Dienstag, August 17, 2010

Blessed - Danke Sensai !

Jaja. Kaum ist die dunkle Macht alleine am Wasser, die positiven Fangschwingungen nicht durch die unbarmherzige niederschmetternde Aura des Eisernen gestört werden und die Sterne in der richtigen Konstellation zueinander stehen, zeigt sich wer gesegnet scheint. Nachdem ich mit dem steirischen Ungetüm wieder mal einen ganzen Tag blank gesessen bin, mir fantastische Geschichten von Raubschildkröten, die angeblich steinharte 30er Murmeln innerhalb weniger Minuten auf die Form einer Erdnusslocke beissen, angehört habe, um abermals vom Busch-Sensai zu lernen, musste was passieren. Ich brauche den Fisch. Als junger Padawan ist der in solchen Situationen doppelt wichtig, um nicht wieder vom Meister gnadenlos gescholten zu werden. Zu recht vermutlich. "Schaue zu und lerne" hatte es immer geheissen. Ich hab´zugesehen und konnte aber nicht alles begreifen.
Das war vermutlich mein Fehler bisher...Also hab´ ich Sonntag sicherheitshalber gleich nochmal angegriffen ... ganz auf mich alleine gestellt. Ohne den weisen Rat des Sensai, der mir in manch brenzliger Situation schon zu schier unmenschlichen Wissen verholfen hatte. Aber heute war es soweit. War dies eine seiner Prüfungen? Wahrscheinlich. Mit Sicherheit. Danke Meister, daß du mir das Vertrauen geschenkt hast und absichtlich daheim geblieben bist. Dies gab mir natürlich grenzenloses Selbstvertrauen, da ich nun verständlicherweise annehmen konnte, daß er mich scheinbar für bereit hielt. Jaaa.Und ich habe das Blatt ausgespielt, so wie ich es gelernt habe. Selbstverständlich auf meine Art und Weise. Des Meisters Thesen nochmal revue-analysiert, das Wasser vor mir gelesen und dann meine Fallen gelegt. Die 24er Fertig-Murmel am NoKnot direkt vors Seerosenfeld geschlenzt und gewartet. Hardcore. Wie hat der vermutete Eunuch Sidney Youngblood seinerzeit aus den Radiobüchsen geträllert?: "All we can doooo, is sit and wait". Wie recht er doch hatte. Und zwischen dem Warten hab´ ich halt eingekurbelt, wenn der elektronische Pieper das Signal dazu gegeben hatte; ...war eigentlich alles nicht so schwer, wenn ich so im Nachhinein darüber nachdenke. Sieh her Meister - ich kanns!Standesgemäss bin ich dabei natürlich immer auf die Knie gefallen und habe bösartige Grimassen dazu geschnitten. Bissige. Kämpferische. Hardcore eben. Ist mir aber gar nicht so schwierig vorgekommen. Leider hats keiner gesehen, weil ich ja alleine am Wasser war. Aber der Monstersteirer hat es sicher gespürt, während er daheim hinterm Ofen gesessen ist und sein Padawan alleine in der Wildnis ums Überleben rang. Und ich habe es geschafft. Habe die Prüfung bestanden. Durfte Fische keschern, die ich selbst gefangen hatte und musste nicht des Meisters Schweine einnetzen. An dieser Stelle möchte ich meinem Dschungelwassermentor nochmal recht herzlich danken, da er mir diese unvergesslichen Stunden erst möglich gemacht hat. Sein grenzenloses Vertrauen in meine Lernfähigkeit und die unendlich vielen niederen Tätigkeiten, die ich alle zur vollsten Zufriedenheit bewerkstelligte, wurden endlich honoriert. DANKE SENSAI!
Ich bin soweit.
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Sludge

Und jetzt Eiserner ... schaue zu und lerne ... MUAHAHAHAH!

Sonntag, August 08, 2010

Below the line - a photographic extraction...

Da sich der Trapmaster Nr.3 noch in Arbeit befindet und vermehrtes Interesse an unseren fotografischen Werken in etwas größerer Auflösung besteht, habe ich schnell eine "tierische" Bildschirmpräsentation erstellt, die Einem die Welt unter und neben unseren Ruten visuell, abseits von Fang- u. Tacklefotos, etwas näherbringen möchte. Gerade der Bereich von Arthropoden, Reptilien und Amphibien hat es mir besonders angetan und wird daher vermehrt vor die Linse genommen. Ich hoffe, daß der kleine Exkurs in diesen fantastischen Bereich etwas Freude bereiten kann und dazu anregt, eventuell selbst in Zukunft genauer hinzusehen. Zeit haben wir ja genug, während wir auf den Biss warten ;) Glaubt mir Leute; ihr werded es nicht bereuen!
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Sludge

Zum Runtersaugen einfach das Vorschaubild hier im Post anklicken...

Samstag, Juli 31, 2010

The show must go on...

Obwohl mich der Fang der Buschsau schon ziemlich befriedigt hat und ich mich scheinbar bis in alle Unendlichkeit erlöst gefühlt habe, bin ich dennoch bei nächster Gelegenheit ansatzlos wieder ans Wasser gefahren. Noch dazu hatte ich ein paar Tage frei, die hierfür herrlich zu nutzen waren. Sensationen gabs leider keine. Weder an der Buschlacke noch an der Schottergrube. Nichts desto Trotz habe ich meine Fische gefangen, was mich darin bestätigt, nicht alles falsch gemacht zu haben und resümierend zufrieden zurückblicken kann. Bis heute kann ich mir die Größe der Beute ja nicht aussuchen. Da wird schon wieder mal ein ordentliches Schwein einfahren ... dessen bin ich mir sicher.
Ich fang sie einfach alle. Wird wohl das Vernünftigste sein ;)tight lines
Sludge

Dienstag, Juli 20, 2010

Hochzeitsflug im Sklaven-Staat!

Heut war der Tag gekommen. Der Tag, an dem abseits vom üblich bunten Treiben des Formica Fusca-Staates an meinem Platz ein besonderes Ereignis anstand. Zahlreiche Wochen der besonderen Pflege lagen hinter ihnen und bis heute warteten die Männchen und Jungköniginnen genau auf diesen Tag an der Schottergrube, um zum fulminanten Abgang aufzubrechen.
Die Stunde des Hochzeitfluges...Der ganze Stamm schien da plötzlich auf den Beinen zu sein, die Arbeiterinnen patroulierten am Nestausgang aufgeregt hin und her, während sich die geflügelten Prinzessinnen an der Rand der Startplattform wagten, um schlussendlich in die Unendlichkeit des Himmels zu starten. Möget ihr alle neue Staaten von grauschwarzen Sklavenameisen bilden und eure Umgebung in Angst und Schrecken zu versetzen. Jawohl. Und während sich die nächste Welle für den Abflug bereit machte, habe ich angegriffen. Das letzte Mal hatte ich ja gelernt, daß punktgenauses Füttern doch hin und wieder Sinn macht, wodurch ich heute natürlich ansatzlos wieder so gewerkt habe. Schnell waren 2 aussichtsreiche Spots ausgemacht, mit dem Wurfruhr jeweils ein gutes Kilo Murmeln zielgefüttert und die Montagen an den potentiellen Fischmagneten versenkt.
Kaum lagen die Fallen im Wasser, begann es wie aus Kübeln zu schütten, was die Isa nicht sonderlich begeisterte, mir aber allzu recht war. Eine ordentlich Sauerstoffzufuhr hat im Sommer noch nie geschadet, und hin und wieder konnte man in der Zeit direkt nach dem Regen, wahre Sternstunden und Bissorgien erleben. Hiermit hatten die alten Fischersleut doch ein wenig Recht mit ihren Zauberregeln. Und heute war es definitiv so. Denn bereits im abklingenden Unwetter lief zum ersten Mal die Mühle ab. Wieder am tiefen Spot. Ab nun ging es Schlag auf Schlag. Die gleiche Rute, der gleiche Spot, die gleiche Kugel ... Purple Dream.9 Bisse in Serie am selben Angelstock, woraus 8 Fische auf meiner Matte resultieren. Und das Ganze innerhalb von vielleicht 6 Stunden. Immer das gleiche Spiel. Nach einem Rüssler, neu beködert, wieder raus, und 2 handvoll Kugeln nachgeröhrlt. 20 bis 30 Minuten später der nächste Biss. Bist du deppat. Wenns laft, dann laft´s. Der einzige bittere Beigeschmack, wenn man nach so einem Tag überhaupt so verwegen und überheblich klingen mag, war die Tatsache, daß kein echtes Monster dabei war. Eine Serie von Halbstarken, die mir den Angeltag aber dennoch versüssten. Bis zum Heimgehen kann ich auf der anderen Rute keinerlei Aktivitäten registrieren ( Wiskey & Cream oder Dragonblood in etwa 3m Wassertiefe auf einer Bank, wo ich letzten Sommer sehr gut gefangen habe ). Das ist offenkundige Schwarz/Weiss Malerei vom Feinsten. 2010 - alles ist anders. Sicherheitshalber habe ich meinem vernachlässigten haitianischen Holz-Golem vor ein paar Tagen wieder ein paar Kugeln geopfert und ein wenig beschwört. Schaden kanns ja offensichtlich nicht. Der Voodoo-Zauber war noch nie verkehrt. Und irgendwo, ganz still und heimlich, haben sich jetzt schon die jungen Sklavenameisen-Königinnen niedergelassen um einen neuen Staat der Unterjochung zu gründen, während die dunkle Macht wieder an Stärke gewinnt. Jawohl. Das Licht ist keine Lösung...
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Sludge

Dienstag, Juni 22, 2010

Daywalker...

Tja, so kanns Einem gehen, der auszog, das Fürchten zu lernen. Endlich war die anstrengende, stressige Arbeitswoche wieder mal vorrüber, und ich konnte mich abermals auf die Jagd nach den Tapirfischen machen. Natürlich hats mir keine Ruhe gelassen, daß mein Buschkamerad Iron-Will mittlerweile zum 10ten Mal geblankt hat, denn somit war es an der Zeit der Dschungellacke wieder mal einen Besuch abzustatten. Die Wetterprognose hatte Regen versprochen, was mich persönlich aber normalerweise nicht so stört, wenn ich darauf vorbereitet bin.Am berüchtigten Ameisenbaumplatz angekommen, wurde nicht lange gefackelt, ein paar Pellets angefüttert und die beiden scharfen Fallen an die bissträchtigen Stellen geschlenzt. Die Seerosenfelder werden nun auch kontinuierlich größer, der Unterwasserdschungel beginnt sich zu dichten, was zur Folge hat, daß man bei eventuellem Drill wohl überlegt und pseudointelligent zu Werke gehen sollte. So entscheide ich mich, meine Montagen etwas vor dem Rand der gegenüberliegenden, verwachsenen Flecken zu positionieren, um bei direkter Leine schnellstens den Druck auf den Fisch verlagern zu können. An Freilauf oder lockere Bremse ist keinesfalls zu denken...Und so bin ich unter dem Schirm gesessen, hab mir mein Schundromanheftl Maddrax Nr.224 in die Birne gezogen, und eigentlich mit keinen Sensationen gerechnet, da ja wie gesagt, beim Willi schon lange gar nichts gegangen war. Hin und wieder hat es eine Weile geregnet, was meiner relaxten Laune aber keinerlei Abbruch tat. Die Ameisen haben wie immer die Blattläuse ober mir gemolken, die Frösche quakten und dicke Libellen schnitten durch die Luft, um hin und wieder für einige Sekunden im dreidimensionalen Raum festzufrieren. Buschatmosphäre wie es sich gehört. Wie es der Teufel so will, geht dann alles blitzschnell. Von kommoter Lehnposition im Sessel zu adrenalingeschwängerter Körperkrümmung am Ufersaum innerhalb weniger Sekunden. Die beiden menschlichen Abtrünnigen am Eisplaneten, die soeben noch den necroidianischen Kopfgeldjägern der Neuen Welt entkommen waren, sind ansatzlos vergessen. Zwei Pieper, der Swinger kriecht nach oben, und ich starte vom Stuhl. Da darfst du nicht warten. Und echt. Bamm. Der hängt. JOOOOOOOOOOOOO. SCHWEIIIIN. Die Rute ist krumm, die Bremse knattert, und der Fisch zieht ansatzlos rechts vom Seerosenfeld weg. Bist du deppat. I bin so gscheid, des is unmenschlich. Genau so wie ich´s mir gedacht habe. Leider bleibt dieses Gfrast nicht stehen, oder ist irgendwie dazu zu bewegen, wieder die Richtung zu ändern, um ihn wieder an mich heranzubringen. Na Klassiker - er biegt mir in den nächsten Unterwasserwald, an meiner Uferseite ein. Ich gebe ihm jetzt keinen Zentimeter mehr. Sonst ist er verloren. Die Spannung lässt nach, ich kann etwas Schnur gewinnen. YES. Er kommt wieder raus und bläst wie ein Torpedo 6 Meter vor mir vorbei um auf der linken Seite in den nächsten vermeintlichen Unterstand zu flüchten. Ich komme mit der Kurbelei kaum nach, schaffe es aber dann trotzdem ihn abermals zu bremsen. Jetzt war erstmals die gröbste Gefahr vorrüber und ich hab den fetten Schuppler vor meiner menschlichen Linse im freien Wasser. 3 bis 4 Meter entfernt seh ich ihn von mir in der grünen Tiefe fighten. Joooooooo. Des is a. Das Buschmonster. Kein absoluter Ausnahmefisch, aber seehr gut. Mit Sicherheit mein Größter hier bis jetzt. Muahahahahah. Ich reime mir schon zusammen, wie genüsslich ich das jetzt dann dem Willi ums Maul schmieren werde. Do kummt da Sludge afoch amoi vorbei und faungt a Sau. Eh ois easy. Du brauchst nur des Wossa urnlich lesen und an die Reinkarnation des Franz von Assisi glauben. MUAHAHAHAHHAHA. Beinahe lässig mach ich die 2 Schritte zur Seite, nehme den Kescher vom Boden, und lass das Netz sachte vorm schwächer werdenden Monsterfisch ins Wasser gleiten. Gleich ist es soweit. Langsam und vorsichtig zieh ich den Schuppigen an den Kescherkopf heran. Der schüttelt wie in Zeitlupe 2 mal den Kopf, dreht um, und schwimmt weg. Bloss so. Der Sludge hockerlt mit gerader Rute, hängender Schnur und kescherbereit im Schlamm und packt die Welt nicht mehr. NAAAAAAAAAAAAAAAA. Der Fluch hat mich wieder eingeholt. Scheisse. Das darf doch nicht die Wahrheit sein. So, ganz ruhig. Nicht ausflippen. Nichts demolieren. Keine "Falling Down Aktion". Nervöses Sondieren der Umgebung, was oder wem man jetzt die Schuld geben könnte. Es gibt nichts Passendes im Busch. Vogelgezwitscher, Insektengezirpe, Froschgequake. Langsam werden auch die letzten Wellenkreise von der glatten Wasseroberfläche geschluckt und verschwinden in der scheinbaren Unendlichkeit des Donaualtarms.Das letzte visuelle Zeichen des soeben Geschehenen. Gaunz coooool. Es war nur ein Fisch. Es geht nur ums Angeln. Es war nur der persönlich Beste aus diesem Gewässer. Naaaa. Es war zum heulen. Echt. Seelisch schluchzend montiere ich neu und schlenze die Montage lieblos vor mir ins Freiwasser. Nein. Das war nicht so einfach zu verkraften, aber was konnte ich nun tun? Sinieren. Warum, wieso, weshalb? Wie kann des passieren? Ich hab den an der Leine, gib ihm die Pressung. Der klebt. Flüchtet in die Seerosen. Ich muss attackieren. Der klebt. Hab ihn vor mir im Freien und der steigt auf lässig aus dem Bewerb. Wie gibts des? Fuck. Bis zum Nachmittag fing ich noch 2 Brachsen auf 30er Kugel. Nein, die haben mich nicht so befriedigt, und mein Leid gelindert. Komisch. Als ich bereits mental abgeschlossen hatte, und die ersten Trümmer verstaut wurden, meldet sich die andere Rute. Piep. Piep. Swinger rauf. Piep. Piep. Swinger runter. Klassiker. Bream. Gehts doch bitte scheissen ( ich entschuldige mich hiermit für meine vulgäre Aussprache - aber alles andere wäre fern meiner Gefühlsstimmung gewesen ). Ich nehm die Rute von den Banksticks und will den vermeintlichen Weissen einkurbeln. Nur geht des ned so leicht. Hänger? Na geh , Alterrrrrrrr. Das auch noch. Und schon schiesst die Leine rechts weg und schneidet die Wasseroberfläche wie das vielbesagte Butterbrot. Joooooooooo. Druckaaaaa! Nummer ZWEI. Muahahha. Diesmal läuft alles glatt und ich kann einen urigen halbstarken Spiegler problemlos in die Keschermaschen bugsieren. Jo, da kam dann plötzlich doch noch halbwegs Freude auf, obwohl ich mich schwerstens belügen müsste, wenn ich die Sau vom Vormittag nicht auch gern gehabt hätte. Trotzdem, Spiegler war schon mal grundsätzlich eine feine Sache, da sie auch wie an meiner Schottergrube eher zur sporadischen Randgruppe zählen, und in der Übermacht der Schuppler zu verschwinden drohen. Nach Kollege Spiegelschwein hab ich dann zusammengepackt und bin heimgefahren. Der feiste verlorene Schuppige wurmte natürlich immer noch. Aber was solls. So ist des eben.Ich komme heim, stelle mein Tackle in die Ecke, geh ins Badezimmer und zieh mich aus. Whaaa. Monsterschwein verloren. Zum Heulen. Schau mir im Spiegel in die Augen, um die hinterste Ecke meiner Seele zu blicken. Nein. Ich war der dunkle Lord. So ein Erlebnis bricht nicht den Willen des Imperators. Nie im Leben. Jetzt erst recht. Zur Strafe hol ich euch alle. Eher im Randbereich meines Sichtfeldes nehme ich den kleinen roten Fleck um den Zeckenbiss wahr, der unter meiner rechten Brust vom Dschungel zeugt. Vor fast 3 Wochen hatte ich ja wieder mal ein paar der netten 6-beinigen Gesellen erfolgreich von meinem Körper entfernt, und mir nichts weiter dabei gedacht. FSME geimpft bin ich ohnehin, und schließlich waren das ja nicht die ersten Zecken in meinem Leben, die Freude an mir als Wirt gefunden hatten. Lächerlich. Bei genauerer Betrachtung muss ich feststellen, daß mir das gar nicht gut ausschaut, ich werde langsam nachdenklich und beginne mich schlau zu machen. Tja. Viel Möglichkeiten gabs ja nicht. Wird vermutlich nur irgendeine allergische Reaktion sein, welche allerdings bei mir noch nie in meinem Leben bei einem Insektenbiss oder Stich aufgetreten war. Die andere, weniger lustige Version wäre Lyme-Borrelisoe im ersten Stadium. Na, so a Pech hab i ned. Beim recherchieren im Netz der Weisheit sehe ich mir die Bilder der verschiedenen "Wanderröten" an; dem ersten und eindeutigen Indiz für eine Infektion mit Borrelien. Die sind alle fett und groß, und haben einen starke ringartige Rötung um die Bisstelle. Na, so is des bei mir nicht. Pfff. Ich gehe schlafen und versuche, die Gedanken einfach wegzublenden.In der Früh steh ich auf, schau natürlich sofort auf meinen Biss, und muss mit Schaudern feststellen, daß der über Nacht doppelt so groß geworden ist. Uhhhhhhhhh. Des schaut ma böse aus. Ich habe dieses unbehagliche, ungute Gefühl. Na aus. Das ist kein Spaß mehr. Ich recherchiere weiter. Wegen meiner langsam auftretenden Lichtempfindlichkeit muss ich mit Baseballkappe vorm Monitor sitzen, weil ich den hellen Himmel dahinter in den Augen nicht ertrage. Es ist wie in Blade oder bei einer langsamen Werwolfverwandlung. Ich bins jetzt. Der Daywalker. Ich bin ab nun für die Nacht gemacht. Na gut. Scheisse. Was soll i jetzt machen? Schließlich haben wir Wochenende und wenn ich wegen dem in die Notfallambulanz in den Spital fahre, fragen die mich ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Ich lese, lese und lese, vergleiche Bilder mit meiner Bisswunde, und komme zum persönlichen Schluss. Ich habe sie. Die verschissene Borreliose. Montag morgen geh ich ansatzlos zum Arzt. Nana, ned zum Praktischen, der vielleicht ahnungslos ist. Gleich zum Schmid, und ned zum Schmidl. Tropenzentrum. I spü mi ned.Gesagt, getan. Montag Morgen schwinge ich mich aufs Bike, und fahre im strömenden Regen ins KFJ-Spital. Nach 20 Minuten Sucherei und Fragorgien hab ich schlussendlich die Tropenambulanz gefunden, und bin nach kurzer Zeit vorm zuständigen lang- u. weisshaarigen Stationsoberarzt mit entblösster Titte gestanden, um hab ihm mein Mitbringsel vorgeführt. Tja, was soll ich euch sagen. Es hat keine Minute gedauert und die Sache war in mentalen Stein gemeiselt. Diagnose Borreliose. Wööödklasse. Das reimt sich sogar. Es gibt keine Impfung dagegen, jede Zecke, jede Mücke und jede Bremse kann diese nicht ungefährlichen Borrelien in deinen Körper jagen. Ganz einfach Pech gehabt. Tjo. Bad Luck - FUCK! Wieder ein feiner Reim. Gottseigedankt sofort entdeckt, also wird das hoffentlich keine bleibenden Schäden hinterlassen. So chronische Gelenksschmerzen zum Beispiel, brauch i ned unbedingt mein Leben lang. Jetzt 3 Wochen Hardcore-Antibiotika und dann sollte unter normalen Umständen die Sache gegessen sein. Man sollte dieses kleine 6-beinige Gesindel wirklich nicht unterschätzen, und wenn man bedenkt, daß in Hochrisikogebieten bereits jeder 5te Zeck diesen Schatz in sich trägt, wobei natürlich nicht immer eine Übertragung stattfindet, ist es eigentlich ein Wunder, daß ich zum ersten Mal eingefahren bin. Ich werde in Zukunft sicherlich etwas genauer nachsehen, wenn ich vom Fischen heimkomme, denn mit jeder Minute, die das Insekt länger an dir hängt, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Und ich werde mir Hundezeckenbänder um die Knöchel schnallen, wenn ich im dichten Busch ansitze. Kann nichts schaden. Zecken -u. Insektenbisse werden natürlich immer wieder vorkommen, wenn man solch ein Hobby betreibt, nur sollte man die Gefahr, die von den kleinen Biestern ausgeht, keinesfalls unterschätzen. Ich kann übrigens ohne Sonnebrille noch immer nicht in den Himmel blicken, auch wenn dieser von Wolken verhangen ist. Und die fette schuppige Monstersau auch noch verloren. Ein Traum. Der dunkle Lord...voi einegschissn...i bins, da Daywalker...
tight lines
Sludge