Donnerstag, Juli 10, 2014

Gefühle der Raumfaltung !

Pfff. Immer wieder rätselhaft, das Ganze. Da gibt es so unerwartet auftretende Gegebenheiten auf dem Planeten, wo du dich danach zum fragen gezwungen siehst, ob das tatsächlich so passiert ist?! Solch eigenartige Gefühle der persönlichen Raum/Zeitfaltung, wo man bei intensiverem Nachdenken wirklich am mentalen Abgrund wandelt. Nein, ich meine jetzt nicht diese Sorte Openminder, wie sie nach dem intensiven Lecken einer mexikanischen Netzkröte im Bufotoin-Rausch auftreten. 3 Promille Alkohol im Blut zählen auch nicht. Ganz anders...Selbst jetzt in dem Moment, wo ich diese Zeilen in die Tastatur klopfe, wächst mir erneut der Grinser im Gesicht, wenn diese ganze geistesgestörte Aktion erneut in meinem Haupte abgespult wird. Da kommst du im Winter auf irgendeine willenlose Idee und verfolgst die dann kontinuierlich, trotz berechtigtem Zweifel und mehr oder weniger fast logischerweise ausbleibendem Erfolg. Aber Hauptsache immer weiter das Maul aufreissen, präpotentest daherschwafeln und die Mitleidenden am Wasser ständig daran erinnern, dass es früher oder später mit dieser "Taktik" scheppern wird. Dafür dann gewaltig. Auch wenns keiner glaubt. Nicht mal ich selbst. 26er Monstersystem. Nur den Hakenköder pimpen. Füttern nur sporadisch und lediglich mit Kugeln. Logik Null. Aus reiner Faulheit geboren. Abgerundet wird das Ganze noch mit der fast achtjährigen Erfahrung, dass alles andere sowieso auch nicht mehr bringt. Ja, eventuell mehr Fisch, aber die ganz dicken Schweine fangen ohnehin die, die willenlos sind und sich den Arsch am Wasser breitsitzen. Da ich die Zeit nicht habe, muss ich eben in die wertbefreite Zaubertrickkiste greifen und mir ein System zurechtlegen, was meinem Unwillen, kiloweise Partikel und anderes Gesülz mittels 835 Raketenwürfen in die Fluten zu schnalzen, nur entgegen kommt. Ich pimp´ mir einfach eine Kugel und rede mir dann ganz fest ein, dass ich nun die ultimative Waffe besitze und fisch das ganze Jahr damit. Quantentheoretisch eben. Überzeugung ist die Macht. Und ich drücks meinen Angelkollegen solange rein, bis ich´s selbst glaube. Das funktioniert tatsächlich. Wie ich das mache, also nicht die Selbstsuggestion, sondern die magische Murmel behandle, ist übrigens hier zu finden -> the SLUDGEBOMB
Alles gut und schön, aber das Maulaufreissen war ja noch nie das Problem. Das funktioniert bei mir schon über 41 Jahre ganz ordentlich. Abgefahren wird die komplette Geschichte dann, wenn die Dinge in der echten Realität auf einmal so eintreten, wie man es zwar monatelang prophezeit, aber man selbst natürlich nicht erahnen konnte, wann und ob es jemals überhaupt passiert...Nein, nicht genug, dass ich Ende Mai nach 8 Jahren verbissener Jagd auf einmal meinen ersten 20kg+ Rüssler auf der Hollywood-Grube in die Kamera halten darf ( dazu später mehr in einer der einschlägigen Hunter-Gazetten ), fährt dreieinhalb Wochen später ein alter Bekannter namens Boogieman am Uferspot in die Falle und beschert mir einen 40mins Mitternachtsfight der Sonderklasse. Dann steht er im Kescher. Groß, breit und böse. 22,60kg. Seit 3 Jahren verschollen und nun ebenfalls klar über dem wertbefreiten 20er. Ich packe die Welt nicht mehr. Vor nicht mal zwei Stunden hatte ich mich, den kürzlich zurückliegenden Gewaltfang im Rücken noch breitmauliger wie sonst, vom meinem Swimnachbar Hörstman in die Nachtruhe verabschiedet: "Bis glei Hörste - i werd jetzt daun boid in Drucker hom. Moch die worm zum fotografieren. Wird zwor da Anzige sei, oba waßt eh, i brauch nur an Hub! Muahhaaha!" Und jetzt liegt es wirklich da. Das nächste Monster. Der Geifer tropft mir aus dem Maulwinkel und verschwimmt mit der schimmernden Schleimhaut des Riesensaugers. Alter. Da soll noch mal wer sagen, Maul aufreissen lohnt sich nicht. Einfach ahnungslos, die Leute. Ich brauchs wohl nicht extra erwähnen, oder? 26er Monstersystem - what else ;)
Hang loose & tight lines
Sludge

Samstag, Juni 28, 2014

Sommerliche Alternativen !

Jojo. Nun ist es schon wieder soweit. Die erste Jahreshälfte ist fast vorüber und es kommt mir vor, als hätte ich mich erst vor wenigen Tagen noch über die Kälte und die mauen Fangerfolge wegen des schlechten Wetters beschwert. So schnell kanns dann gehen. Der Sommer ist da. Normalerweise um nichts besser, wie der vermaledeite Winter, mit dem einzigen Unterschied, dass die Lacken auch physikalisch zu befischen sind. Aber auch nur das. Ich hasse die Hitze wirklich abgrundtief. Noch mehr wie die Kälte. Tja, das ist aber nun mal das Los einer Freizeitaktivität, die unter freiem Himmel stattfindet. Da existieren einfach keine Alternativen.
Darüber aufregen mental wohltuend, aber leider wertlos...Auf der Hollywoodgrube zelebriere ich nach wie vor mein willenloses 26mm Monstersystem und warte weiter aufs Wunder. Was willst du machen. Irgendwann wirds schon böse scheppern. So die Theorie. Untertags kann ich eigentlich nur über etwaige Alternativen nachdenken, womit ich die Zeit totschlagen kann, in der ohnehin nichts passiert. Das war schon immer bei Hitzewellen so und wird immer so sein. Alter. Nach dem 317ten Kreuzworträtsel, welche ich mittlerweile blind und in Rekordtempo auszufüllen vermag, kann einen das dann aber auch nicht mehr fesseln. Vielleicht ohne die Hände zu benutzen? Mit dem Stift im Nasenloch zu schreiben? Nein, auch nicht das Wahre. Und dann passiert es irgendwann unweigerlich. Man ertappt sich dabei, über mögliche Alternativen der Köderpräsentation, oder besser gesagt, der eigentlich beangelten Stelle, nachzudenken. "Nehm ich eine Falle von einem Spot weg, welcher sehr wohl des Öfteren Fisch bringt, um sie auf Risiko woanders abzulegen?" Man weiß es nicht so genau. Wenn dann aber noch die Raubfischangler auf einen Plausch vorbeikommen und dir Geschichten von monströsen Rüsslern bei ihnen direkt am Ufer, unter die Nase reiben, fällt die Entscheidung dann doch nicht mehr sooo schwer. Aber sicher ist sicher. Zuerst schau´ ich mal und füttere ein gutes Kilo Murmeln in unterschiedlichen Größen und Geschmacksrichtungen direkt bei mir vors Schilf. 5m vor meinen Füßen. Dazu ein paar Pellets, um das fürstliche Karpfenmahl abzurunden. Wir würden ja sehen, ob davon morgen Früh eventuell was auf unerklärliche Weise verschwunden war.Die Nacht verlief ruhig und nicht mal auf meinem achso sicheren Distanzspot war irgendeine Aktivität auszumachen. Kein Mucks, kein Pieper, kein Klatschen. Totes Wasser. um 8:30 morgens knallt mir die Sonne mit einer gnadenlosen Härte auf die Melone, damit ich ja ansatzlos weiß, dass der nächste Sahara-Tag auf dem Plan steht. Pfff. Während des Kaffeekochens fällt es plötzlich über meine Synapsen, wie zur Blütezeit des Postkutschenraubes. ALTER! Ich muss ja nachsehen, ob mein Futter noch da liegt. Sofern es mein alternder Körper um solche Uhrzeiten zulässt, schnelle ich aus dem Sattel und hechte förmlich an die Uferkante. Mit hektischen Blicken sondiere ich die unmittelbare Umgebung unter Wasser. Weg. Alles weg. Bist du deppat. Da liegt kein einziges Krümel mehr und der Boden sieht aus, als wäre ein Dampflok durchgepflügt. Kein Körnchen Schlamm, keine modernden Pflanzenreste. Nichts. Blanker leuchtender Schotter. Muhahahaha. Ich muss nicht weiter ausführen, was ich nach dem Kaffee gemacht habe, oder? Eben :)Bereits in der Abenddämmerung fetzt zum ersten Mal die Schnur von der Rolle, der Uferstock ist krumm und ich darf einen halbstarken Spiegelgesellen einnetzen, der sich die falsche 26er Kugel in den Rüssel gezogen hat. Weit weg vom Monster, aber das waren wir ja ohnehin gewohnt. Yes. Das funktioniert tatsächlich wieder. So primitiv und so einfach. Aber warum zur Hölle ist das die letzten beiden Jahre nicht gegangen? Man weiß es nicht so genau. Spekulationen im Augenblick wertbefreit. Fakt ist, es geht JETZT. Also schlag´ ich ebenso gnadenlos zu und ernte, was zu holen ist. Und siehe da, zweimal kann ich folgende Nacht dankbare schuppige Abnehmer der Uferpatrouille in die Keschermaschen zwingen. Die Alternative hat sich gelohnt. Und ich fische solange weiter vor den Füßen, solange da ein paar Saugdeppen abzugreifen sind. System wie folgt: Untertags im Tiefen auf der Langdistanz, am Abend umlegen auf die Kurze. 26er gesoakter Source Singlebait. Monstersystem.Vielleicht ist ja irgendwann das Überschwein dabei. Früher oder später muss es ja schellen, bis die Mühle raucht und die Knochen knirschen... es wär mal eine Alternative ;)
Hang loose & tight lines
Sludge

Mittwoch, Juni 04, 2014

OS: Mentalmissgeburten !

Endlich wieder da. Jawohl. Das laute Froschgequake, das Surren der Libellen und die akustische Kulisse der Vogelwelt, gepaart mit dem Sound von Millionen Insekten lassen meinen Puls Richtung Pottwalniveau gleiten. Da komm ich runter, da lebe ich in meiner eigenen Welt. Lichtjahre abseits der virtuosen, brühwarmen, pseudointellektuellen Märchen und Zaubergeschichten von so manchem halbseidenem Hunterstar. Langsam, lautlos und gazellengleich schiebe ich meinen Astralkörper durch die Gebüsche. Jaja, fast lautlos. Wie es meine pygmäenhafte, wampige Wuchsform eben so zulässt. Die Sonne knallt vom Himmel, im immer dichter werdenden Seerosenfeld gegenüber sind dicke Bugwellen und bewegende Blätter zu erspähen und ich weiß ansatzlos, dass ich den Swim heute goldrichtig gewählt habe. Sie sind da, die Rüsseldeppen. Yes. Aber leider nicht nur die. Denn kaum habe ich meinen Tand geräuschärmstens ins hohe Gras gelegt, überfällt mich eine Flut an fliegenden Blutsaugern, wie ich sie schon lange nicht mehr erlebt habe. OK, jetzt ist es Gewissheit. Die Hiobsbotschaften im zeitigen Frühjahr von etwaigen, vermehrt auftretenden Dipteren, bedingt durch den milden Winter, haben nun durchaus ihre Berechtigung bekommen. Das wird wohl kein Honiglecken im Busch in nächster Zeit. Nachdem ich alleine beim Aufbauen meines Angelklumps schon mal einen grob geschätzten Liter Blut lassen musste, hab ich dann doch etwas angepisst in meinen Taschen und im Auto nach adäquaten Möglichkeiten der Insektenabwehr gesucht. Und siehe da, ich finde tatsächlich eine Sprühdose NoBite. Angeblich ja der Bringer schlechthin in unseren Breiten, wenns ums lokale Stechgesindel geht. Der aufmerksame Leser wird von mir wissen, dass ich ja ohnehin bereits vor einigen Jahren die einzig wahre Macht dagegen gefunden habe, aber was nützt mir das im Augenblick? Einen Müll. Habe ich doch tatsächlich nicht damit gerechnet, dass innerhalb von gerade mal 2 Wochen die surrende Hölle hereinbricht. Tja, daheim liegt er gut, der 80% deet Bushman. Jedenfalls habe ich zwischen dem vorher und nach dem Bad im NoBite Nebel keinen Unterschied bemerkt. Die stechen und saugen mich aus, als wenn ich gerade aus der Fruchtblase gekrochen wär. Vielleicht hätte ich den Rotz saufen müssen. Und sowas verkaufen diese pharmakologischen Missgeburten als probates Mittel gegen Stechmücken und Zecken. Na genau. Der größte Scheissdreck und Betrug von hier bis in die Bayous von Lousiana.  Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte...Nachdem bei solchen Verhältnissen irgendwann eine Phase eintritt, wo´s dir entweder völlig egal wird, wieviele der fliegenden Geisseln dich eigentlich stechen oder du die Flucht ergreifst, gilt es eben diese zu erreichen. Am besten mit drückendem Fischkontakt, damit man erst gar nicht auf die Idee kommt, sich über das blutsaugende Pack die Birne zu zermartern. Und ja, es passiert tatsächlich. Nach nicht mal ausgewachsenen fünfzehn Minuten kommt Leben in den Hanger und nach ansatzloser Kontaktherstellung meinerseits wird das Ganze mit einem gewaltigen Wasserschwall am Spot beantwortet. Der Stock krumm, die Rolle tackert wie in Zeitlupe. Kein Wunder bei der vorherrschenden brutalen Bremseinstellung. Die schwer gesoakte 20er Sourcemurmel mit ihrem gelben Pineapple-Helm hatte ihren ersten Abnehmer gefunden. Joooo - so stell ich mir das vor. Mit meiner mittlerweile klassischen, beinharten Hook & Hold Angelei vor den Rosen, kann ich den Saugprobanden schnell vom Holz und vom Stengelwald wegdirigieren, um ihn im "Freiwasser" den Rest zu geben. Der gehört mir. Daran ist kaum mehr was zu rütteln. Doch inmitten meiner fast lässigen Drilleskapaden passiert irgendwas Seltsames. Ich spüre, dass meine Leine irgendwo unter Wasser festhängt, wo eigentlich gar nichts sein sollte. Alterrrrr, was ist da jetzt wieder? Der Tapirfisch zerrt am anderen Ende der Schnur, mir drückts den Angstschweiss aus der Stirn und die Stechmücken gutieren dies mit neuerlichen Attacken. Ich hänge fest, aber auch nicht wirklich. Was zur Hölle ist da los? Irgendwie gibt die Scheisse immer wieder nach und die ganze Geschichte fühlt sich mehr als schwammig an. Nein, das ist kein Kraut. Geäst schon gar nicht. Was ich nicht von der Hand weisen kann ist die Tatsache, dass meine 0,40er Technium woanders unter der Oberfläche verschwindet, als sich der gehakte Gelbe augenscheinlich befindet. Irgendwo hab ich da eingefädelt und kann mir partout keinen Reim daraus machen, was der Grund für die Misere sei. Es war zum Heulen. Ich kann den Rüssler einfach nicht zu mir lotsen, wie ich es möchte. Keine Chance. Aber keine Sorge. Ich musste mir die ängstlichen Gedanken gar nicht lange machen, denn mit einem kurzen, aber heftigen Ruck war der Kandidat auf Nimmerwiedersehen ausgestiegen und ich konnte mich auf die nette Überraschung freuen, welche ich soeben aus den Fluten kurbeln durfte...Feine Sache. Eine fremde, komplett abgerissene Montage. So. Hier haben wir nun wieder mal ein trauriges Beispiel dafür, was passiert, wenn sich selbsternannte Experten und geistbefreite Überhunter bemüßigt fühlen, anderen schlaue Tips zu geben. Erst vor kurzem hatte ich wieder in einem "renomierten" Magazin Zaubergeschichten dbzgl. gelesen, wo´s mir den Pelz aufstellt. Ein Traumbeispiel, wie sich urbane Legenden formen und knallhart bei den Mental-Lemmingen in der Birne festkleben. ALTERRR! Es passieren keine physikalischen Sägewunder, wenn man mit Geflochtener in die Seerosen und ins Holz fischt, ihr Hirnis. Vor allem nicht mit Leadcore, 6m geflochtener Schlagschnur, mit der man selbst Marlins ausdrillen könnte und dann einer max. 0,25mm rammligen Monohauptleine. Snagleader BlaBla. Was zum Teufel schluckt ihr? Egal, hört besser damit auf. Zum Glück war da kein Fisch dran. Das funktioniert vielleicht, wenn die Sterne günstigst stehen, bei zwei aufgeweichten Stängeln im Spätherbst. Aber schon gar nicht jetzt, wo alles in vollem Saft steht! Wie dämlich kann man eigentlich sein? Aber das sind vermutlich die gleichen Leute, die mich dann auslachen, weil ich mit durchgehender 0,40er Technium auf 15m Distanz angle. Abgesehen davon, dass ich jetzt wegen der wertbefreiten, im Wasser gelassenen Scheisse einen ganz guten Fisch abgeladen habe, ist das dermaßen unverantwortlich und saudeppat, dass mir die Nahrung hochkommt. Keine Frage, dass ich selbst auch nicht alles richtig mache, aber ich denke zumindest über die Dinge nach, die ich dann praktiziere, was hier offensichtlich nicht der Fall war. Und vor allem rate ich niemandem zu absoluten Harakiri-Aktionen, nur damit ich mich selbst beweihräuchern kann. Selbstständiges Überlegen scheint wohl zuviel verlangt. Hauptsache überstyle Longshank, Line Aligner, Blowback, SAFETYclip, feinstes PopupWeight und Blei. HASS, purer Hass. Verpisst euch an hindernislose alkoholgeschwängerte Angelbordelle oder hört besser überhaupt auf, Fischfallen in Gewässer zu werfen, wenn ihr nicht eine Sekunde mitdenken wollt...
Humanoide Missgeburten, wohin das Auge blickt...Ich hab´ erstmal ein paar Minuten gebraucht, um meinen inneren Kampf auszufechten und mich von soeben erfahrenem Schock zu erholen. Nichtmal die Mücken haben mich im Augenblick gestört. Die wurden einfach in meinem Anfall von lautloser Cholerik ausgeblendet. Dreckgesindel, elendiges. Selbstverständlich war dann vorerst mal Sendepause am Rosenrand. Die Rüssler waren durch die Action unter Wasser in alle Himmelsrichtungen geflohen, ich saß mit meinem misanthropischen Groll aktionslos am Ufer und verfluchte mental die gesamten bereitwillig erläuternden Schlauberger der "Medienscene". Ich wünschte ihnen schlicht und einfach die Pest an den Hals. Genauso wie der kompletten Pharmaindustrie, denn mit dem Voranschreiten der bisslosen Stunden hatte ich auch wieder mehr Zeit mich auf die blutsaugenden Zweiflügler zu konzentrieren, welche mir jetzt noch aggressiver als zu Beginn vorkamen. Ich glaub´, die NoBiteScheisse zieht die noch magisch an. Was so ein Zwischenfall mental ausmacht, ist immer wieder belustigend, wäre die ganze Geschichte von meiner Seite nicht dermaßen von unmenschlichem Hass geschwängert gewesen. Alter, ich war geladen. Lauter Missgeburten. Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen...Aber scheinbar gibt es noch einen Funken Gerechtigkeit auf diesem Planeten, denn ich darf um halb5 am Nachmittag dann doch einen schönen, dunklen Schuppmann in die Keschermaschen zwingen und mich an dessen Ablick erfreuen. Blutleer, schwerst zerstochen aber dennoch halbwegs glücklich kann ich danach mit ruhigem Gewissen die Heimreise antreten. Mich hält hier jetzt nichts mehr. Während der gesamten Autofahrt nach Hause habe ich dann nur mehr einen Wunsch: Möge die schwarzgaloppierende Pest, die Cholera oder die Maul-u. Klauenseuche über all euch Missgeburten herfallen, die ihr da ahnungslosen Neohuntern solchen Schwachsinn wie geflochtene Sägeschnüre aufs Auge drückt. Denkt bitte ein wenig über die Folgen nach, wenn ihr euch wieder mal bemüßigt fühlt, in irgendeinem Magazin oder Video im gleissenden Licht eures Stardaseins überschlaue Ratschläge zum Besten geben zu wollen. Wenn ihr keinen Dunst von der Materie habt, dann einfach mal die Fresse halten. So schwer ist das ja nicht, oder? Ihr dürft euch ja innerlich trotzdem als die Besseren fühlen. Ein herzliches Danke im Sinne unserer beschuppten Freunde!
Hang loose & tight lines
Sludge

btw. Ich bin mir durchaus bewußt, dass ich mir mit solchen Artikeln nicht nur Freunde mache, aber das ist auch nicht meine Aufgabe, schon gar nicht mein Ziel. War es nie und wird es nie sein. Die immer achso netten, schleimigen und aalglatten Mastdarmakrobaten und Speichellecker sind ohnehin dicht gesät, wie wir´s ja jeden Tag brühwarm ins Gesicht gerieben bekommen. Helden gibts ja mittlerweile wie Sand am Meer. Aber wenn sich auch nur einer der schreibenden oder filmenden "Größen" dadurch in Zukunft mehr Gedanken bei der Sinnhaftigkeit der eigenen Öffentlichkeitsarbeit macht, haben wir schon gewonnen. Wir alle!

Montag, Juni 02, 2014

Tag der Fluchten !

Piep - Piep - Piep! Neeeeeein! Von der vermeintlichen Rem-Phase instant in den Wachmodus. Bist du deppat. Wie eine auf die Fresse. Nein, ich rede hier nicht vom bissbringenden Alarmsignal aus der Funkbox, sondern von der geisselnden, nervösen elektronischen Ausgeburt des humanoiden Zeitmanagements. Unser aller gar nicht stiller Beherrscher des Tagesablaufs. Der, der uns sagt, wann wir aufzustehen haben, um nicht einfach der Natur ihren Lauf zu lassen. Ja genau. Der Wecker. Das piepsende Drecksgesindel. Der finstere Bruder unserer geliebten Bissempfängers. 5:30 Samstag früh. Für manche lächerlich, für mich der Alptraum schlechthin. FÜNF fucking UHR DREISSIG! Mir kommts so vor, als wäre es mitten in der Nacht und ich hätte mich vor wenigen Minuten erst hingerollt. Alter, um solche Uhrzeiten steh ich nicht mal zum arbeiten auf, geschweige denn freiwillig zum Fischen. Auf "Der frühe Vogel fängt den Wurm" - Phrasen wird grundsätzlich geschissen. Was mein Körper verlangt, das soll er auch bekommen. Tja. Leider ist dem nicht immer so.
Da gibt es dann eben so Situationen, wo man diese Misere wegstecken muss. Sei es, um einen zeitigen Flug zu erreichen oder wie in meinem akuten Falle, der anstehende Arbeitseinsatz vom 30km entfernten Gewässer des Angelvereins. Um 7hundert soll der Spaß losgehen und als König der Maulaufreisser bin ich da natürlich dabei und lass mich nicht verleugnen oder grundlos entschuldigen. Das gehört eben dazu. Was soll man machen...
Aber was hätte ich um 5:30 alles gegeben, um jetzt nicht zur Totholzpartie stoßen zu müssen? Was hätte ich um 8:00 alles gegeben, um jetzt nicht bis zu den Knöcheln mit den Gummlern im Schlamm stehen zu müssen, um schleimiges Geäst aus der Uferregion zu entfernen? Was um 10:00, als ich noch immer schlammbespritzt von oben bis unten im Morast gestanden bin? Trotz kurzweiligem Unfug mit den anwesenden Kollegen, viel. Verdammt viel. Tjo. Gegen Mittag hatten wir unsere Schuldigkeit getan und ich konnte zur Flucht antreten. Endlich. Jeder der mich halbwegs kennt weiß, dass ich nicht einfach so nach Hause fahre, wenn ich mich schon mal in der Nähe von möglichem persönlich befischbaren Gewässer herumtreibe. Also wurde kurzerhand der Feederstock aus dem Futteral gezaubert, um am nahegelegenen Kanal ein wenig auf die dicken Weissen zu fischen. Nebenbei hab´ ich natürlich eine flinke Rüsslerrute gelegt, denn man konnte ja schließlich nie wissen. Schaden dürfte das immerhin auf keinen Fall. Vorerst tat sich mal gar nichts. Aber überhaupt nichts. Seltsam, aber so wurde es erfahren...
Doch gerade jetzt, wo sich am Firmament dunkle Gebilde formierten, müsste doch die Mühle glühen? Ausser ein paar willenlosen Madenlutschern ( big thx an dieser Stelle für die Pix an meinen Vereinskollegen Dominik, der mir auch noch schnell frische Maden und Mistwürmer gecheckt hat ) konnte ich tatsächlich nichts empfangen, abgesehen von dem dumpfen, donnernden Grollen, welches spürbar näherkam. Und was sich da zusammenbraute, sah mir alles andere als lustig aus. Aber nein, ohne Fisch trete ich die Flucht nicht an. Ich kann ja an einem Samstag nicht nur zum arbeiten draussen gewesen sein. Das DARF nicht sein. Am Karpfenstock rührt sich auch nichts und ich beackere mit meinem Madenbündel und feinsten Korbfüllungen Kehrwasser und Strömungsschnitt. Nichts. Wo waren sie alle? Die Aiteln, Barben und fetten Rotaugen? Wie vom braunen, fließenden Rinnsal vor mir, einfach so verschluckt. Gurgelnd fetzt die Brühe an mir vorbei, während sich meine langsam wippende Feederspitze ins Hirn einbrennt. Der stoische Brutalabzug kommt so plötzlich aus dem schwarzen Loch der Leere, dass man erst registriert was da los ist, als der Stock in Händen zum Halbkreis geformt und die Leine von der Spule gezogen wird. Bist du geistesgestört. Was für eine erste Flucht stromabwärts. Muhahaha. Die Bremse singt, der Einpfund Knüppel krumm und ich verliere mich in der Extase des absoluten Drillvergnügens. Was zur Hölle ist da jetzt eingestiegen? "Wenn des a Rotaug is, samma vurn dabei - MUAHAHAHA !" Der Dominik und ich freuen uns wie die Schmalzbuben. Alter Schwede, da gibt die unbekannte Unbarmherzigkeit im vielleicht 80cm tiefen, schlüpfrigem Wasser alles was sie hat und ich muss wirklich in die Vollen gehen. Aussteiger, Abriss, Hänger - alles ist möglich... Barbe? Monsteraitel? Riesenforelle? Alles ist möglich. Wir spekulieren, während das Vieh immer wieder Gas gibt. Alles geht glatt und dann ist es plötzlich so kristallklar, wie der vielzitierte Gebirgssee. Saugdepp. Haha. Jawoi. Da will ich einmal nicht auf die Rüssler fischen, was steigt mir ein? Ein geistesgestörter, lederner Kanalspiegler der 5kg Kategorie. Unpackbar eigentlich schon wieder :DTja. So kann´s dir gehen. Bei noch strahlendem Wetter können wir die garstige, kleine Schönheit ablichten und ich darf befriedigt die nächste Futterfüllung in den Korb drücken. NA GEHT DOCH EH! Nachdem sich auch der Dominik wieder verabschiedet hatte, bin ich noch eine Stunde im hohen Gras, inmitten der Ameisen gesessen und hab´ aufs nächste Wunder gehofft. Dem geschah leider kein weiteres. Ich wäre ja noch Stunden sitzen geblieben, wäre da nicht diese unmittelbar anrückende Wettertodesfront gewesen. Es blitzt, der Wind frischt auf und die Sonne ist auf einmal nicht mehr zu sehen. So. Das beunruhigende Donnergrollen direkt ober mir gibt mir den Rest. Ich scheiss drauf. Nein, das sitze ich jetzt im Gewitter nicht aus. Mit Feederstock am Bach, rund um mich nur Weinfelder. Lieber nicht. Man muss es ja nicht herausfordern. Ich werde alt. Tja. So schnell hab ich selten meinen Tand im Auto verstaut und war auf der Flucht. Und kaum ist mein fahrendes Geschwür gerade mal 5 Minuten auf der Strecke, bricht die klimatische Hölle über mich herein. Als mich die fetten Windböen und der prasselnde Regen auf der Autobahn abklatschen, weiß ich, dass es gut war. Was lernen wir daraus? Das Wort Flucht muss nicht immer mit einem negativen Image einhergehen ;)
tight lines
Sludge

Mittwoch, Mai 28, 2014

FOGBANKS & DUCKSHIT !

Es ist soweit. 54 Minuten von der Rückseite der Medaille des Fischens. Auch SO kann es nämlich sein. Das ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Nein, nein. Eine wahrlich geistesgestörte Freizeitbeschäftigung, was mir nach solchen Erlebnissen immer intensiver in der Birne hängen bleibt. Wer sich tatsächlich fast eine Stunde lang melancholisch geschwängertes und selbstbemitleidendes Nichtfangen reindrücken will, dem sei der Schwachsinn eventuell ans Herz zu legen.
Viel Spaß mit Fogbanks & Duckshit - Heulen ist keine Tugend ;)