10 Tage sind vorbei. 10 Tage Tirol. 10 Tage prall gefüllt mit der unglaublichen Dummheit u. Willenlosigkeit unserer Vorzeige-Europäer aus Germanien, absoluten Lachsessions mit einem der besten Hechtangler unserer Republik und anglerischen Sternstunden. Des Längeren war der Trip in den Westen Österreichs schon geplant, mit meinem Esox-Guide und Lokalmatador Lukas „Monster-Luke“ Friedl alles abgecheckt und so packte ich Donnerstag Abend mein Tackle, um mich gleich Freitag morgens auf die 660km – Reise nach Reutte zu machen. Gesagt, getan und so kam es:
Freitag 20.7,8:00; Ohne nennenswerte Probleme erreichte ich mit vollgepacktem Auto die österreichische Grenze, um etwa einen Kilometer später, nachdem ich das nette blaue EU-Schild mit der Aufschrift „Bundesrepublik Deutschland“ passierte, von einem tiefergelegten BMW beinhart ausgebremst zu werden. Tjo, Germanen denk ich halt. Doch plötzlich leuchten mir hinten in der Heckscheibe des Bayrischen, in kristallklaren Buchstaben, die Wörter „BITTE FOLGEN“ entgegen. Zivilstreife. Super. Und schon winkt aus dem linken Fenster, wild gestikulierend, die bunte Kelle. Also bremse ich mich ein und folge dem Wagen auf den nächsten Parkplatz. Ums kurz zu halten, nun ein paar Auszüge aus folgendem einstündigen Gespräch, das ich mit den netten Zivilpolizisten führte, während sie mein komplettes Equipment und Tackle nach Waffen und Drogen durchsuchten. Ums einfacher zu machen werde ich die Polizisten mit P und mich mit S ( Sludge) bezeichnen.P: „So Herr Hager, führen wir irgendwelche Waffen oder illegale Substanzen mit?“…S: „Nein, nicht das es mir bekannt wäre“…P: „Ihnen scheint wohl nicht viel bekannt zu sein“ – P: „Was ist in diesen langen Taschen“…S: „Angelruten“…P: „Haben sie nicht gerade eben gesagt, dass sie keine Waffen mit sich führen?“ – Endlich kommt der, mit Futtersäcken prall gefüllte Sensaskübel an die Reihe und das Spiel nimmt seinen Lauf. Unser Freund und Helfer greift sich die erste Browning Champions Choice „Lethal Feeder“-Packung, auf der uns in der Mitte, riesig ein schöner Schuppiger entgegenlächelt, hält sie mir 20 Zentimeter vor die Nase und fragt mich mit einem fast entsetzten Gesichstausdruck, was dies wohl zu bedeuten hätte. P: „Und was ist das, bitteschön?“…S: „Angelfutter“…P: „Und was füttern sie damit?“…S: „Fische ?“…P: „Wenn ich mir die Menge ansehe, frage ich mich, wollen sie nun angeln, oder nur die Fische füttern ?“…Ich versuche ins Gespräch ein wenig Humor einfließen zu lassen, um ein wenig die Spannung aus der Sache zu nehmen, und die Dauer meines nicht geplanten Aufenthaltes an diesem Parkplatz zu verkürzen: S: „Haha, ja das kommt schon mal vor, dass ich die Fische leider nur füttere.“ P: „Und sie wollen mir nun glaubhaft machen, dass sie wegen dem Füttern von Fischen von Wien nach Tirol fahren?“ …Tja, was sollte man da noch sagen, also ließ ich mich halt am Randstein nieder, rauchte mir eine an, und wartete, bis die Kollegen ihre Suche, natürlich erfolglos beendet hatten. Zwischendurch musste ich noch die Balzer Rösthanfpackung öffnen, damit man sicher gehen konnte, dass dies nicht vielleicht doch zum Inhalieren gedacht wäre, die Sinnhaftigkeit eines Futterkorbes erklären und die diversesten dümmsten Fragen halbwegs vernünftig beantworten. Nachdem die Beiden endlich abgezogen waren, durfte ich mein gesamtes Tackle wieder ins Auto laden um meinen Weg fortzusetzen. So kam ich dann mit eineinhalb Stunden Verspätung endlich in Reutte an, bezog eiligst mein Hotelzimmer, um mich anschließend mit „Monster-Luke“ zu treffen, um sofort den ersten Angriff auf die schuppigen Freunde der Umgebung einzublasen. Da ja nun nur mehr der Nachmittag zur Verfügung stand, beschlossen wir eine kurze Feedersession an einem, in der Nähe befindlichen See in Deutschland einzulegen, was dann auch so geschah. Bereits nach einer halben Stunde schien das Futter zu greifen, wir hatten Bisse im Minutentakt und konnten daraufhin schöne Brachsen und gute Rotaugen landen.
Dazwischen gesellte sich ein in etwa 12jähriger germanischer Bursche ( B )zu und konfrontierte uns mit Fragen, mit denen wir nicht gerechnet hätten. B: „Eyy, haben sie schon jemals was gefangen?“. Luke und ich sehen uns ungläubig an und ich frage den Jungen „Meinst du heute, oder überhaupt im Leben ?“. B: „Na überhaupt im Leben mein ich“…S: „Ja, ist schon mal vorgekommen“…B: „Und was machen sie mit dem ganzen Futter ?“ S: „Schau her, des is so. Wir machen uns eine fette Mischung, werfen dann alles mit dem Korb ins Wasser und gehen dann wieder. Wir trainieren ja nur, und machens einfach genauso, wie wenn wir richtig angeln würden.“ Das schien ihm dann eigentlich einzuleuchten und wir hatten wieder unsere Ruhe, bis dunkle Gewitterwolken am Himmel aufzogen um unseren Spot in wenigen Minuten zu einer wahren Regenhölle zu verwandeln. Keine Chance mehr weiterzuangeln. Der Wind peitschte übers Wasser, der Schilfgürtel schien sich demütig zu verneigen und wir hatten alle Mühe, in Windeseile unsere Sachen zu packen. Nichts wie ins Auto. Bereits während ich den letzten Brachsen ausdrillte, war ich bis auf die Unterhose durchnässt. Wahnsinn. Regen in den Alpen sieht doch etwas anders aus, als ich Ebenenbewohner es gewohnt war. Somit ging der erste Angeltag vorbei, wir wechselten in trockene Sachen, um den Abend mit einem deftigen Mahl beim großen M zu beenden.
Samstag 21.7; Heute ging es ans Eingemachte. Der erste, ganz den Hechten gewidmete Tag, wegen denen ich ja eigentlich gekommen war. Also wurde schnell gefrühstückt, ich wurde von Luke abgeholt, um sogleich den Anhänger samt Boot ans Auto zu kurbeln und den Weg zum bayrischen Weissensee anzutreten. Ein herrliches Wasser mit fast schon malerischer Kulisse, dichten Schilfgürteln und ausgedehnten Seerosenfeldern. Jaaaaa, wenn es ein Hechtparadies geben würde, rein optisch wäre es wohl hier. Pike´s Paradise klang es in meinen Gehirnwindungen !
Vorerst wurde mit ca.15 cm Lauben am Drachkovitch-System, die ich gefroren aus Wien mitgebracht hatte, einer von Luke´s Hot Spots systematisch abgefischt, was ausser zweien, bedeutungslosen Fehlbissen, nichts einbrachte. Jedenfalls konnte ich mich schon mal von der gut verarbeiteten und feinen Friedl-Drako Rute überzeugen, welche ein Werfen zum Vergnügen machte. Geiles Ding. Nun gut, egal. Jetzt gings nämlich erst richtig los. Die Schleppruten wurden klar gemacht und als der Meister Friedl seine Köderbox aus der Tasche zauberte, glaubte ich mich in einem Traum aus Alice im Wunderland. Muahahahah, waren das doch bis zu 45cm lange Castaic Gewaltgummifische in unterschiedlichsten Farbgebungen und Längenvarianten. Unbelievable. Reale Fische solcher Größe wären für die Fliegenfischer eine gern gesehene Beute. Swim – u. Realbaits der feinsten Sorte.

Und so gings los.Der bullige Tiroler pflügte mit mir durch den See, als hätte er sein ganzes Leben im Schiffsrumpf einer Galeere verbracht, und hinter uns wurden die, täuschend echt wirkenden, schwimmenden Gummiforellen, an den hechträchtigen Stellen vorbeigezogen. Leider ebenfalls ohne Erfolg. Wieder wurde erfolglos am Rande eines riesigen Seerosenfeldes mit der Drako-Laube geworfen. Ja, es schien nicht zu laufen, die Wettergötter waren in den letzten Tagen wohl nicht auf unserer Seite und Luke war sichtlich enttäuscht, und versuchte wirklich alles, um einen Gebruder Esox ans Band zu bekommen. Gegen Mittag dann urplötzlich der ersteAdrenalinschub. Hänger an der rechten Rute ? Nein, oder ? Biss ? Nein, oder ? Was soll ich machen ?. Ein kurzes Aufflackern in den Augen des Westösterreichers, ein kurzer scharfer Blick und dann das Kommando „BISS – schlog oooo !“ Ich greife die Rute, spanne die Schnur und ziehe, vielleicht etwas halbherzig, die Rute zu mir. Bamm. Hängt. Jaaaaaaa. Ganz langsam zieht mein Gegenüber in Richtung Seemitte. JAAAAAA – muahahahahah – zack! Schlaff schlägt mir die Leine entgegen, die Rute kehrt sprungartig in ihre unbelastete Position zurück und der Fisch ist weg. NAAAAAAAA !!! Tja, selbst schuld. „Afoch zu lauwoam augschlogn“. Ein leichtes Grinsen macht sich in den Mundwinkeln meines menschlichen Bootsmotors bemerkbar. Da haben wir endlich einen vernünftigen Biss, und der bunte Affe aus dem östlichen Flachland verschlägt ihn. Doch etwas Positives konnte aus dieser Aktion dennoch gewonnen werden. Es ging doch was. Wenn wir einen Biss hatten, warum sollten wir nicht noch Andere haben? Jaaaa. Meine Motivation hatte wieder ihre 100% erreicht, und wurde bis zum Einbruch der Dunkelheit dann doch bitter enttäuscht, da wir keinerlei Bissanzeichen mehr hatten. Damned. Man konnte eben nichts erzwingen. Als wir am Retourweg wieder über den ersten vermeintlichen HotSpot fahren, beschließt Luke, doch noch mal hier mit Drakovich-System zu werfen. Meine Laube war nach unzähligen Würfen langsam aber sicher hinüber und wurde durch ein etwas größeres Wiener Lobaurotauge ersetzt. Während mein Hecht-Guide noch seinen neuen Köderfisch montiert, mache ich meinen ersten Wurf. Wie zu erwarten, nichts. Zweiter Wurf und ich lasse das tote Rotauge in meine Richtung über den Gewässergrund hüpfen, wie es mir in der Früh erklärt wurde. Etwa 5 Meter neben dem Boot, dann ein klassischer Kraut-Hänger. Ich drehe mich zu Luke um, und sage ganz beiläufig „i glaub, i häng scho wieda“, während er noch an seiner Laube herumfingert. Kaum hatte ich diese Phrase von meinen Lippen gestoßen, begann es am anderen Ende der Leine ein wenig zu ziehen, die Spannung in der Rute nahm langsam aber kontinuierlich zu, und gerade als ich mit dem Gedanken hantiere, doch einen Biss zu haben, bricht plötzlich die Hölle los. WHAAAAAAAAAA! RRRRRRRRRRR! Die 0,25er Friedl Mono, die übrigens nächstes Jahr auf den Markt kommt, wird mit rasender Gewalt von der Rolle gerissen, die Rute krümmt sich im Halbkreis bis zum Griffstück und begreife erst jetzt richtig, was sich da gerade abspielt. Muahaahahahahahahah. Monster im Drill. Aufs tote Rotauge aus der Lobau. Fast direkt vor meinen Beinen. Yes. Und der hängt ordentlich. Jaaaaaaaaaaa. Es vergehen nur Sekunden und plötzlich schraubt sich 2 Meter neben dem Boot ein gewaltiges Hechtmonster in voller Länge aus dem Wasser. Das Rotauge hängt aussen im Maulwinkel und keine Ahnung, aber ich muss unweigerlich an Gregory Peck in Moby Dick denken, als er winkend mit dem weissen Wal untergeht. Beim Eintauchen des Esoxkörpers macht mir Luke klar, dass der jetzt wohl weg ist. Naaa, das durfte nicht sein. Und nein, es war auch nicht so. Der hing immer noch bombenfest. Und wieder sang die schnurfreigebende Rolle ihr Lied vom Kapitalen. Keine Gnade. Ich pumpte und drillte was das Zeug hielt. Das 0,65er Hardmonovorfach musste nicht unbedingt in die Fänge der rasiermesserscharfen Zähne kommen, wenn’s nicht sein musste. Bereits 5 Minuten später kann ich dann dieses Monster, beim ersten Kescherversuch einsacken und Erfolg auf meine Kappe schreiben. Jaaaaaaa. Der Hammer. Was lag da für ein Fisch vor mir am Bootsboden. Wahnsinn.


Beim Begutachten und Hakenlösen machte ich mal wieder Bekanntschaft mit einem Hechtgebiss, da mich die alte Dame offensichtlich zum Beissen gern hatte. Aber in einem solchen Moment hätte mir die betagte Hechtlady einen Arm abreissen können und ich hätte nichts gespürt. Jetzt sahen wir auch die Wunden an dem einem Kiemendeckel und an einem total zerstörten Kiemenbogen, die schon älter sein durften und die alte Dame vermutlich deswegen so abmagern ließen, dass sie selbst so kleine Rotaugen zu sich nahm. Und so lag es nun traurigerweise in unserer moralischen Verantwortung, zu entscheiden, den Fisch abzuschlagen, was wir in Deutschland lt. Gesetzt sowieso müssten. Lange hätte die uralte Dame mit diesen Verletzungen in Freiheit nicht mehr überlebt und es wäre einfach unverantwortlich gewesen, einen derart in Mitleidenschaft gezogenen Hecht wieder auszusetzen. Nachdem der unangenehme Teil erledigt war, wurde zur Vermessung gebeten. Beim Anlegen des Maßstabes war es nun endlich schwarz-weisse Gewissheit. Jaaaaaaaaaaa. Die Metermarke war geknackt. Und das bei nur 5,60kg. Muahahahahahahahhaha. Ihr könnt euch nicht vorstellen, mit welchem Gefühl ich bei der Heimfahrt vorne neben Luke im Auto gesessen bin, während hinten im Boot am Hänger mein Meterhecht lag, der übrigens den Weg zum Präparator findet, da solch ein Fisch sowieso nicht mehr genießbar wäre. Es war der Hammer. Mit Worten nicht zu beschreiben. Ein wahr gewordener Traum . Meterhecht – yes, das konnte sich nicht jeder ins Fangbuch schreiben. Monster-Luke hatte gehalten, was er versprochen hatte und verhalf mir so an meinem ersten und danach einzigen Hechttag im Westen Österreichs vielleicht zu einem Lebens-Fisch. Yo Hombre – BIG THX noch mal an dieser Stelle für all deine Bemühungen, einen Traum wahr werden zu lassen, was du schließlich auch möglich gemacht hast.
Der Abend fand bei Familie Friedl den Ausklang, wo ich mit herrlichen Tiroler Knödeln und Siegesbier verwöhnt wurde. Danke hier auch noch mal an Mom & Dad Friedl für die ausgezeichnete Verköstigung ! Ich weiß nicht mehr, wie oft ich in dieser Nacht auf das kleine Display meiner Digitalkamera gesehen habe, da ich es immer noch nicht wahrhaben mochte. Meterhecht. Ultimativ…
Sonntag 22.7; Da heute abermals in der Früh schwere Gewitterwolken den Himmel säumten, ich meinen Hecht, der wohl kaum zu toppen war, schon auf meinem Fangkonto stehen hatte, beschlossen wir doch nicht das Risiko einzugehen, mit dem Boot draussen zu sein, wenn erneut eine Regenhölle auf uns hereinbrach. Und so packten wir unser Feedertackle und fuhren wieder ans Gewässer des ersten Tages. Leider stand unser Platz derart unter Wasser, daß wir uns einen anderen suchen mussten. Dieser Spot war bei weitem nicht so fängig wie der andere, die Temperaturen waren auch um etwa 10°C gesunken, aber trotzdem konnten wir über den laufenden Tag einige gute Weisse verhaften. Am Abend holte ich dann meine Isa vom Innsbrucker Bahnhof ab, die mittlerweile mit dem Zug nachgreist war, und so wurde der Tag mit einem ausgezeichneten Mahl mit Luke und Isa in einer Reutter Pizzeria beendet.

Montag 23.7; Luke musste heute arbeiten und so fuhr ich mit Isa wieder ans bayrische Feedergewässer, um heute vielleicht meinen Rotaugen-Rekord zu knacken. Das Wetter war bei weitem besser als in den letzten Tagen, der Topspot des ersten Tages wieder halbwegs aufgetrocknet und so startete ich meinen Angriff. Die erste Stunde ging fast nichts, ausser ein paar kleineren nicht nennenswerten Exemplaren. Doch kaum war die Stunde um, begann das Bissfestival erneut und ich musste in Akkordarbeit Drillen, Abhaken, neu beködern, Futterkorb füllen und Auswerfen. Die zweite leichte Grundrute hatte ich heute erst gar nicht mitgenommen, was bei dieser Bissfrequenz auch nicht zu verantworten gewesen wäre. Im Minutentakt hakte ich gute Rotaugen ( bis zu 32cm ) und fette Brachsen ( mehrere um die 50-55 ) ab, um sie sogleich wieder schwimmen zu lassen, oder besser gesagt...sie kamen mir jedesmal nach dem Hakenlösen aus ;). Eine wiklich kurzweilige Fischerei.

Am Dienstag ging es dann für die nächsten Woche nach Igls, wo Isa und ich einige schöne Urlaubstage ohne Angeln in der Umgebung verbrachten. Ein Highlight war ein Gewässer namens Lansersee, der eigentlich nur zum Schwimmen gedacht war, wobei ich bereits beim Eingang ins Freiluftbad das Schild bemerkte, daß fett über der schmiedeisernen Tür prangte. Fische füttern verboten ! Was hatte das wohl zu bedeuten ? Hmmm. Keine Ahnung. Irgendwann kommt Isa zu unserm Liegeplatz zurück und sagt, ich soll mir doch mal die fetten Karpfen ansehen, die sich neben dem Steg in der Sonne rekelten, wobei ihre Arme eine Fischlänge der 80+ cm Klasse zeigten. Nie im Leben. Geh bitte, übertreib doch ned so. Stur wie ich bin, bleibe ich am Handtuch liegen und komme der Aufforderung nicht nach. Voerst nicht. Nach einer halben Stunde höre ich wieder Kinder vom Steg schreien : "Papa, Papa, schau - die Riesenfische !" Jetzt reichte es und ich konnte meine geweckte Neugier nicht mehr verstecken und machte mich auf den weg zum Geschehen. Als ich die, von der Sonne gebleichten Bretter des Steges betrete und rechts von mir ins Wasser sehe, trifft mich fast der Herzschlag. Whaaaaa. Ein fetter makelloser Schuppiger der 10+ Kategorie rüsselt in aller Ruhe am algenbewachsenen Pfahl des hölzernen Gestells. Nicht mal eine Armlänge entfernt und scheint sich überhaupt nicht am Tohuwabohu im Wasser zu stören. Wahnsinn. Ich beuge mich runter, lege mich bauchseits auf den Steg und fasse ins Wasser. Und siehe da, selbst als ich den Karpfen am Kopf berühre, läßt der nicht von den Algen ab und grast seelenruhig weiter. Und wie ich so weiter den großen Rüssler am Rücken kraule und im Wasser plätschere, taucht aus den Tiefen ein Spiegler auf. Muahahahhahah. Noch größer, noch gewaltiger und ebenso makellos. Geschätzte 15 kg gebe ich dem gelbem Burschen. Geschmeidig steigt er aus den Tiefen empor um dann mit einem fetten Schmatzer zu versuchen, meinen Zeigefinger einzusaugen. Jetzt erst verstehe ich den Spruch beim Eingang des Freibades. Und plötzlich tauchen aus dem Nichts, wie auf Kommando mehrere große Schuppige, Spiegler und Zeilenkarpfen auf, die fest damit rechneten, sich jetzt gleich die Bäuche vollschlagen zu können. Wirklich der Hammer. Eine mentale Geisselung der Sonderklasse für jeden Karpfenfischer. Ich klatsche mit der Aussenfläche meiner Hand ein zwei mal auf die Wasseroberfläche und schon streiten sich 5 - 6 gelbe Monster darum, wer wohl als erstes an meinen Fingern lustchen dürfe. Jaaa, ich hatte wirklich meinen Spaß mit diesen furchtlosen Gesellen, und träumte davon , hier nur eine Stunde mit Schwimmbrot angeln zu dürfen. Es wäre die Hölle gewesen...Am Samstag den 28.7 entschieden wir nochmals "Monster-Luke" in Reutte zu besuchen, ein paar Stunden mit kleinen Spinnern auf Forellen zu fischen ( was übrigens auch erfolgreich getan wurde ) um dann den Nachmittag bei den Ehrenberger Ritterspielen zu verbringen.


Dort wurden ganze Ochsen am Spieß gegrillt, Schlachten mit etwa 300 Leuten in voller Rüstung nachgestellt und diverseste Waren am mittelalterlichen Markt feilgeboten. Eine wirklich optische ansprechende Sache, die man nicht alle Tage zu Gesicht bekam. Gegen Abend verabschiedeten wir uns noch von Luke und seiner Familie, besuchten Sonntags nochmal meine neu gewonnenen Karpfenfreunde am Lanserteich und traten am Montag Morgen unsere Heimreise an. Fazit: Es waren äußerst schöne und erfolgreiche Tage im Westen Österreichs, und ich freue mich wieder einen angelsüchtigen Menschen persönlich kennengelernt zu haben, der Ahnung hat, von dem was er tut und mit mir auf einer Wellenlänge schwimmt. Yo Luke, danke nochmals für deine Gastfreundschaft, deine kompetente Beratung, die fetten Fotos und für die Hilfestellung zur Erfüllung eines Traumes.Eins ist gewiss, sobald ich die Möglichkeit habe, komme ich wieder und denke daran, tiroler Amigo : "die haben das ganze Gehirn weggeslutscht" ;)
tight lines
sludgE
Tja, nun bin ich wieder, von der im Vorfeld vielversprechenden Karpfensession zurück und muss wieder mal ernüchternd feststellen, daß es, vermutlich bedingt durch die andauernde unmenschliche Hitze, im Moment mit den Rüsslern nicht so läuft, wie wir das alle gern hätten. Aber die haben im Moment wahrscheinlich andere Sorgen als sich die Bäuche vollzuschlagen.
Jedenfalls war ich durch diesen Anblick so motiviert, daß ich die Feeder aus dem Sack ließ, um gezielt auf die Monsterbrachsen zu fischen. Doch weit gefehlt. Auch dies schien nicht zu funktionieren, da ich selbst nach einer Lehrstunde von Schwarzi im Matchfischen lediglich ein paar der Millionen Lauben an den Haken bekam und von Rotaugen und Brachsen keine Spur war.
Verdammt, der 12jährige Niko hatte wohl recht. Der schwarze Fluch vom Maierteich musste uns wirklich heimgesucht haben. Es ging nichts. Gar nichts. Vermutlich war auch der Fluch schuld, daß Schwarzi seinen Karpfen in der ersten Nacht nicht landen konnte. Denn der, der dem Fluch in die Augen blickt, wird bei dieser Session nicht belohnt. Schwarzi hatte es wohl getan.
Die nächste Abenddämmerung brach herein, und es war interessant zu erleben auf welche hirnrissigen Ideen u. Erklärungen man kam, wenn einem den ganzen Tag die Sonne auf die Birne schien und kein einziger Karpfen sich dazu erbarmte, einen unserer Köder aufzusaugen. Und während wir schon versuchten, mental mit dem nächsten Schneider fertigzuwerden, war um ca. 22:30 urplötzlich alles anders. Piiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiip! Vollrun an einer von Ed´s Ruten. Jaaaa, der Bann war gebrochen - der Fluch hatte sich vermutlich zum ortsansässigen "Wirtn" verabschiedet und unsere ganze Gang war von einer Sekunde auf die andere wieder ultramotiviert.
Ed drillte den Fisch gekonnt aus und konnte wenig später, unter jubelndem Applaus einen 7er Spiegler in die Kameralinse halten.
Als nun endlich die Frage kam, welcher Köder den Erfolg gebracht hatte, und die mit "Amino-Kugel" beantwortet wurde, war alles klar. Na sicher... Ed "the Amino-Connection".
Schwarzi brach schon zeitig in der Früh Richtung Heimat auf, und wurde von uns herzlichst verabschiedet. Hoffentlich hatte er den Fluch mitgenommen. Immerhin hatte er als Einziger in dessen dunkle Augen geblickt. Gegen 11Uhr entschied ich, schön langsam mal die nicht mehr benötigten Sachen, wie Zelt, Liege u. Schlafsack zusammenzupacken, was sich bei diesen Temperaturen nicht gerade als Genuss herausstellte. Und siehe da, als wir so zusammensaßen und die letzten 2 Tage Revue passieren ließen, bereits die Hälfte vom Tackle im Auto verstaut war, geschah das Unvorstellbare. Run! Und das an meiner mit 4er-Maiskette bestückten Rute.
Muahahahhahahah - und das eine halbe Stunde vor Abreise. Der Fluch konnte mich nun ganz fest am Arsch lecken, denn ich hatte ihn doch noch ordentlich gelinkt. Beim Ansehen des abschließenden Gruppenfotos war es nun Gewissheit - der schwarze Fluch war bis zum Ende unser ständiger Begleiter, konnte unseren Spaß an der Angelei aber nicht vermiesen, auch wenn von Einigen von uns kein Karpfen gelandet werden konnte.
Und so fuhr ich dann ohne weitere Zwischenfälle mit einem bösen, garstigen Spruch an der Heckscheibe die 260 km heim nach Wien...
Hiermit möchte ich mich auch noch mal bei den Kukmirnern bedanken, die mit ihrer Gastfreundschaft, Herzlichkeit und Humor wieder mal gezeigt haben, daß es noch wirklich amüsante Haudegen in der Welt des Angelsports gibt, die man einfach kennen muss. Selten in meinem Leben hatte ich, bei fast bisslosen Sessions, so viel gelacht wie an diesen Tagen. Auch wenn wir nicht, wie in der Hölle selbst, gefangen haben, war es doch ein äußerst lustiges und für mich im Endeffekt erfolgreiches Wochenende und ich muss sagen, daß ich gemeinsam mit den "CarpSquad-Burschen" sehr gerne, jederzeit u. überall auf diesem Planeten fischen würde und sicherlich noch des Öfteren tun werde. Und sei es mit nuklear verstrahlten Amino-Boilies in den Sickergruben von Tschernobyl...;)
Da es in letzter Zeit mit den besseren Rüsslern in Oeynhausen nicht ganz so lief, wie ich mir das erhofft hatte und es nun von Samstag auf Sonntag die Möglichkeit gab, über Nacht sein Glück zu versuchen, wurde diese Gelegenheit selbstverständlich von mir wahrgenommen. Und so kam es dann auch. Dad und ich erreichten, bis an die Zähne bewaffnet, um 15 Uhr den Teich um nach
Um 19 Uhr erstmals kurz Alaram an einem von Dad´s Bissanzeigern um sogleich den heißgeliebten Dauerton einzuleiten. Run. Semmel an der Laufbleimontage. Nein, nicht schon wieder Semmel. Deja Vue. Kaum 3 Minuten später kann ein kleiner Spiegler wieder in die Fluten entlassen werden. ALso was tun, um ebenfalls zum Biss zu kommen ? Ganz klar....Semmel, was sonst. Nur gab es einen wesentlichen Unterschied. An meiner Semmel war bis zur Abenddämmerung kein Rüssler interessiert. Doch nun kam die heißerwartete Dämmerungsphase. Die klassische Fressperiode. Muahahhahahah. Keinen Ton gaben die kleinen Foxbissanzeiger von sich. Funktionierten sie überhaupt noch ? Ich testete...pieeeeep...ja gingen noch. Um 23 Uhr überkam mich erstmals die Müdigkeit und ich rollte mich auf der Isomatte ein. Meine Augen fallen zu und ich falle in einen unbequemen Schlaf, da die Wurzeln und Steine unter der Matte in meinen geschundenen Körper drücken. Auf die Liege hatte ich ja für eine Nacht verzichtet. Lächerlich. Ich war ja ein harter und unverwüstlicher Bursche. Scheisse...hätte ich sie doch dabei. Irgendwann gewöhnt man sich selbst an Peitschenhiebe und so falle ich ins Land der Träume. Piiiiiiiieeeeeeeeeeeeeep. Dauerton. 10 Sekunden. Jaaaaaaaaa. 20 Sekunden. Mörderrun ! Tja, in den Träumen war alles so einfach. Nach etwa geschätzten mentalen 30 Sekunden zweifeln Teile meines Gehirns, ob dies nicht vielleicht doch Realität ist, da die Tonlage äußerst perfekt imitiert war. Ich öffne ein Auge, blicke ins rote magische Licht des kreischenden Bissanzeigers und registriere erst jetzt, wie der Freilauf die ganze Zeit Schnur von der Rolle abgibt. Das ist Realität, mein Freund. Meine Realität. Meine müden Knochen und Sehnen sind von der einer Sekunde auf die andere von 0 auf 1000, ich schnelle hoch und setze den Anhieb. Jaaaaaaaaaa. Meine mit Halibut-Paste ummantelte 16er Muschelfleischkugel hatte zugeschlagen. Hängt. Die leichte Foxrute biegt sich bis zum Griffstück. Uuuuuhhhhhhhhhh ! Guter Bursche. Und Tschack ! Der Widerstand ist urplötzlich im Nichts entschwunden und ich muß wieder mal erfahren, wie es sich anfühlt, die Montage ohne Fisch reinzukurbeln. Verdammt. 0:40 morgens. Ich bin zu müde, um mich wirklich lange drüber zu ärgern, montiere erneut eine Mantel-16er und krieche wieder auf die Matte. Abermals schlafe ich ein. Um 4 Uhr morgens wecken mich die ersten Vögel und blicke blinzelnd in die Ankündigung der Morgendämmerung. Also auf und nächster Angriff. Diesmal primitiv; ohne Experimente. Beide Ruten mit Oldschool-4er Maiskette wieder raus an den KantenSpot. Es sind keine 10 Minuten vergangen...pieeeeeeeeeep. Vollrun. Jaaaaaaaaa. Ich schließe vorsichtig den Freilauf und nehme nun nicht zu stark Verbindung zu meinem Gegenüber auf. Und der klebt. Yes. Allerdings ist der Fisch nicht in der Kategorie des Nacht-Monsters, und so kann ich wenig später einen kleinen Schuppigen auf der Abhakmatte begrüßen. Schnell wird von Dad ein Foto gemacht, um ihn sogleich wieder entlassen zu können.
Wenigstens entschneidert. Gottseidank.Ich hatte schon ernsthaft gezweifelt. Bis 8 Uhr morgens geschah leider bei Dad und mir leider nichts Weltbewegendes mehr und so entschieden wir die Session zu beenden. Und wieder muss ich weiter auf einen besseren Fisch warten. Es kann nur besser werden. Vielleicht nächstes Wochenende. Die nächste 48h - Session steht am Programm. Gemeinsam mit "MadMaxl & Karpfinger" wird kommendes Wochenende am berüchtigten Maierteich in Fluttendorf angegriffen. Viel hatte man schon über dieses Wasser gehört, doch Worte sind nur Schall und Rauch und so werde ich mich nun selbst von diesem Gewässer überzeugen. Sehen wir, was die Tiefe dort ausspucken wird...
Es läuft nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Mann, hatte dieser Satz Aussagekraft. Und wie treffend er zu diesem Wochenende passte. Wahnsinn. Um ehrlich zu sein, würde ich doch um einiges lieber Vergleiche zu Sätzen ziehen wie :"Zur richtigen Zeit am richten Ort" oder "Legendäre Momente". Nur müsste ich dann schon sehr im Sumpf der Entäuschung graben, um solchen Sessions noch was Positives abgewinnen zu können. Freitags nach der Arbiet lief es mit der Matchrute in der Lobau noch ganz gut, denn ich konnte hohe Bissfrequenzen auf meine Made/Hanfkorn-Kombi ernten. Diesmal waren es fast ausschließlich Rotaugen, wobei die größeren Exemplare leider ausblieben, und nur gelegentlich Barsche, Rotfedern oder Lauben die Serien der 20er unterbrachen.
Nach halbwegs erfolgreichen 3 Stunden entschied ich, die Stelle zu räumen und den Heimweg anzutreten, da der Stechmückenangriff im Schatten kaum mehr zu ertragen war. Fernab jeglicher Realität. Am Abend ging es dann auf´s PRO PAIN & Permanent Style Konzert ins "Shelter"...resultierend daraus, war ich Samstags nicht gerade in bester körperlicher Verfassung und entschied die geplante Karpfensession auf Sonntag zu verschieben. Also wurde heute morgen schnell Tackle gepackt um sogleich mit Isa nach Oeynhausen zu fahren, um den Gelben auf die Schuppen zu rücken. Ultramotiviert verankerte ich die Banksticks, ließ die Warriors aus dem Käfig und machte mich daran die Montagen zu montieren.....nur wo war die Bleibox ? Immer panischer durchwühle ich meine Tackletasche...nein, das durfte nicht die Wahrheit sein. Ich ging zum Karpfenfischen mit Festbleimontage und hatte kein Blei dabei....ich hatte diese verdammte Box einfach vergessen...das hatte es noch nie gegeben. Meine mentale Stimmung erreichte einen Tiefpunkt wie selten zuvor. Was sollte oder besser was konnte ich tun ? Improvisieren ? Ja. Aber wie ? Isa schlug vor zu einem anderen Fischer zu gehen, und um Blei zu betteln. Pffffffff. Idee ausgeschieden. Ich könnte mit Superkleber einen Wirbel an einen Stein kleben ... ?! Yes - super Idee. Nur....keinen Superkleber dabei...muahhahahahahaha...meine nervliche Verfassung schwankte schön langsam aber sicher in Wahnsinn über und ich hätte am liebsten die Foxrute über dem Knie abgebrochen.
Zumindest hatte ich mir für dieses herrliche "Blank" eine fantastische Erklärung zur Seite gelegt, um mir selbst einzureden, warum ich wohl keinen einzigen Biss erfahren durfte. Naja, ich musste ja das Backlead als Montagenblei vergewaltigen. Mit dem falschen Blei kannst du keine Fische fangen. Schon gar keine alten, dicken, klugen und ausgefuchsten Rüssler. Logisch.