipferl!Mit dem Schweinchen auf dem Speicherchip der Kamera kann ich befriedigt die Heimreise antreten. Böse Gitarrenmusik tönt lautstark aus dem Radio, schädelwippend und beschwingt fahr ich auf die Autobahn. 5 Minuten lang. Aus. Stau. Irgendwo Unfall. Rien ne va plus. Nichts geht mehr. Feine Sache. Nein, dem nicht genug, muss ich mit gesenktem Haupte schon wieder das Sackerl sehen. Neiiiiiiiiiin. Bunte Heck- u. Blinklichter klitzern durch nasse Scheiben, monotones Brummen laufender Motoren und ich bin abermals gefangen.
Im Kipferl-Land...
Bist du gelähmt. Am liebsten hätte ich Rollerdillo beim Verlassen des Ladens angegrunzt, dies aber dann doch sicherheitshalber unterlassen. Ich war ja bald Ehemann, Lehrer und 42. Genau. Möglicherweise verstand der hochgeistige Eliminator diese Geste animalischer Urinstinkte gar nicht. Wertlos. Wir kennen das ja. Am geilsten waren dann diese manchmal auftretenden Montage, wenn ich spät dran war, zum Bäcker eingebogen bin und mich schon eine Schlange an gelangweilten Kunden erwartet hat. Logisch. Unser lustiger Vollhinist war auch da und überlegte mal wieder, was es heute werden würde. Irgendwann lag es mir wirklich schon auf der Zunge, aber die alte Dame vor mir, nimmt mir die Worte aus dem Maul. "Na sogns scho zwa Nusskipferln wie jedn Tog!" Muahahaha. Obwohl die Lage wirklich ernst war, konnte ich mir ein herzhaftes Lachen nicht verkneifen. Böse blitzten seine geschminkten Rehäuglein durch die Hornbrille, er bestellte seine zwei Kipferl und verließ nach obligater Slomo-Bezahlung die Stätte des Grauens. Als er mich passiert, sehe ich in meinem Geiste gar wunderbare Dinge. Ich sehe, wie mein flinkes Bein vorschnellt, er einhakt und mitsamt Roller und Laptoptasche auf den Gehsteig köpfelt. Die Zähne ausgeschlagen, die Brille kaputt und das fahrende Ungetüm in hohem Bogen in die nächste Schaufensterscheibe einfährt. DIE NUSSKIPFERLN KAUNST JETZT MIN STROHREHRL FRESSN, DILLO! Aber nein, die Realität sieht anders aus. Da hoffst du nur, dass er morgen nicht vor dir ist und du tatsächlich versuchst, früher wegzugehen, damit es zu keinem Kontakt kommt. Aber dann ist er an diesem Tag auch früher dran. Der muss mir auflauern. Anders gibt es das nicht mehr. Ich hasse ihn...Nur weil ich beim letzten Mal hier am Wasser meinen Tag mit der Kipferlgeschichte im ewigen Stau beendet habe, muss ich jetzt automatisch wieder dran denken, während ich mein minimalistisches Tackle positioniere. Andere Stelle, andere Spots, die gleichen Kipferl im Gehirn. Verdammt. Kurze Ablenkung, da das Krautaufkommen mittlerweile beängstigende Ausmaße angenommen hat. Zwei, drei Mal einkurbeln und du hast einen Kubikmeter Grünzeug bei dir am Ufer liegen. Feine Sache. Aber das geht schon zur Not. Würde da nicht Rollerdillo auf meinen Nervenbahnen Amok fahren, während des Wartens auf den Hub. Und dann kam dieser eine Tag. Dieser legendäre Tag, wo er für alle Zeiten komplett bei mir verschissen hatte. Da standen die Sterne wahrlich ungünstig, dazu der Zeitpunkt schlecht gewählt und alles gegen uns. Gegen mich, weil die Zeichen gegen den Sakkomaten standen... Nachdem er nämlich wieder mal minutenlang gustiert und dann seine Nusskipferl bestellt hat, kam die Antwort der Verkäuferin wie der Hammer des Thors über ihn. "Es tut uns sehr leid, aber wir haben heute keine Nusskipferl mehr. Möchten sie eventuell was anderes?" Neiiiiin, das durfte nicht die Wahrheit sein. Jetzt war die Hölle los und im Köpfchen unseres Probanden herrschte Krieg. Das war ihm sofort anzusehen. Und dann bestellte er tatsächlich. "OK - dann nehm ich zwei Pariser Kipferl!" und die nette, rundliche Bäckereiangestellte packte ihm die letzten zwei Pariser Kipferl ein. MEINE zwei Pariser Kipferl. Bist du deppat. Jetzt waren in meinem Kopf keine Balletttänzergeschichten mit gestelltem Bein mehr auszumachen. Flying Closeline, Ellbow Slam und Octopus Stretch, bis er wimmernd nach Luft röchelt. Das war dein letzter Fehler. Ich habe mich umgedreht, wortlos das Geschäft verlassen und bin nie mehr hingegangen. Ich wollte seinen Endsieg einfach nicht mit ansehen. Ich bin ja bald 42, Ehemann und Lehrer. Rollerdillo war Geschichte, doch hat er mit Sicherheit einige, tiefe Narben auf meiner Hirnhaut hinterlassen. Vermutlich bösere als der einzige kleine Schuppige, den ich bei dieser Session eingenetzt habe. "Eventuell a Nusskipferl dazu?" NA DANKEEEEEEEE!
Hang loose & tight lines
Sludge

Montag, August 25, 2014

Mein Übertritt !

Tja. Da gab es mal so ein Märchen. "Von Einem der auszog, das Fürchten zu lernen." hieß das wohl. War ziemlich cool und hat mir seinerzeit schon ein Leuchten in die Äuglein getrieben. Der hat mit Totenköpfen Kegeln gespielt und nichts konnte ihm Furcht einjagen. Und schon damals sah ich irgendwie da Parallelen zwischen dem Protagonisten in der Mär und mir. Wobei ich trotzdem jahrelang in meiner Kindheit bei Dunkelheit, den Retourweg vom Schuppen im Garten, sicherheitshalber zurückgerannt bin. Ohne mich auch nur einmal umzublicken. Whaaa. Man konnte ja nicht wissen. Irgendwann bin ich dann doch dem Kindesalter entwachsen, habe mein Unwohlsein bzgl. der Finsternis schnell ad acta gelegt und mein kommendes Leben fortan mehr oder weniger angstlos bestritten. Nach all den Jahren Fischen fürchte ich mich nicht mal mehr vorm blanken. So weit ist es gekommen. Mit den beruhigenden zwei Überschweinen dieser Saison im Hinterkopf kann ich auch in Hollwood ohne Gänsehaut antreten, was sich so äußert, dass ich einfach weiter meine Schweinchen fange. Die gute, alte 26er Source Kugel fängt und fängt und fängt...Ich werfe nicht mal mehr neu aus, wenn ich keinen Hub habe. So faul und präpotent bin ich mittlerweile. Wenn ich eben keinen Drücker habe, dann kurbel ich einen Tag später meine Falle ein und fahr heim. Ohne Grimm und ohne bittere Enttäuschung. So kenn ich mich gar nicht. Da bleibt nur mehr ein Ausweg. Ein neues Kapitel in der Ära des Sludge. Von Einem der auszog, das Fürchten zu lernen. Muahahaha. Ganz genau. Und so beschließen meine Isa und ich, dass wir nach 20 Jahren gemeinsamer Abenteuer, den "Point of no return" erreichen wollen. Wir heiraten. Einfach so. There´s nothing left to lose. Ohne Klimmbimm, Trillionen Schaulustiger, Blasmusikkapelle und Affentheater. Für uns. Theoretisch war die ganze Sache ja lässig auf die leichte Schulter zu nehmen, als dann aber tatsächlich der Tag angebrochen war, wo es soweit sein sollte, machte sich ehrlicherweise doch leichtes Muffensausen bemerkbar. Jaaa, da war es. Dieses angenehme Gefühl des Gruselns. Vielleicht würd´ ich ja auch noch wirkliche Angst bekommen, je näher der Termin am Standesamt rückte? Doch als wir dann in Heiratsmontur im engen Kreise der Familie den Traunungssaal enterten, wußte ich wieder, warum ich keine Furcht erfahren würde. Ich war die Furcht selbst. Der abgefahrene Tapetenhintergrund der Raumes hatte fast exakt das gleiche Muster wie mein HUF-Zwirn. Und keiner von uns hatte diese Räumlichkeiten jemals zuvor gesehen. Bist du deppat - da musste wahrlich der Teufel seine Hände im Spiel haben. Ich hab´ mich wie der Predator aus der Wand geschält, um mein finales "JA" abzugeben...Seltsamerweise habe ich mich danach nicht wesentlich anders gefühlt wie vorher. Was erzählen da die Leute immer? Selbst die anschließende gemeinsame Nahrungsaufnahme war durch die Bank lustig und weder die Hochzeitsnacht noch der Morgen danach bargen irgendeinen Grund zum Gruseln. Jetzt waren wir also offiziell Eheleute und für unser Rundherum war dies scheinbar spannender als für uns selbst. Wir waren ja die gleichen wie vor der Trauung. Aber ja, dann sollte dem eben so sein. Am folgenden Tag gings dann gleich in den Flitterurlaub für 10 Tage nach Gozo/Malta, wo die Maschine endlich mal runtergefahren werden konnte.Einfach nur pennen, gut essen, im Wasser rumkriechen und ein wenig die Insel erkunden. Ich bin nicht mal fischen gegangen, obwohl ich ja logischerweise niemals ohne Equipment so einen Urlaub antrete. Ich hab die Ruten vor Ort nicht mal ausgepackt. Und nein, das hat nichts damit zu tun, weil ich jetzt verheiratet bin, hehe. Das war in erster Linie darin begründet, dass ich grundsätzlich erst aufgestanden bin, wenn mein Körper es mir mitteilte und nicht weil mir das kleine elektronische Weckgesindel irgendeine Uhrzeit ins Hirn oktroiert. Bis Mittags waren wir dann frühstücken und ab da war es mittlerweile so geistesgestört heiß, dass wir täglich den Nachmittag im Appartement verbracht haben, weil es draussen für uns nicht auszuhalten war. Tja, am Nachmittag wurden diverse Unternehmungen getätigt, so wie etwa der erste Tauchgang unseres Leben, worauf uns schnell klar war, dass wir diese wirklich geile Erfahrung wohl intensivieren werden müssen. Ja, wir hatten uns beide fürs erste Mal wirklich sehr gut angestellt und logischerweise ansatzlos Blut geleckt...Und nach Schorcheln, tauchen,schwimmen und spazieren am Nachmittag gings dann schon wieder zum Abendschmaus mit etwaigem anschließenden Cocktail und ab in die Federn. Wir sind ja auch nicht mehr die Jüngsten ;) Kaum aus Gozo retour, mit dem Wissen im Nacken, dass man als Ehepaar der Finsternis auch nichts fürchten musste, ging ich mein nächstes Abenteuer an. Der Start meiner Vorbereitungen zur Lehrtätigkeit im Bereich Gamedesign auf einer höheren technischen Schule in Wien. Daneben pädagogische Hochschule, mein normalsterblicher 20h Job und meine durchaus breitgefächerten, zeitintensiven Hobby-Eskapaden. Einteilung und der unbändige Willen die achso karge Lebenszeit möglich erfahrungsintensiv aufzusaugen, sind der Schlüssel für meinen Motor. Ich kann nicht anders. Und möglicherweise lern ich ja jetzt endlich das Fürchten, wenn 14-19jährige Jugendliche und Heranwachsende auf lehrende Professorenopfer wie mich warten und nach der Vernichtung meiner pädagogischen Synapsen lechzen. Verdammt, irgendwie wird das auch nicht funktionieren, denk ich. Immerhin bin ich ja nach wie vor der Swampjack, der Silberrücken und der Buschmonsterbezwinger, der jetzt noch dazu den Übertritt gewagt hat. Diese letzte Prüfung der Angst bestritten. Im Angesicht aller Anwesenden mein finales JA gegeben habe. Was soll jetzt noch kommen? Die Alien-Invasion wär eventuell noch eine Option. Da warte ich aber auch schon lange drauf. Nicht zu vergessen, unser aller mitteleuropäischen irrsinnigen Politiker betreiben weiter ihre abgrundtiefe, verabscheuungswürdige Kriegstreiberei, bis es zu spät ist. DAS macht mir Angst. Nicht der nächste Blank, das Eheleben oder pubertierende Schüler. Der Meister Lama hat mal so in der Art ganz treffend formuliert: Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Leben und Handeln ist...
Hang loose & tight lines
Sludge

Sonntag, August 10, 2014

Talkin´ trash with the devil !

Weil sich ja seit geraumer Zeit immer wieder die gleichen fischerspezifischen Fragen diversester Thematiken in meinem virtuellen Postfach häufen und ich ja auch nach wie vor eine Meinung zu allerlei Skurrilitäten im Angelzirkus besitze, habe ich diese nun in Form eines "besonderen" Interviews, so gut es eben ging, ehrlich beantwortet. Sollten sich vermehrt wieder neuere Halbwissenslücken auftun, wird dies nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich mich zu Wort gemeldet habe. Da gibts sicher noch Einiges, wozu ich meinen wertbefreiten Senf abgeben kann ;)
Greets
Sludge