Sonntag, August 10, 2014

Talkin´ trash with the devil !

Weil sich ja seit geraumer Zeit immer wieder die gleichen fischerspezifischen Fragen diversester Thematiken in meinem virtuellen Postfach häufen und ich ja auch nach wie vor eine Meinung zu allerlei Skurrilitäten im Angelzirkus besitze, habe ich diese nun in Form eines "besonderen" Interviews, so gut es eben ging, ehrlich beantwortet. Sollten sich vermehrt wieder neuere Halbwissenslücken auftun, wird dies nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich mich zu Wort gemeldet habe. Da gibts sicher noch Einiges, wozu ich meinen wertbefreiten Senf abgeben kann ;)
Greets
Sludge

Samstag, August 02, 2014

Die Schlacht in einem selbst !

Nach den letzten geistbefreiten Vorkommnissen an den Ufern der Buschlacke, die alljährlich im Hochsommer einhergehen, habe ich zum Eigenschutz meines Nervenkostüms einen Entschluss gefasst. Ich werde bei strahlendem Wetter in den Monaten Juli und August nicht mehr am Altarm antreten. Selbst an den körperlich unangenehmsten, von Trillionen Blutsaugern verseuchten Plätzen bist du früher oder später mit dem Besuch von "Naturteichschwimmern" und uneinsichtigen Probanden des mumiengleichen Alteingesessenen-Clans konfrontiert. Ansatzloses "Hol die Angeln ein Gestörter. Wir waren schon vor 40 Jahren da baden, also machen wir das auch weiter !" Ja genau, so in der Art. Von fast devoten, an die vermeintliche Vernunft appelierenden Erklärungsversuchen, warum du das jetzt nicht machen willst, bis zu selbst grimmig anmutendem Gorillagehabe samt schwerer Brustaufblähung habe ich das Spiel durchgespielt. Da hast du einfach keinen Auftrag. Da nützt es dir nicht mal was, wenn dein halber Körper mit Teufelstattoos übersäht ist, um ein wenig Einsicht zu bewirken. Mit den 70 - 80jährigen Gegner zu kämpfen wär jetzt auch nicht unmittelbar der intelligenteste Weg, um seinem Recht Gehör zu verschaffen und so bleibt dir nur mehr eins: Moven und 2 Stunden später mit den Nächsten diskutieren. Wenns überhaupt so lange dauert. Nein, da scheiss ich drauf. Ich bin es satt. Anders sieht die Sache aus, wenn dunkle Wolken am Himmel stehen, Regen auf die Fensterbänke prasselt oder die Temperaturen in den Keller fallen. Dann sitzen sie zuhause wimmernd hinterm Ofen und harren der achso ungerechten, traurigen Zeit.
Was für sie die Traurigkeit, ist mir das Paradies...Heute war so ein Tag. Bereits mit geschlossenen Augen im Bett kann ich zeitig in der Früh die Musik in meinen Ohren hören. Dieser monotone Rythmus, dieses leise Trommeln an der Fensterscheibe, welches dazwischen von einem vorbeifahrenden Auto den wahren Flow bekommt. Wie die Reifen des Wagens über offensichtlich pitschnassen Asphalt pflügen. Jaaaaaa, es regnet volle Kanne.  Von tausend Leuten widert es jetzt 999 an wenn sie auf die Straße sehen. Mir schnitzt es ein diabolisches Grinsen ins Gesicht. It´s BUSHTIME! Abgesehen davon, dass man bei solchen Wetterkapriolen von den Humanoiden gefeit ist, kommt diese ungleich höhere Wahrscheinlichkeit hinzu, vermutlich bei weitem besser zu fangen, als dies sonst im Hochsommer der Fall war. Schnell war der Schlaf aus den Äuglein gerieben, das Tackle geschultert und kaum eine Stunde später bin ich schon mutterseelenalleine an einem der Nobelswims gesessen und hab´auf den Hub gewartet. Strömender Regen, böiger Wind und ein dunkles, dichtes Himmelsdach, das jegliche Ideen über etwaige Wetterbesserungen zunichte machte. Die schwirrenden Blutsaugergesellen bewegten sich auch im halbwegs erträglichen Rahmen und somit stand einem fröhlichen Rosenfischen nichts mehr im Wege...Kaum eine halbe Stunden vergeht und erste Pieper kündigen den nahenden Drücker an. Die Falle liegt ziemlich genau einen Meter vor den Seerosen und ist bei solcher Witterung fast ein Garant für den Hub. Chamäleongleich krieche ich aus meinem Stuhl und mach mich zum Abheben bereit. Jetzt heisst es aufpassen. Die fetten Regentropfen prasseln auf mich nieder, verschmelzen auf meinem Rücken zu einer homogenen Masse und laufen mir vereint hinten in die Hose. Whaaa. Lauernd hocke ich neben meinem Stock und gebe mich der Agonie des "schlechten" Wetters hin. Zwei Minuten vergehen und dann geht es blitzschnell. Pieeeeeep. Volldruck. Ich fetze die Rute von den Sticks, der Neunfüßer geht in die Knie und, und, und? ...TSCHING! Ausgestiegen. Na OK. Noch bin ich guter Dinge, weil ich ja bestens weiß, dass es bei dieser Art von Angelei durchaus häufiger zu derartigen Ereignissen kommt. Entweder der klebt und du hast ihn, oder er ist weg. Leine kann ich ihm nicht wirklich geben, weil er sonst unweigerlich in den dichten Rosenwald taucht und man erst recht angeschissen ist. Flink wird ein neuer Köder aufgezogen ( im aktuellen Falle eine 20mm Source Murmel und ein halber 15mm Black Buzzer Popper ) und die Falle erneut vor den Wasserstauden versenkt. Der Wind hatte mittlerweile etwas nachgelassen, aber der Regen schien nach wie vor an Intensität zuzulegen. Nichts desto trotz kann ich etwa eine Stunde später durch diese Umstände genau sehen, wie sich die breite, aber feine Blasenspur meinem Spot nähert. Ich kann mich wieder bereit machen. Rundherum prasseln die Tropfen aufs Blätterdach, schlagen in den aufgeweichten, morastigen Boden und bespritzen mich bis zum Kinn mit Schlamm. All das nehme ich nicht mal wirklich wahr. Ich habe nur Augen und Sinne für den kleinen orangenen Bissfänger vor mir, der da an der Leine hängt und jede Sekunde ausflippen könnte. Ein kurzer Rucker und der Bobbin hüpft 3cm Richtung Blank. Das genügt. Ich hebe ab. YES! Ein fetter Schwall vor den Rosen und schon ist der Knüppel krumm. Kein einzelner Ticker darf da von der Bremse kommen. Ein Antritt nach rechts Richtung dichtes Kraut und TSCHING! Weg. Ausgestiegen. HUREREI! So. Jetzt hab ich´s dann nicht mehr so locker genommen. Zwei Hübe, null Fisch. Alter. Das sind 100% Aussteiger. Da brauch ich kein Mathematiker sein. Hmm. Was kann ich machen, dies eventuell zu ändern? Ich bau um. Wahrlich untypisch für mich, aber im Angesicht der Furcht des nächsten Aussteigers der einzige Weg. Zumindest für mich mental. Auch wenn ich nicht wirklich davon überzeugt bin, ziehe ich einen LineAligner auf und verlängere das Haar. Probieren schadet ja nichts. Wieder geht der rotschwarze Schneemann vor die Rosen baden. Diesmal vielleicht 2m vorm gefährlichen Rand. Sicherheitshalber. Tjo, was soll ich sagen? Nichts passiert zwei Stunden lang. Hab´ ichs verschissen? Kann gut sein. Aber möglicherweise muss ich nur wieder näher an die Staudenzone. Ich kurbel ein und schlenze die Montage wieder näher zum Wasserwald. Und wirklich wahr. Es vergehen keine zwanzig Minuten und der Stock ist zum dritten Mal krumm. Muhahahaha - und diesmal klebt der Buschsauger wie im Bilderbuche und ich kann einen urigen, halbstarken Spiegler einnetzen. Joooo, der Bann war gebrochen...Bist du deppat. Ich bin zu gut. Während ich eine neue Murmel aufs Haar ziehe, klopfe ich mir innerlich auf die geistige Schulter. Ich erfahre, ich reagiere, ich ziehe die richtigen Schlüsse, baue um und siege. Und DIE wollen mir war erzählen. Dass ich nicht lache. Schon klatscht die scharfe Falle erneut kurz vor den Rosenblättern auf die Wasseroberfläche und ich lasse mich nass bis auf die Unterhose breitbrüstig in den Sessel fallen. Wieder vergeht die obligate Stunde. Wieder Blasenteppiche. Jawoi. Der Regen war inzwischen auch zum Nieseln mutiert und ich fühle mich bereit wie noch nie, den nächsten Saugdeppen auf die Matte zu hieven. Zwei Pieper vom Kollegen Delkim und ich hebe ohne zu denken einfach ab. GONG! Die nächste Explosion im gerade mal 1,5m tiefem Wasser. Ha, den schwerstens gekrümmten Knüppel in den Händen sehe ich mit leuchtenden Augen die Leine durchs Wasser schneiden. Nein, bitte nicht hin zu den Bäumen. Aber ich muss mir die Sorgen nicht lange machen, denn im selben Atemzug erfahre ich den wohlbekannten, äußerst unangenehmen Ruck in der Rute, der mir unmissverständlich signalisiert, dass es jetzt 1:3 steht. Verdammt. Das sind nicht die Serien, von denen ich träume. Soll ich wieder umbauen? Wieder retour aufs Altbewährte? Scheisse, ich weiß es nicht. Es ist diese Schlacht in einem selbst, wovon ich geheilt schien. Nein, vielleicht wars einfach nur Pech. Ich angle jetzt weiter so. Tjo. Nach Gegner Nummer 5, der mir ebenso direkt nach Kontaktherstellung abhanden gekommen ist, hab´ ich dann doch wieder umgebaut... shit happens.Was zur Hölle war da heute nur los? Nachdem ich den Kampf in meinem Haupte offensichtlich verloren hatte, konnte ich noch einen kleinen Schuppigen fangen und zwei Aussteiger addieren. Was habe ich daraus gelernt? Nichts. Vom innerlichen Schulterklopfen war ich mittlerweile Galaxien entfernt und meine Brust war in etwa so breit, wie die eines abgehungerten Zwerghuhns. 8 Hübe in gerade mal 10 Stunden und genau zwei gefangene Rüsseltiere. Gut, langweilig ist mir zumindest nicht geworden und wenn beim nächsten Mal der Himmel seine Schleusen öffnet, werde ich abermals bereit sein zu erfahren, zu reagieren, zu handeln. Wenigstens weiß ich wieder mal, dass ich nichts weiß.  Die etwas diffenzierte Sichtweise zu vorhandenen Wetterkapriolen wird mich immer in den Busch locken, wenn es dann erneut heisst: Was für sie die Traurigkeit, ist mir das Paradies. Auch wenn ich der Angeschissene bin ;)
Hang loose & tight lines
Sludge

Donnerstag, Juli 10, 2014

Gefühle der Raumfaltung !

Pfff. Immer wieder rätselhaft, das Ganze. Da gibt es so unerwartet auftretende Gegebenheiten auf dem Planeten, wo du dich danach zum fragen gezwungen siehst, ob das tatsächlich so passiert ist?! Solch eigenartige Gefühle der persönlichen Raum/Zeitfaltung, wo man bei intensiverem Nachdenken wirklich am mentalen Abgrund wandelt. Nein, ich meine jetzt nicht diese Sorte Openminder, wie sie nach dem intensiven Lecken einer mexikanischen Netzkröte im Bufotoin-Rausch auftreten. 3 Promille Alkohol im Blut zählen auch nicht. Ganz anders...Selbst jetzt in dem Moment, wo ich diese Zeilen in die Tastatur klopfe, wächst mir erneut der Grinser im Gesicht, wenn diese ganze geistesgestörte Aktion erneut in meinem Haupte abgespult wird. Da kommst du im Winter auf irgendeine willenlose Idee und verfolgst die dann kontinuierlich, trotz berechtigtem Zweifel und mehr oder weniger fast logischerweise ausbleibendem Erfolg. Aber Hauptsache immer weiter das Maul aufreissen, präpotentest daherschwafeln und die Mitleidenden am Wasser ständig daran erinnern, dass es früher oder später mit dieser "Taktik" scheppern wird. Dafür dann gewaltig. Auch wenns keiner glaubt. Nicht mal ich selbst. 26er Monstersystem. Nur den Hakenköder pimpen. Füttern nur sporadisch und lediglich mit Kugeln. Logik Null. Aus reiner Faulheit geboren. Abgerundet wird das Ganze noch mit der fast achtjährigen Erfahrung, dass alles andere sowieso auch nicht mehr bringt. Ja, eventuell mehr Fisch, aber die ganz dicken Schweine fangen ohnehin die, die willenlos sind und sich den Arsch am Wasser breitsitzen. Da ich die Zeit nicht habe, muss ich eben in die wertbefreite Zaubertrickkiste greifen und mir ein System zurechtlegen, was meinem Unwillen, kiloweise Partikel und anderes Gesülz mittels 835 Raketenwürfen in die Fluten zu schnalzen, nur entgegen kommt. Ich pimp´ mir einfach eine Kugel und rede mir dann ganz fest ein, dass ich nun die ultimative Waffe besitze und fisch das ganze Jahr damit. Quantentheoretisch eben. Überzeugung ist die Macht. Und ich drücks meinen Angelkollegen solange rein, bis ich´s selbst glaube. Das funktioniert tatsächlich. Wie ich das mache, also nicht die Selbstsuggestion, sondern die magische Murmel behandle, ist übrigens hier zu finden -> the SLUDGEBOMB
Alles gut und schön, aber das Maulaufreissen war ja noch nie das Problem. Das funktioniert bei mir schon über 41 Jahre ganz ordentlich. Abgefahren wird die komplette Geschichte dann, wenn die Dinge in der echten Realität auf einmal so eintreten, wie man es zwar monatelang prophezeit, aber man selbst natürlich nicht erahnen konnte, wann und ob es jemals überhaupt passiert...Nein, nicht genug, dass ich Ende Mai nach 8 Jahren verbissener Jagd auf einmal meinen ersten 20kg+ Rüssler auf der Hollywood-Grube in die Kamera halten darf ( dazu später mehr in einer der einschlägigen Hunter-Gazetten ), fährt dreieinhalb Wochen später ein alter Bekannter namens Boogieman am Uferspot in die Falle und beschert mir einen 40mins Mitternachtsfight der Sonderklasse. Dann steht er im Kescher. Groß, breit und böse. 22,60kg. Seit 3 Jahren verschollen und nun ebenfalls klar über dem wertbefreiten 20er. Ich packe die Welt nicht mehr. Vor nicht mal zwei Stunden hatte ich mich, den kürzlich zurückliegenden Gewaltfang im Rücken noch breitmauliger wie sonst, vom meinem Swimnachbar Hörstman in die Nachtruhe verabschiedet: "Bis glei Hörste - i werd jetzt daun boid in Drucker hom. Moch die worm zum fotografieren. Wird zwor da Anzige sei, oba waßt eh, i brauch nur an Hub! Muahhaaha!" Und jetzt liegt es wirklich da. Das nächste Monster. Der Geifer tropft mir aus dem Maulwinkel und verschwimmt mit der schimmernden Schleimhaut des Riesensaugers. Alter. Da soll noch mal wer sagen, Maul aufreissen lohnt sich nicht. Einfach ahnungslos, die Leute. Ich brauchs wohl nicht extra erwähnen, oder? 26er Monstersystem - what else ;)
Hang loose & tight lines
Sludge

Mittwoch, Juli 02, 2014

Zweite Auflage AL - AUSVERKAUFT !

Heute ist der legendäre Tag, wo die letzte Bibel des Wahnsinns in zweiter Auflage über die virtuelle Theke gegangen ist und einen neuen Wirt gefunden hat. Die skriptologischen Parasiten sind verteilt, die geschriebene Krankheit in die Welt hinaus getragen und mir bleibt nur mehr zu sagen: NIE im Leben hätte ich gedacht, dass der Schwachsinn so vielen menschen diabolische Freude bereitet. VIELEN DANK an alle, die den Mut bewiesen haben, sich den gedruckten Abschaum ins eigene Haus zu holen und somit meinen Motor am Laufen halten. Das motiviert für weiteren Unfug. Ich wünsche euch allen viel Spaß beim Lesen und denjenigen die es schneckengleich verabsäumt haben, an eines dieser Werke zu kommen, kann ich leider nur sagen: Sorry, aber eine dritte Auflage ist nicht in der Pipeline. Pech gehabt. HANG LOOSE & TIGHT LINES, Amigos! BIG THX für euren Support und ich verspreche euch, dass Ahnungslos und die Beaverbunch-Chroniken nicht der Gipfel des literarischen Irrsinns waren. Dafür stehe ich mit meinem Namen ;)
Greets
Sludge

Samstag, Juni 28, 2014

Sommerliche Alternativen !

Jojo. Nun ist es schon wieder soweit. Die erste Jahreshälfte ist fast vorüber und es kommt mir vor, als hätte ich mich erst vor wenigen Tagen noch über die Kälte und die mauen Fangerfolge wegen des schlechten Wetters beschwert. So schnell kanns dann gehen. Der Sommer ist da. Normalerweise um nichts besser, wie der vermaledeite Winter, mit dem einzigen Unterschied, dass die Lacken auch physikalisch zu befischen sind. Aber auch nur das. Ich hasse die Hitze wirklich abgrundtief. Noch mehr wie die Kälte. Tja, das ist aber nun mal das Los einer Freizeitaktivität, die unter freiem Himmel stattfindet. Da existieren einfach keine Alternativen.
Darüber aufregen mental wohltuend, aber leider wertlos...Auf der Hollywoodgrube zelebriere ich nach wie vor mein willenloses 26mm Monstersystem und warte weiter aufs Wunder. Was willst du machen. Irgendwann wirds schon böse scheppern. So die Theorie. Untertags kann ich eigentlich nur über etwaige Alternativen nachdenken, womit ich die Zeit totschlagen kann, in der ohnehin nichts passiert. Das war schon immer bei Hitzewellen so und wird immer so sein. Alter. Nach dem 317ten Kreuzworträtsel, welche ich mittlerweile blind und in Rekordtempo auszufüllen vermag, kann einen das dann aber auch nicht mehr fesseln. Vielleicht ohne die Hände zu benutzen? Mit dem Stift im Nasenloch zu schreiben? Nein, auch nicht das Wahre. Und dann passiert es irgendwann unweigerlich. Man ertappt sich dabei, über mögliche Alternativen der Köderpräsentation, oder besser gesagt, der eigentlich beangelten Stelle, nachzudenken. "Nehm ich eine Falle von einem Spot weg, welcher sehr wohl des Öfteren Fisch bringt, um sie auf Risiko woanders abzulegen?" Man weiß es nicht so genau. Wenn dann aber noch die Raubfischangler auf einen Plausch vorbeikommen und dir Geschichten von monströsen Rüsslern bei ihnen direkt am Ufer, unter die Nase reiben, fällt die Entscheidung dann doch nicht mehr sooo schwer. Aber sicher ist sicher. Zuerst schau´ ich mal und füttere ein gutes Kilo Murmeln in unterschiedlichen Größen und Geschmacksrichtungen direkt bei mir vors Schilf. 5m vor meinen Füßen. Dazu ein paar Pellets, um das fürstliche Karpfenmahl abzurunden. Wir würden ja sehen, ob davon morgen Früh eventuell was auf unerklärliche Weise verschwunden war.Die Nacht verlief ruhig und nicht mal auf meinem achso sicheren Distanzspot war irgendeine Aktivität auszumachen. Kein Mucks, kein Pieper, kein Klatschen. Totes Wasser. um 8:30 morgens knallt mir die Sonne mit einer gnadenlosen Härte auf die Melone, damit ich ja ansatzlos weiß, dass der nächste Sahara-Tag auf dem Plan steht. Pfff. Während des Kaffeekochens fällt es plötzlich über meine Synapsen, wie zur Blütezeit des Postkutschenraubes. ALTER! Ich muss ja nachsehen, ob mein Futter noch da liegt. Sofern es mein alternder Körper um solche Uhrzeiten zulässt, schnelle ich aus dem Sattel und hechte förmlich an die Uferkante. Mit hektischen Blicken sondiere ich die unmittelbare Umgebung unter Wasser. Weg. Alles weg. Bist du deppat. Da liegt kein einziges Krümel mehr und der Boden sieht aus, als wäre ein Dampflok durchgepflügt. Kein Körnchen Schlamm, keine modernden Pflanzenreste. Nichts. Blanker leuchtender Schotter. Muhahahaha. Ich muss nicht weiter ausführen, was ich nach dem Kaffee gemacht habe, oder? Eben :)Bereits in der Abenddämmerung fetzt zum ersten Mal die Schnur von der Rolle, der Uferstock ist krumm und ich darf einen halbstarken Spiegelgesellen einnetzen, der sich die falsche 26er Kugel in den Rüssel gezogen hat. Weit weg vom Monster, aber das waren wir ja ohnehin gewohnt. Yes. Das funktioniert tatsächlich wieder. So primitiv und so einfach. Aber warum zur Hölle ist das die letzten beiden Jahre nicht gegangen? Man weiß es nicht so genau. Spekulationen im Augenblick wertbefreit. Fakt ist, es geht JETZT. Also schlag´ ich ebenso gnadenlos zu und ernte, was zu holen ist. Und siehe da, zweimal kann ich folgende Nacht dankbare schuppige Abnehmer der Uferpatrouille in die Keschermaschen zwingen. Die Alternative hat sich gelohnt. Und ich fische solange weiter vor den Füßen, solange da ein paar Saugdeppen abzugreifen sind. System wie folgt: Untertags im Tiefen auf der Langdistanz, am Abend umlegen auf die Kurze. 26er gesoakter Source Singlebait. Monstersystem.Vielleicht ist ja irgendwann das Überschwein dabei. Früher oder später muss es ja schellen, bis die Mühle raucht und die Knochen knirschen... es wär mal eine Alternative ;)
Hang loose & tight lines
Sludge